Politik-Intern: Am Freitag wird die neue Grazer Koalition präsentiert, dem Vernehmen nach mit einer brisanten Weichenstellung: Das Wirtschaftsressort könnte von der ÖVP zu Apfelknab (FPÖ) wandern.
Er habe es soeben in der Kleinen Zeitung gelesen, meint René Apfelknab von der Grazer FPÖ am Telefon. „Und dann hab ich sofort zu überlegen begonnen: Wenn es wirklich die Wirtschaft wird, welche Schwerpunkte kannst du da setzen? Denn im Februar werden die Medien uns Stadtregierern wieder ein ,Zeugnis‘ geben und dann muss ich was vorweisen“, setzt Apfelknab lachend nach. Der 56-Jährige zieht für die Blauen in den Grazer Stadtsenat ein – und steht womöglich im Mittelpunkt einer brisanten Rochade: Dem Vernehmen nach könnten die neuen Koalitionäre von KPÖ und Grünen das Wirtschaftsressort transferieren. Von Kurt Hohensinner (ÖVP) eben zu Apfelknab.
Abrechnung trotz Wahlerfolgs
Dieser war lange Zeit im Bezirk Straßgang tätig, ehe sich im Herbst 2025 plötzlich die Scheinwerfer auf ihn richteten und Apfelknab für viele überraschend zum Spitzenkandidaten der Grazer FPÖ für die Wahl 2026 präsentiert wurde. Als solcher konnte er zwar knapp zulegen und für die Blauen zwölf Prozent der Stimmen einheimsen – doch etliche Funktionäre hatten sich mehr erwartet: Das brachten einige auch vor Kurzem in einer internen Abrechnung zur Sprache, bei der sie neben dem Grazer Parteichef Axel Kassegger auch die Landesspitze scharf kritisierten (wir berichteten).
Ich freue mich sehr auf die neue Funktion.
— René Apfelknab, wird Grazer Stadtrat
Der Grazer FPÖ bescherte die Wahl jedenfalls einen Sitz im Stadtsenat, den nun eben Apfelknab einnehmen wird. Dem Vernehmen nach hat man in einem Gespräch mit der KPÖ „hoch gepokert“ und sich als künftige Ressorts neben dem Sport auch die Verkehrsagenden gewünscht – beides soll sich nun nicht erfüllen, stattdessen könnte der 56-Jährige eben Wirtschaftsstadtrat werden.
© SariaHerbst 2025: Apfelknab wird vom Grazer FPÖ-Chef Kassegger (rechts) und Marco Triller, Klubchef im Land, als Spitzenkandidat für die Graz-Wahl präsentiert
Explizit wird er es bei einem Gespräch mit Elke Kahr (KPÖ) am Freitagvormittag erfahren. So oder so: „Ich freue mich sehr auf die neue Funktion“, betont Apfelknab. Um diese ausüben zu können, wird er von seinem Brotberuf bei der Buchhaltungsagentur des Bundes vorübergehend dienstfrei gestellt.

