„Der Klimawandel führt zu einer Zunahme der Brandaktivität in ganz Europa, da sich heiße, trockene und windige Bedingungen verschärfen“, sagt Dr. Maik Billing.
Die räumlichen Muster fallen dabei nicht überall gleich aus, doch besonders deutlich nimmt die Brandaktivität im Mittelmeerraum sowie in großen Teilen West- und Mitteleuropas zu. Die Simulationen weisen zugleich auf steigende Risiken in Regionen hin, in denen Feuer bislang vergleichsweise selten waren.
Brandmanagement kann große Teile auffangen
Ein zweiter Modellansatz bildet ab, wie sich menschliche Maßnahmen zur Prävention, Früherkennung und Bekämpfung von Bränden auf die tatsächlich verbrannte Fläche auswirken können. Werden die Kapazitäten des Brandmanagements weiter verbessert, könnte die Brandfläche gegenüber Szenarien ohne diese Fortschritte deutlich sinken. Bei einer globalen Erwärmung um etwa 1,8 Grad Celsius beträgt die modellierte Verringerung 92 Prozent, während sie bei etwa 3,6 Grad Celsius noch 72 Prozent erreicht.
Dieses große Minderungspotenzial bedeutet allerdings nicht, dass die zusätzliche Brandgefahr unter allen Bedingungen beherrschbar bleibt. Die Autoren weisen ausdrücklich darauf hin, dass ihre Annahmen zur Wirksamkeit des Brandmanagements in einem deutlich wärmeren Klima zu optimistisch sein könnten. Unter starker Erwärmung steigt die Feueraktivität laut den Simulationen dennoch in etwa 55 Prozent der feuergefährdeten Regionen Europas, selbst wenn Investitionen in das Brandmanagement fortgesetzt werden.
„Die Brände in Frankreich, Spanien und Griechenland zeigen, wie schnell heiße, trockene und windige Wetterbedingungen die Feuerwehrkräfte und ihre Ressourcen an ihre Grenzen bringen können“, sagt Kirsten Thonicke vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).
Klimaschutz und Vorsorge wirken zusammen
Damit beschreiben die Modelle zwei eng miteinander verknüpfte Stellschrauben für Europas künftige Brandbelastung. Niedrigere Emissionen begrenzen die Verschärfung des Feuerwetters, während bessere Vorsorge, Früherkennung und Bekämpfung die Ausbreitung entstandener Brände dämpfen können. Je stärker sich das Klima erwärmt, desto größer wird zugleich das Risiko, dass bestehende Strategien und Einsatzkapazitäten bei besonders extremen Bränden an praktische Grenzen stoßen.
Die Projektionen sind keine Vorhersagen einzelner Brandjahre oder konkreter Feuer, sondern vergleichen langfristige Mittelwerte unter festgelegten Annahmen zu Klima, Gesellschaft, Vegetation und Management. Ihr gemeinsames Ergebnis zeigt deshalb vor allem die Größenordnung möglicher Entwicklungen und den Spielraum menschlicher Entscheidungen. Wie viel Fläche in Europa künftig brennt, hängt demnach sowohl von der globalen Emissionsentwicklung als auch von Investitionen in wirksames lokales Brandmanagement ab.
Quellen:
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21. August 2026
– Robert Klatt