Leo XIV. hat sich an diesem Donnerstag mit dem Präsidenten des Libanon, Joseph Aoun, ausgetauscht.

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Aufnahmen der Vatikanmedien zeigen den libanesischen Politiker im Gespräch mit Papst Leo im Apostolischen Palast sowie auch bei einer Begegnung mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Ebenso traf Aoun den vatikanischen Außenbeauftragten, Erzbischof Paul Richard Gallagher. 

Frage der Grenzstabilisierung

Eine Vatikannote informierte nach dem Treffen am Donnerstag, der Austausch im Staatssekretariat habe sich „im Wesentlichen auf das Trilateral Framework Agreement konzentriert, das von den Vereinigten Staaten, Israel und dem Libanon unterzeichnet wurde und darauf abzielt, die Südgrenzen der Libanesischen Republik zu stabilisieren sowie einen gerechten und dauerhaften Frieden zu erreichen“. Der Heilige Stuhl habe die Unterzeichnung des am 26. Juni 2026 getroffenen Abkommens begrüßt, „äußerte jedoch ernste Besorgnis angesichts der Schwierigkeiten bei dessen Umsetzung und sicherte seine Unterstützung für die diesbezüglichen Bemühungen zu“, hieß es in der Vatikannote weiter. Ansonsten sprach der Vatikan mit Blick auf die Begegnungen mit Aoun an diesem Donnerstag im Vatikan von „herzlichen Gesprächen“.

Dank und Bitte

In einer auf der Website der libanesischen Präsidentschaft veröffentlichten Erklärung bekräftigte Präsident Joseph Aoun seinen Dank an Papst Leo XIV. und den Heiligen Stuhl für die vielfältigen Bemühungen zur Unterstützung des Libanon. Er bat insbesondere darum, die Forderungen Beiruts weiterhin zu unterstützen – allen voran die Forderung, Israel zur Umsetzung der Bestimmungen des am 26. Juni unter der Schirmherrschaft der USA unterzeichneten Rahmenabkommens zu verpflichten. Aoun fordert Israel auf, die täglichen Angriffe einzustellen, die insbesondere auf Zivilisten, Infrastruktur und Dörfer im Süden des Landes abzielen, und sich aus den besetzten Gebieten zurückzuziehen, um den Wiederaufbau der zerstörten Bereiche sowie die Rückkehr der Vertriebenen zu ermöglichen.

In der Erklärung des libanesischen Präsidialamts heißt es weiter, dass Aoun betont habe, dass diese Maßnahmen von einer Ausweitung der staatlichen Autorität des Libanon auf das gesamte Staatsgebiet begleitet werden müssten.

Papst Leo war 2025 im Libanon

Leo XIV. war im November-Dezember 2025 erstmals als Papst im Libanon gewesen. Dabei setzte er sich für die Präsenz der Christen in dem Land ein und rief Politik und Gesellschaft zu Versöhnung und Anstrengungen für den Frieden auf. Er appellierte an die Verantwortungsträger, an der Seite der Bevölkerung zu arbeiten, Versöhnung zu gestalten und dafür zu sorgen, dass Menschen nicht auswandern müssen.

Das Problem der Auswanderung von Christen aus dem Libanon sprach der Papst bei seiner Reise mehrfach an. In dem Land befindet sich die größte christliche Gemeinschaft im Nahen Osten, die hauptsächlich aus Maroniten, aber auch aus griechisch-orthodoxen, melkitischen und armenischen Christen besteht. Christen müssten im Libanon bleiben, um dazu beizutragen, eine „Zivilisation der Liebe und des Friedens” zu entwickeln, so der Papst während seiner Reise. Präsident Joseph Aoun hatte bei der Begrüßung des Papstes in Beirut erklärt: „Wenn die Christen im Libanon verschwinden würden, würde das empfindliche Gleichgewicht zusammenbrechen und mit ihm die Gerechtigkeit”.

Bitte um Hilfe für Christen

Libanons Außenminister Youssef Raggi wandte sich einige Monate später, im März 2026, an den Heiligen Stuhl mit der Bitte um Hilfe für die Christen im Süden des Landes an der Grenze zu Israel. Die christlichen Gemeinschaften dort waren von Gewalt, Bombardierungen, Evakuierungsbefehlen und einer humanitären Krise betroffen. Die Sicherheitslage im Süden ist weiter prekär und das Leben der Christen stark beeinträchtigt. Trotz der am 17. April mit Israel vereinbarten vorübergehenden Waffenruhe reißen Angriffe nicht ab.

– aktualisiert zuletzt um Erklärung des libanesischen Präsidialamtes um 14.00 Uhr –

(vatican news – pr)