„Äußerst bedauerlich und gefährlich“

USA ziehen Spezialeinheit aus Europa ab

22.08.2026 – 00:06 UhrLesedauer: 3 Min.

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US-Soldaten bei einer Übung mit Drohnen. Eine Sondereinheit muss Europa nach weniger als einem Jahr wieder verlassen. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Cpl. Zachariah Ferraro/U.S Marin/imago)

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Die USA haben im Januar ein Drohnen-Bataillon in Europa aufgebaut. Die Soldaten sollen aber jetzt weiterziehen – was zu Kritik führt.

Der Krieg in der Ukraine hat gezeigt, wie wichtig Drohnen geworden sind. Auch deshalb etablierte die US-Army im Januar ein Bataillon in Europa, das sich auf den Drohnenkrieg spezialisierte. Doch jetzt sollen die Soldaten wieder abgezogen werden, berichtet das „Wall Street Journal“.

Die Einheit aus Mitgliedern der 173. Luftlandebrigade habe im August und im September an Übungen in Deutschland teilgenommen. Diese Erfahrungen sollen nun in einem Bericht ans Pentagon niedergeschrieben werden. Dann sollen sich die Soldaten wieder „auf ihre Kernkompetenzen als eine Luftlandebrigade“ konzentrieren, sagte ein Pentagonsprecher der Zeitung.

Eine kleine Gruppe von Angehörigen der Drohnen-Einheit traf sogar ukrainische Kollegen in Kiew. Das Bataillon arbeitete zudem mit ukrainischen Drohnenoperateuren in Nato-Übungsgebieten zusammen.

imago images 0857070275Vergrößern des BildesGeneral Christopher LaNeve ist amtierender Stabschef der US-Army. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Nathan Posner/imago)

Niederlage gegen ukrainische Einheit bei Übung

Die Auflösung des Drohnenbataillons ist Teil eines umfassenderen „Back-to-Basics“-Ansatzes, der von General Christopher LaNeve angeordnet wurde, dem amtierenden Stabschef der Armee. Er gilt als Vertrauter von Verteidigungsminister Pete Hegseth. Das Bataillon war eine Vorzeigeinitiative von LaNeves Vorgänger, General Randy George, den Hegseth im April seines Amtes enthoben hatte.

Aus den USA kommt Kritik am Abzug. „Die Ukraine hat den Nahkampf im Grunde revolutioniert“, sagte Michael O’Hanlon, Verteidigungsexperte an der amerikanischen Denkfabrik Brookings Institution. „General George begann, das zu begreifen, und jeder Rückschlag bei seinen Bemühungen wäre äußerst bedauerlich und gefährlich.“

Die Pentagon-Entscheidung kommt auch vor dem Hintergrund einer peinlichen Niederlage von amerikanischen Panzereinheiten bei einer Übung im Frühling. Bei der „Combined Resolve“-Übung schalteten die ukrainischen Drohnen reihenweise Panzer aus. Diese haltten sich schon durch den aufgewirbelten Staub leicht zu erkennen gegeben.

Eine Drohne der US-Armee (Archivbild): Offenbar gibt es Sicherheitsbedenken bei Lieferungen an die Ukraine.Vergrößern des BildesEine Drohne der US-Armee (Archivbild): Die neue Technologie soll ausgebaut werden. (Quelle: Stocktrek Images/imago-images-bilder)

Ein Sprecher der US-Army sagte dem „Wall Street Journal“, dass die USA sich verpflichtet haben, „den Ausbau und die Entwicklung von Drohnen voranzutreiben, um den Anforderungen groß angelegter Kampfhandlungen gerecht zu werden.“ Das US-Militär hat außerdem die Gründung einer multinationalen Drohneneinheit angekündigt. Mit der Task Force Falcon Strike (TFFS) soll man künftig in der Lage sein, Kampfdrohnen „über, auf und unter dem Meer“ einzusetzen, teilte das Regionalkommando Centcom am Donnerstag mit.