Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Russische Drohne trifft Zug mit fast 600 Passagieren
Aktualisiert am 23.08.2026 – 14:51 UhrLesedauer: 25 Min.
Ein ukrainischer Zug nach einem russischen Angriff (Archivbild): Immer wieder treffen Drohnen aus Russland Passagierzüge in der Ukraine. (Quelle: Uncredited/Ukrainian Railway Press Office via AP/dpa/dpa-bilder)
Selenskyj reagiert auf eine Forderung eines Ex-Ministers. Eine russische Drohne trifft einen ukrainischen Passagierzug. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Russische Drohne kracht in Passagierzug nach Odessa
Beim Einschlag einer russischen Drohne in einen Zug auf dem Weg nach Odessa sind fast 600 Passagiere mit dem Schrecken davongekommen. Die Lokomotive des Zugs mit der Nummer 147 von Schytomyr nach Odessa geriet laut Behörden bei einem Drohneneinschlag in Brand. Niemand sei verletzt worden. In dem Zug hätten sich 593 Menschen befunden, darunter 15 Kinder. Sie alle seien mit Bussen nach Odessa gebracht worden, teilte Militärgouverneur Oleh Kiper mit.
Kiper sprach von einem gezielten Angriff der Russen auf den Zug. Während der Evakuierung habe es zudem eine zweite Attacke gegeben. Erst Mitte August waren bei einem russischen Angriff auf einen Passagierzug in der Region Odessa im Süden der Ukraine ein Lokführer und sein Assistent getötet worden.
Bei einem anderen Drohnenangriff im Osten der Ukraine in Charkiw wurden Behörden zufolge sieben Menschen verletzt. Die ukrainische Flugabwehr sprach von insgesamt 127 russischen Drohnenangriffen. Die meisten seien abgewehrt worden.
Selenskyj: Deshalb greifen wir das „russische Amazon“ an
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erklärt, warum sein Land den russischen Onlinehändler Wildberries gezielt angreift. Der Konzern werde auch für die Lieferung von Militärgütern genutzt und erwirtschafte große Einnahmen für Russland, sagte Selenskyj. Die Operation sei „sehr sorgfältig kalkuliert“ gewesen. Lesen Sie hier mehr dazu.
Norwegen sagt erneute Milliarden-Hilfe zu
Norwegen will die Ukraine im Haushaltsjahr 2027 mit weiteren 85 Milliarden Kronen unterstützen. Umgerechnet sind das 7,82 Milliarden Euro. Die Summe entspreche dem Betrag für das Jahr 2026, teilte die Regierung des skandinavischen Landes mit.
Selenskyj: Wahlen im Krieg würden die Ukraine „spalten“
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Forderung von Ex-Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow nach Neuwahlen im Krieg zurückgewiesen. „Ich glaube, dass Wahlen als solche in einem Krieg wie diesem ein großes Risiko darstellen“, sagte Selenskyj in am Sonntag veröffentlichten Äußerungen vor Journalisten. Er warnte vor einem „Tsunami für das Land, der die Ukraine spalten wird“.
Wadephul macht Ukraine Hoffnung auf Patriot-Raketen
Bundesaußenminister Johann Wadephul hat der Ukraine bei einem Besuch in Kiew weitere humanitäre Hilfe von 50 Millionen Euro zugesichert und ihr Hoffnung auf zusätzliche Mittel für die Luftverteidigung gemacht. Der CDU-Politiker versicherte, dass er weiterhin versuchen werde, Bündnispartner zur Abgabe von Patriot-Abwehrraketen zu bewegen. Auch einen weiteren Beitrag der Bundeswehr schloss er nicht aus. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) müsse „gemeinsam mit seinen Fachleuten in die Bestände gucken und schauen, ob noch etwas möglich ist“.
