Der DFB reagierte am Sonntag mit Unverständnis auf die Kommentare von Trippel. „Wir missbilligen die Äußerungen entschieden und halten sie für inakzeptabel“, hieß es auf SID-Anfrage in einer Stellungnahme der Sportlichen Leitung der DFB Schiri GmbH am Sonntag: „Unabhängig davon, ob eine Entscheidung des Schiedsrichters richtig, strittig oder falsch ist, kann und darf es nicht sein, dass ein Stadionsprecher sie negativ kommentiert und das Publikum so gegen den Unparteiischen aufbringt. Bei allem Verständnis für Emotionalität wurde hier eindeutig eine Grenze überschritten.“
Dem 71-Jährigen könnten nun weitere Konsequenzen drohen, denn zum Thema UEFA-Sicherheitsreglement heißt es in Artikel 43 des Handbuchs für Stadionsprecher und Platzansager: „Über die Lautsprecheranlage dürfen ausschließlich Durchsagen mit neutralem Inhalt gemacht werden. Die Lautsprecheranlage darf nicht verwendet werden für: die Verbreitung politischer Botschaften, die Unterstützung der Heimmannschaft, jegliche Form von Diskriminierung der Gastmannschaft.“
Gleichzeitig äußerte sich der DFB auch zu den Szenen. „Zwar war Yan Coutos Orientierung zum Ball dadurch eingeschränkt, dass der unmittelbar vor ihm postierte Kölner Bülter hochsprang und den Ball knapp verpasste. Dennoch war der Ball für den Dortmunder aufgrund der großen Distanz erwartbar, zumal er seine Richtung nicht änderte. Zudem war Yan Coutos Arm vom Körper abgespreizt. Deshalb spricht aus unserer Sicht so deutlich mehr für eine Bewertung des Handspiels als strafbar, dass eine Intervention des VAR angebracht gewesen wäre“, hieß es. „Zu Recht“ habe der VAR beim Foulspiel von Simpson-Pusey eingegriffen. „Erneut korrekt“ war zudem der Eingriff in der 66. Minute, nachdem Siebert auf Foulelfmeter entschieden hatte. Cenk Özkacar hatte den eingewechselten BVB-Stürmer Silva am Fuß getroffen, zuvor aber auch den Ball gespielt.
Auch FC-Sport-Boss Thomas Kessler äußerte sich nach der Partie. „Das ist eine Thematik, die gefällt mir nicht. Wir wollen nicht über den Stadionsprecher den Schiedsrichter bewerten. Dafür gibt es Menschen im Klub, dazu gehört er nicht“, erklärte er und kündigte Konsequenzen an: „Bei aller Emotionalität, und die darf Michael Trippel haben, weil er lange in diesem Klub ist, ist es nicht richtig, dass ein Stadionsprecher über das Mikrofon seinen Emotionen freien Lauf lässt. Wir werden im Nachgang darüber sprechen.“