Im Dezember 2025 genehmigte die Europäische Kommission die staatliche Förderung für Fab4Micro. Unterstützt wird eine neue Open-Foundry-Anlage am bestehenden Erfurter Standort, die bestehende MEMS-Kompetenzen mit innovativen Packaging- und Integrationsverfahren kombinieren soll. Die EU wertet die Anlage als First-of-a-kind im europäischen Binnenmarkt, gemeint ist nicht die erste Chipfabrik Europas insgesamt, sondern die konkrete Kombination der angebotenen Fertigungsverfahren, die in dieser Form bislang nicht verfügbar war.
Besonders relevant: Die Fabrik soll Fertigungsdienstleistungen auch für fabless Halbleiterunternehmen, Start-ups und KMU bereitstellen, also für Firmen, die Chips oder Mikrosysteme entwickeln, aber keine eigene Fabrik besitzen. Am 23. Juni 2026 überreichten Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, Wirtschaftsministerin Colette Boos-John und Erfurts Oberbürgermeister Andreas Horn den entsprechenden Förderbescheid über 127,4 Millionen Euro, davon rund 80,3 Millionen vom Bund und 47,1 Millionen vom Freistaat Thüringen. Diese Summe ist die öffentliche Förderung, nicht die Gesamtinvestitionssumme des Projekts und schon gar nicht Porrs Auftragswert, beide Zahlen sind öffentlich nicht beziffert. Eingebettet ist das Vorhaben in den European Chips Act, mit dem die EU insgesamt mehr als 52 Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Investitionen mobilisiert hat, während laut SEMI World Fab Forecast die weltweiten Ausgaben für Fab-Ausrüstung bis 2027 um neun Prozent auf 166 Milliarden US-Dollar steigen sollen.