Senegal und Mauretanien haben innerhalb weniger Tage mehr als 750 Menschen auf dem Weg über den Atlantik nach Europa gestoppt. Allein die senegalesische Marine fing am Samstag ein Boot mit 210 Menschen ab. Einige von ihnen hatten nach Angaben der Marine ernsthafte gesundheitliche Probleme. Bereits am Donnerstag waren vor der Küste Senegals weitere 246 Menschen aufgegriffen worden.

Santi Palacios/AP/Keystone

Flüchtlinge und Migranten in einem Schlauchboot auf dem Meer (Symbolbild)

Santi Palacios/AP/Keystone

Auch Mauretanien verstärkt die Kontrollen auf der sogenannten Kanaren-Route. Die dortige Küstenwache rettete am Mittwoch 315 Menschen aus einem Holzboot, das in Gambia gestartet war. Unter den Passagieren befanden sich auch Säuglinge. Damit wurden binnen weniger Tage mindestens 771 Menschen an der Weiterfahrt gehindert oder aus Booten gerettet.

Die Atlantikroute von Westafrika auf die spanischen Kanarischen Inseln gehört zu den gefährlichsten Migrationswegen nach Europa. Allein von Senegal aus müssen die Boote je nach Ausgangspunkt bis zu rund 1500 Kilometer über den offenen Atlantik zurücklegen. Immer wieder sterben Menschen bei der Überfahrt.

Zuletzt ist die Zahl der Ankünfte allerdings deutlich gesunken. Nach dem Rekordjahr 2024 erreichten bis Mitte Juli dieses Jahres rund 4400 Menschen irregulär über die Atlantikroute die Kanaren. Nach Angaben der Vereinten Nationen entspricht das einem Rückgang von etwa 60 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Als ein Grund gelten die verschärften Kontrollen an der westafrikanischen Küste. Hinzu kommen Vereinbarungen, mit denen Spanien und die EU-Staaten Nord- und Westafrika stärker in die Begrenzung der Migration einbinden.