Im Dezember 2024 musste ein Swiss-Jet in Graz notlanden, ein Flugbegleiter verstarb nur Tage später. Dieser Tage sollte der Abschlussbericht der Schweizer Behörde vorliegen – warum er sich nun massiv verzögert.
Es müssen dramatische Szenen gewesen sein, die sich im Dezember 2024 an Bord eines Flugzeugs der Swiss abspielten: Weil es zu Triebwerksproblemen und einer massiven Rauchentwicklung an Bord gekommen war, musste der Jet auf dem Flug von Bukarest nach Zürich in Graz notlanden. Ein Feuerwehrtrupp evakuierte Passagiere via Notrutsche, einige von ihnen wurden verletzt – ein Flugbegleiter indes leider so schwer, dass er Tage danach verstarb.
Obduktionsbericht
Der Obduktionsbericht sprach schließlich von einem massiven Sauerstoffmangel, als Todesursache wurden „hypoxischer Hirnschaden und Hirnödem“ angenommen, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft Graz – zudem habe der verstorbene Mann „ein für sein Alter extrem ausgeweitetes Herz“ aufgewiesen. Die folgenden Untersuchungen gingen nicht zuletzt der Frage nach, ob die Masken für die Crew ordnungsgemäß funktionierten.
Nach heutiger Einschätzung wird der Abschlussbericht erst Mitte 2027 publiziert sein.
— Florian Reitz, Untersuchungsleiter bei der „Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle“ (SUST)„Interne Qualitätsprüfung“
Eine Antwort darauf sollte jener Abschlussbericht liefern, den die „Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle“ (SUST) als Behörde in den kommenden Tagen vorlegen wollte. Auf Nachfrage der Kleinen Zeitung bestätigt nun aber Florian Reitz als Untersuchungsleiter der SUST: „Nach heutiger Einschätzung wird der Abschlussbericht erst Mitte 2027 publiziert sein.“ Diese Verzögerung erklärt Reitz mit den umfassenden Abläufen im Hintergrund: „Trotz aller Bemühungen werden gewisse Untersuchungsschritte erst gegen Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.“
© FF Feldkirchen bei GrazPer Notrutsche gelangten die Passagiere ins Freie
Danach folge eine sogenannte „Kommentierungsphase“ der Beteiligten und direkt Betroffenen, „wozu der Entwurf des Abschlussberichtes vorgängig noch auf Englisch übersetzt werden muss“. Abschließend durchlaufe dieser Bericht noch die „interne Qualitätsprüfung und -sicherung über alle Stufen des Untersuchungsdienstes“, so Reitz – ehe er final durch die Kommission genehmigt werde.
Ein solches Ereignis hinterlässt Spuren – jeder Mensch geht anders damit um.
— Stellungnahme der Swiss
Darauf wartet man natürlich auch bei der Swiss-Fluglinie. „Wir unterstützen die SUST weiterhin uneingeschränkt“, heißt es aktuell gegenüber der Kleinen Zeitung. Und: „Die Crewmitglieder von Flug LX1885 sind seit längerer Zeit wieder im Einsatz. Ein solches Ereignis hinterlässt Spuren – jeder Mensch geht anders damit um. Für uns war es deshalb wichtig, alle Betroffenen individuell zu begleiten und ihnen auf verschiedenen Ebenen Unterstützung anzubieten: so lange und so intensiv, wie sie es brauchten. Wir freuen uns, dass sie heute alle wieder dabei sind“, betont man bei Swiss.

