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Ein unscheinbarer Umweltfaktor könnte gravierende Folgen fürs Herz haben: Blei im Blut wird laut einer Modellstudie weltweit mit Herz-Kreislauf-Todesfällen in Verbindung gebracht. Diese ist aber mit Vorsicht zu genießen. Und dennoch: Blei sollte wohl als möglicher Risikofaktor nicht unterschätzt werden.
Die 2023 im Fachblatt „The Lancet“ veröffentlichte Analyse stützt sich auf Daten der „Global Burden of Diseases“-Studie (GBD) aus 183 Ländern. Forscher der Weltbank nutzten geschätzte Blutbleiwerte aus dem Jahr 2019 und berechneten, wie stark die Belastung statistisch mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhängen könnte.
Herztote durch Bleibelastung möglich
Das Modell kommt auf 5.545.000 Todesfälle bei Erwachsenen ab 25 Jahren, die 2019 mit Bleiexposition in Zusammenhang gestanden haben könnten. Rund 90 Prozent davon entfielen auf Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen – etwa 5.004.000 Fälle.
Anders als frühere Berechnungen berücksichtigte das verwendete Risikomodell nicht nur den Einfluss von Blei auf den Blutdruck, sondern auch weitere Mechanismen wie die Verhärtung der Arterien. Dadurch fallen die Schätzungen höher aus als in früheren GBD-Analysen.
Wichtig: Es handelt sich um Modellrechnungen auf Basis geschätzter Daten. Flächendeckende reale Messungen lagen nicht vor. Die Zahlen beschreiben daher eine mögliche Größenordnung, keine exakt erfassten Todesfälle.
Neuere Studie von 2024
Eine Untersuchung von 2024 von Forschern der Jiaotong University (China) betrachtete explizit Todesfälle, die auf Blei zurückzuführen waren. Auch hier waren GBD-Daten die Basis. 0,85 Millionen Todesfälle wurden im Jahr 2019 mit bleibedingten Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Zusammenhang gebracht. Das entsprach dem 1,7-Fachen des Wertes für das Jahr 1990.
In Deutschland ist die Bleibelastung in den vergangenen Jahrzehnten gesunken, etwa durch das Benzinbleigesetz. Dennoch kann es über belastete Böden oder alte Bleirohre im Trinkwasser zu Kontakt kommen.
Die Studien zeigen: Die mögliche gesundheitliche Bedeutung des Umweltfaktors Blei könnte größer sein als bisher angenommen.