AfD-Chefin Alice Weidel hat im ZDF-Sommerinterview einen Austritt Deutschlands aus dem Euro und dem Schengenabkommen angekündigt. Zugleich griff sie die CDU scharf an. Wegen ihrer Abgrenzung zur AfD, der sogenannten Brandmauer, werde die CDU »keine einzige Bundestagswahl mehr gewinnen«, sagte Weidel. Für den Fall einer Regierungsbeteiligung der AfD kündigte sie an: »Wir werden auch im Bund regieren.«
Die AfD stehe zu ihrer Forderung, aus dem Eurosystem auszusteigen, sagte Weidel. Der Euro sei eine »instabile Währung« und eine »Weichwährung«. Deutschland sei es vor der Einführung der Gemeinschaftswährung »deutlich besser« gegangen. Die AfD sehe eine »breite Verarmung arbeitender Bevölkerungsschichten«.
Auch bei der Migration kündigte Weidel einen deutlich härteren Kurs an. Die AfD werde die deutschen Grenzen »zumachen« und dafür sorgen, dass Deutschland aus dem Schengenabkommen aussteige. »Dieser Vertrag wird aufgekündigt«, sagte sie. Die offenen Grenzen gefährdeten aus ihrer Sicht die innere Sicherheit. Schengen sieht grundsätzlich den Wegfall von Kontrollen an den Binnengrenzen der teilnehmenden Staaten vor. Deutschland führt allerdings bereits wieder Kontrollen an seinen Grenzen durch.
Alice Weidel zeigt sich siegessicher in Sachsen-Anhalt
Weidel kritisierte zudem die europäische Asylpolitik. Es gebe zu viel illegale Zuwanderung, und Deutschland habe »keine Rechtssicherheit mehr«. Deutschland müsse mehr Menschen abschieben und weniger Ausländer einbürgern. Alle 1,3 Millionen in Deutschland lebenden Syrer würden »zurückgeführt in ihre Heimat«, sagte Weidel.
Mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern zeigte sich Weidel siegessicher. »Wir werden in Sachsen-Anhalt die Regierung stellen«, sagte sie. In Sachsen-Anhalt wird am 6. September gewählt, am 20. September folgen Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. In Umfragen liegt die AfD in Sachsen-Anhalt derzeit mit mehr als 40 Prozent deutlich vorn. Auch bundesweit liegt sie derzeit in Umfragen vor der CDU. Bei der Forschungsgruppe Wahlen kommt die AfD auf 27 Prozent, die CDU auf 22 Prozent.
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