Bei russischen Angriffen auf ein belebtes Einkaufszentrum in der südukrainischen Großstadt Krywyj Rih sind mindestens 18 Menschen getötet und mehr als 120 weitere verletzt worden. Das teilte der Militärgouverneur des Gebiets
Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf Telegram mit. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Angriffs hatten die Behörden von sechs Toten und mehr als 50 Verletzten gesprochen. Die Zahl wurde bereits mehrfach nach oben korrigiert.
Hanscha sprach von 121 Verletzten. 29 davon hätten schwerste
Verletzungen erlitten, unter ihnen fünf Kinder.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach in sozialen Medien von einem »absolut zynischen und hinterhältigen Angriff auf ein gewöhnliches Einkaufszentrum«. Demnach erfolgte der Angriff in zwei Wellen. »Eine halbe Stunde nach dem ersten Treffer und dem Ausbruch eines Brandes folgte ein erneuter Angriff, der auf die Rettungskräfte abzielte«, teilte Selenskyj mit.
Die russische Armee griff offenbar zunächst mit einer Drohne an, später folgte ein Angriff mit einer weiteren Drohne. Ein Video zeigt eine Drohne, die auf das Dach eines Gebäudes stürzt, während aus dem Dach bereits Rauch aufsteigt. Das Video konnte bislang nicht verifiziert werden.
Selenskyj spricht von »Terrorakten«
Derartige Angriffe seien verabscheuenswürdige Terrorakte, sagte der Präsident. Die Welt müsse entsprechend darauf reagieren, mit echtem Druck auf den Aggressor. »Damit Frieden herrschen kann, muss Russland tatsächlich zur Verantwortung gezogen werden«, sagte Selenskyj. Der Präsident kündigte zugleich an, dass die Ukraine auf den russischen Angriff auf das Einkaufszentrum »antworten« werde.
© Lea Dohle
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Krywyj Rih ist Selenskyjs Heimatstadt und liegt rund 350 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Kyjiw. Erst vor wenigen Tagen war die Großstadt vom russischen Militär mit Kampfdrohnen und ballistischen Raketen angegriffen worden. Dabei starben zwei Zivilisten, mehr als zehn Menschen wurden verletzt.
Auch in anderen ukrainischen Regionen setzte Russland seine Angriffe an diesem Freitag wieder fort. In der Region Mykolajiw im Süden des Landes wurden nach ukrainischen Angaben vier Menschen getötet, darunter drei Kinder im Alter von elf bis zwölf Jahren. Demnach gerieten durch den Angriff ein Geschäft, eine Apotheke und ein Postamt in Brand.
Selenskyj teilte mit, er habe in einem Telefonat mit UN-Generalsekretär António Guterres »die anhaltenden russischen Angriffe und die zahlreichen Opfer in der Zivilbevölkerung« angesprochen.
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