Musik direkt aus der KI: Bei Spotify, Deezer oder auch Apple Music ist das längst keine Seltenheit mehr. Musiker, Nutzer und manche Plattenfirmen fordern seit Längerem eine Kennzeichnungspflicht, auch weil die Streamingdienste mit solchem Material überflutet werden. Nachdem Apple bereits im März Einreicher von Musik dazu aufgefordert hatte, die Kennzeichnung mitzuteilen, beginnt nun demnächst die Öffentlichmachung. Das berichtet der Musikfachdienst Billboard. Die sogenannten AI Transparency Tags werden demnach „noch in diesem Jahr“ publiziert.

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Plattenfirmen und Distributoren sind am Drücker

Laut Bericht schickte Apple seinen Kunden aus der Musikindustrie einen entsprechenden Hinweis. Gekennzeichnet werden Titel, die „wesentlich mit KI generiert“ wurden. Dies gilt für Inhaltelieferanten wie Plattenfirmen und Distributoren. Dabei geht es nicht nur um die Songs selbst, sondern auch um Covergestaltung, Komposition und Musikvideos. Apple betont, man arbeite explizit mit den Inhaltelieferanten zusammen, weil diese in der besten Position seien, „zu wissen, wie ihre Inhalte generiert wurden“ und wann AI Transparency Tags verwendet werden sollten. „Wir definieren von einer KI-Plattform generierte Inhalte als alles, was in erster Linie aus einem generativen KI-Dienst stammt“, schreibt Apple.

Die Anzahl an KI-generierten Inhalten wächst massiv. Der europäische Musikdienst Deezer hatte im April mitgeteilt, dass die Plattform pro Tag (!) bis zu 75.000 KI-Tracks erhält – mittlerweile dürften es noch mehr sein. Das waren damals 44 Prozent aller eingereichten Tracks. Das Streaming bei KI-Musik erfolgt laut Deezer zudem oft betrügerisch – angeblich bis zu 85 Prozent aller Hörvorgänge bei KI-Musik sind laut dem Unternehmen Fake und dienen nur dazu, Lizenzeinnahmen zu generieren.

Apple kocht seine eigene KI-Suppe

Apples eigenes System ist anders als jenes, das von den Musikindustrievereinigungen RIAA, IFPI und weiteren Stakeholdern kürzlich vorgeschlagen wurde. Dort sieht man vor, zwei unterschiedliche Tags zu schaffen: Eines, das KI-generierte Titel umfasst („AI-generated“) – etwa wenn Instrumental- und Gesangteil gepromptet wurden – und eines, das verwendet wird, wenn KI nur assistiert („AI-assisted“). Apples Vorschlag geht noch darüber hinaus.

Apple-Music-Chef Oliver Schusser hatte im April gegenüber Billboard mitgeteilt, Apple nutze intern KI-Erkennungssysteme, um zu prüfen, ob KI-Musik geliefert wird. Allerdings sieht man die Verantwortung des Labeling bei den Inhaltelieferanten. KI-Musik selbst werde in Apple Music „kaum“ genutzt, angeblich liege der Anteil bei unter 0,5 Prozent.

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(bsc)

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