Emma McIntyre/Getty Images for Alo Yoga

Die Erfassung von Kennzahlen wie der VO2-max und dem Cardio-Training in Zone 2 wird in der Longevity-Szene immer beliebter.
Harley Pasternak, ein renommierter Trainer, sagte, die meisten von uns bräuchten diese Werte nicht zu erfassen, um ihre Gesundheit zu verbessern.
Das Erfassen der täglichen Schrittzahl kann eine gute Möglichkeit sein, um sicherzustellen, dass man sich ausreichend bewegt.

Was haben die Begriffe „Zone 2“ und „VO2 max“ gemeinsam? Laut dem Promi-Personal-Trainer Harley Pasternak sind sie für die Mehrheit der Menschen irrelevant – auch für die Gesundheitsbewussten unter uns.

Wenn ihr körperlich und geistig gesund sein wollt, solltet ihr euch auf eine einfache Kennzahl konzentrieren, statt auf hochspezifische Begriffe, die von Gesundheits-Influencern propagiert werden, erklärte Pasternak Business Insider. Als Beispiel nennt er die tägliche Schrittzahl.

„Wir haben unseren Ansatz in Bezug auf Gesundheit und körperliche Aktivität viel zu kompliziert gemacht“, sagte Pasternak, der bereits mit Prominenten wie Rihanna zusammengearbeitet hat und einen Master-Abschluss in Sportwissenschaft von der University of Toronto besitzt. „Ich möchte schmerzfrei aufwachen. Ich möchte körperlich gesund sein. Ich möchte lange leben. Ich möchte mit meinen Kindern spielen können. Ich weiß nicht, warum meine VO2max dafür relevant sein soll.“

Zone 2 bezieht sich auf Training bei etwa 60 bis 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz, und die VO2max ist ein Maß dafür, wie viel Sauerstoff der Körper bei intensiver körperlicher Betätigung verwerten kann. Diese Kennzahlen geben Aufschluss über die Ausdauer einer Person, und es gibt Hinweise darauf, dass eine Verbesserung dieser Werte dazu beitragen könnte, länger zu leben. Mit dem Aufkommen der Kultur der Langlebigkeit und Gesundheitsoptimierung haben sich solche Schlagworte im Mainstream etabliert.

Pasternak erklärte jedoch, dass sie im Allgemeinen nur für Spitzensportler, Künstler oder Menschen relevant seien, die sich von einem Herzinfarkt oder einer Herzoperation erholen.

Ebenso rät Pasternak: Wenn ihr einen tragbaren Gesundheits-Tracker wie den Oura-Ring oder das WHOOP-Armband nutzen, in der Hoffnung, euer Training zu „optimieren“, solltet ihr euch fragen, was ihr erreichen wollt und wie die Daten euch dabei helfen.

„Ich glaube, die Leute sind von Daten begeistert, ohne überhaupt zu verstehen, was diese Daten bedeuten und was sie dann damit anfangen sollen“, sagte er. Für normale Menschen ist es wahrscheinlich ausreichend, durch regelmäßiges Training im Laufe der Zeit fitter zu werden – das ist das einzige VO2max-Training, das notwendig ist.

Pasternak hält die tägliche Schrittzahl für „einen großartigen Messwert“ für jeden, da sie quantifiziert, wie viel man sich im Laufe eines Tages bewegt. Auf dieser Grundlage kann man entscheiden, wie man sie schrittweise steigern kann. „Ich denke, das ist ein Messwert, der für die Menschen Sinn ergibt und mit dem sie etwas anfangen können“, sagte er.

Seine Ansicht deckt sich mit der von Dr. Suzanne O’Sullivan, der Autorin von „The Age of Diagnosis“, in dem die Vor- und Nachteile von Gesundheitsdaten untersucht werden. Im April erklärte sie im „Intelligence Squared“-Podcast, dass sie zwar ihre Schrittzahl verfolge, gesunde Menschen sich jedoch nicht auf andere Kennzahlen verlassen sollten.

Es ist zudem allgemein anerkannt, dass 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive körperliche Aktivität pro Woche mit einem geringeren Risiko für viele chronische Erkrankungen verbunden sind, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verschiedene Krebsarten.

„Machen wir uns keine Gedanken darüber, in welcher Zone wir uns befinden. Lasst uns einfach jeden Tag mehr körperlich aktiv sein“, sagte Pasternak.

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