Wie viel Urlauber verträgt ein Land? Die neue Erhebung von Statistik Austria zeigt: Österreicher sehen den Tourismus überwiegend positiv.
In Zeiten von Übertourismus (Overtourism) gewinnt die Tourismusakzeptanz an Bedeutung. In Österreich hat die Statistik Austria im Vorjahr erstmals die Tourismusakzeptanz im Rahmen einer repräsentativen Stichprobe erhoben. Der Saldo aus Positiv- und Negativantworten lag bei 38 Prozent und damit hoch.
Weiter deutlich positiv
Nun liegen die aktuellen Zahlen für das Jahr 2025 vor. Befragt wurden rund 12.000 Personen. Der „Tourismusakzeptanzsaldo“ sank minimal von 38 auf 37 Prozent, ist aber weiter deutlich positiv. 45 Prozent der Bevölkerung nehmen die Auswirkungen des heimischen Tourismus als positiv wahr, 8 Prozent orten einen Nachteil. Zwei Prozent der Bevölkerung bewerten die Auswirkungen des Tourismus „überwiegend negativ“, 20 Prozent „überwiegend positiv“. Während die Befürworter die Stärkung der Wirtschaft hervorheben, nehmen die Kritiker das erhöhte Verkehrsaufkommen, die große Zahl der Touristen und die Preissteigerungen als negativ wahr.
Wann es zu viele Touristen sind
28 Prozent der Bevölkerung empfinden die Menge an Touristinnen und Touristen als eher hoch. Fast 50 Prozent halten die Zahl für angemessen. Fragt man nach der Wahrnehmung im eigenen Wohnort, sieht in der Steiermark nur ein Prozent „zu viele“ Touristen, in Salzburg sind es 14 Prozent. Wobei die Wahrnehmung, ob es im Bundesland „eher viele“ oder „zu viele“ Touristen gibt, von der Saison abhängt. In Kärnten empfinden dies im Sommer – der Jahreszeit mit dem höchsten Touristenaufkommen – acht von zehn Befragten so.
Breite Akzeptanz in den Ländern
Zwischen den Bundesländern gibt es deutliche Unterschiede. In allen Bundesländern ist die Tourismusakzeptanz deutlich positiv, aber mit einer erheblichen Spannbreite von 31 Prozent in Niederösterreich bis 43 Prozent in Vorarlberg und Kärnten. Gleich dahinter die Steiermark mit 42 Prozent, Salzburg und Wien 41 Prozent, Tirol und Burgenland 34 Prozent, in Oberösterreich beträgt der Saldo 32 Prozent.
Gegenüber dem Jahr zuvor, als diese Erhebung erstmals durchgeführt wurde, fiel die Tourismusakzeptanz in Wien von 48 auf 41 Prozent, in der Steiermark und Vorarlberg stieg sie. Kärnten hat gemeinsam mit dem „Ländle“ Wien als Bundesland mit der höchsten Tourismusakzeptanz abgelöst.