Grund für die Preisrallye der Gaspreise ist die festgefahrene Lage im Konflikt zwischen den USA und dem Iran die Aussichten für LNG-Lieferungen aus der Golfregion trübte. Die Spannungen zwischen den beiden Seiten im Bereich der Straße von Hormus dauern an, wobei der Konflikt in eine neue Phase wirtschaftlichen Drucks eingetreten ist. 

Händler sorgen sich um die europäische Vorsorge für den kommenden Winter, da die Seeblockade LNG-Lieferungen aus Katar blockiert. Dies zwingt europäische Energieversorger dazu, sich in einem verschärften und kostspieligen Wettbewerb mit asiatischen Abnehmern, um die verfügbaren Ladungen zu behaupten. 

Zudem schränkt die durch Hitzewellen bedingte Nachfrage nach Kühlung die Gaseinspeicherung in die Speicheranlagen ein. Der Füllstand der europäischen Gasspeicher liegt bei lediglich 62 % – dem niedrigsten saisonalen Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2009 –, sodass der Region nur wenig Zeit bleibt, die Vorräte vor Beginn der Heizperiode wieder aufzustocken. 

Dennoch erklärte die Europäische Kommission, dass die Gasversorgung in der EU derzeit nicht unmittelbar gefährdet sei. Im Wochenverlauf sind die Preise um mehr als 6 % gestiegen. Es besteht derzeit keine unmittelbare Sorge hinsichtlich der Erdgasversorgung in der Europäischen Union, da die Gasspeicher im Staatenverbund zu 62 % gefüllt sind; dies teilte Eva Hrncirova, Sprecherin der Europäischen Kommission, am Donnerstag mit. 

Die EU-Staaten haben Schwierigkeiten, ihre Gasspeicher für den Winter zu füllen, da hohe Gaspreise Unternehmen davon abgehalten haben, Gas zur Einlagerung zu beschaffen. Die Gaspreise für Verbraucher – also für Neukunden – sind nach den Daten von Verivox mittlerweile auf 10,1 Cent je kWh gestiegen – und liegen damit 2 Cent bzw. 25 % höher.

Der Preisanstieg fällt in eine weitere sommerliche Hitzewelle in Europa; diese Hitze ist mit ein Grund dafür, dass der kommende Winter voraussichtlich teuer wird. Rekordtemperaturen treiben die Stromnachfrage in die Höhe, während Dürre und Hitze die Stromerzeugung aus Wasserkraft und Kernenergie drosseln. Dies zwingt Gaskraftwerke dazu, einen Teil der Lücke zu schließen – und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem Europa eigentlich mehr Gas in die Speicher einspeisen sollte.