Im beliebten Adria-Ferienstädtchen Rimini hat Papst Leo XIV. an die Gläubigen appelliert, nicht nur den Touristen, sondern auch den Migranten gastfreundlich, hilfsbereit und mit Nächstenliebe zu begegnen. Er äußerte sich bei einer Messe an diesem Samstagabend im Hafen von Rimini am Ende eines langen Tages, der ihn auch in den Zwergstaat San Marino führte.

Gläubige wüssten, dass „der wahre Ort“ für Erholung und für die Begegnung mit Gott und den Mitmenschen „nicht draußen im Chaos liegt, sondern in uns selbst, in der Tiefe unserer Seele“, sagte Leo in seiner Predigt in Rimini, das für sein pulsierendes Nachtleben berühmt ist. Eben diese Erfahrung – das Leben aus der Tiefe der Seele –  sollten die Katholiken und Katholikinnen auch weitergeben, so etwa durch ihre „Bereitschaft zu helfen und Nächstenliebe zu üben. Und dies gilt sowohl für jene, die nach einem Jahr harter Arbeit eine wohlverdiente Zeit der Erholung suchen, als auch für jene, die an Leib und Seele verwundet sind und fern ihrer Heimat Zuflucht, Nahrung und Unterstützung erflehen.“

Altarbühne im Hafen von Rimini

Altarbühne im Hafen von Rimini   (@VATICAN MEDIA)

„In der Kirche ist Autorität Dienst“

Jeder und jede Getaufte sei mit eingebunden in den Auftrag Jesu, zu „binden“ und zu „lösen“, sagte Leo außerdem in seiner Predigt, die das Sonntagsevangelium (Mt 16,13-20) von der Übergabe der Schlüssel durch Jesus an Petrus betrachtete. „In der Kirche ist Autorität Dienst“, stellte der Papst klar. Dies zu leben, seien als erste der Papst, die Bischöfe, die Priester und die Diakone berufen. Der Auftrag zu binden und zu lösen betreffe in der Kirche aber nicht nur sie, sondern gebe einen Lebensstil für alle vor, die Jesus nachfolgen. Es gehe darum, „die Menschen anzunehmen, zusammenzuführen, willkommen zu heißen, zu befreien, zu vergeben“, erklärte der Papst. Auch sollten die Getauften einander helfen, „frei zu werden“, wenn jemand in der Sünde und ihren Folgen gefangen sei. Ein solcher Lebensstil hat dem Papst zufolge positive Auswirkungen auf das Ganze der Gemeinschaft.

Papst mit Evangeliar

Papst mit Evangeliar   (@Vatican Media)

An der abendlichen Freiluft-Messe im Hafen von Rimini nahmen an die 25.000 Gläubige teil. Leo hatte früher am Samstag das 47. Meeting für Völkerfreundschaft in Rimini besucht und dabei für einen „Realismus der Barmherzigkeit“ geworben, statt eines falschen Realismus, der zu Aufrüstung und Gewalt führe. Danach besuchte er die Kathedrale und traf dort Kranke, Obdachlose und Bedürftige, die von der örtlichen Caritas betreut werden. „Das hier ist die Kathedrale von Rimini, und hier seid ihr zu Hause!“, sagte der Papst den Menschen. Er dankte ihnen und ermutigte sie, aktiv am Leben der Kirche teilzunehmen. 

In der Kathedrale von Rimini

In der Kathedrale von Rimini   (@Vatican Media)

Die Eucharistiefeier war der Schlusspunkt des eintägigen Besuchs von Papst Leo in San Marino und in Rimini. Vor ihm war bereits der heilige Johannes Paul II. im Jahr 1982, ebenfalls im August, dort zu Gast gewesen.  Der Bischof kündigte eine kirchliche Initiative zugunsten von Migranten und Migrantinnen an. 

(vatican news – gs)