Tesla hat das Model 3 abgespeckt und bietet es zum Kampfpreis an. Ab 36.990 Euro ist man dabei. Wo hat der US-Autohersteller gespart, um auf diesen Preis zu kommen?

Gleich vorweg: Der Blinkerhebel wurde beim neuen Model 3 Standard nicht eingespart. Tesla änderte im Oktober 2025 seine Produktpalette und führte neue, günstigere Einstiegsmodelle ein. Sowohl beim Model Y als auch beim Model 3 heißen die billigsten Versionen jetzt Standard. Darüber gibt es die Premium- und Performance-Varianten. Spannend blieb, was genau Tesla bei den Standard-Modellen rausschmeißt, um sie zu einem günstigeren Preis anbieten zu können. Gerüchten zufolge sollte etwa das Glasdach verschwinden und durch Blech ersetzt werden. „Die Presse“ konnte mit dem neuen Model 3 Standard eine kleine Probefahrt machen und hat gesucht, was fehlt.

Das Glasdach ist noch da. Gespart wird woanders. So gibt es keine Ambientebeleuchtung im Standard. Zugegeben, der Verlustschmerz deswegen ist nicht besonders groß. Das hintere Display für die zweite Reihe ist rausgeflogen. Außerdem wurde bei den Sitzen gespart. Sie sind zum Teil aus Stoff. Das ist ebenfalls kein großer Verlust, denn nicht jeder mag Ledersitze, die im Winter eiskalt sind. Allerdings ist die Sitzfläche eine Spur zu weich ausgelegt und eine Belüftung für die heißen Sommermonate gibt es nicht. Zwar sind Fahrer und Beifahrersitz nach wie vor elektrisch verstellbar, nur läuft das nicht mehr seitlich über Knöpfe, sondern über das zentrale Display in der Mitte. Auch das ist verkraftbar. Denn wie in den Premium-Modellen lassen sich die Sitzeinstellungen zu jedem Fahrer speichern und das Easy-Entry (der Sitz fährt zum bequemen Ein- und Aussteigen in eine gewünschte Position) gibt es auch noch.

Die Sitzeinstellung wird im Model 3 Standard über den Touchscreen erledigt.

Die Sitzeinstellung wird im Model 3 Standard über den Touchscreen erledigt. 

Aber, das Lenkrad tut das nicht mehr. Das lässt sich im Gegensatz zu den Premiums nicht mehr elektrisch verstellen, sondern ganz klassisch und mechanisch über einen Hebel unterm Lenkrad. Das schmerzt schon ein bisschen. Dafür ist das Model 3 Standard RWD aber mit 36.990 Euro um 8000 Euro billiger als das nächstteuere Model 3 Premium RWD.

Und die Fahreigenschaften? Ja, die unterscheiden sich vom Premium RWD kaum. Wir waren aber nur gut 100 Kilometer damit unterwegs. Das Auto bringt seine Kraft über die Hinterräder satt auf die Straße und beschleunigt in 6,2 Sekunden von null auf 100 km/h. Tesla ist ja mit technischen Daten immer recht geizig. Die meist sehr gut informierte EV-Database weist dem Model 3 Standard 283 PS und 420 Nm Drehmoment aus. Das ist genug für typischen Tesla-Spaß am Beschleunigungsstreifen auf der Autobahn.

Klarerweise ist die Reichweite beim Standard die kleinste. Aus einem 60-kWh-LFP-Akku (netto) holt das Model 3 534 WLTP-Kilometer heraus. In der Realität sind das dann je nach Fahrverhalten, Strecke und Wetter in etwa 350 bis 450 km. Der Testverbrauch auf der kleinen Spritztour lag bei 17 kWh/100km. Das allerdings auf der Autobahn bei eisigen Temperaturen.

Die Sitze sind teils aus Kunstleder und Stoff, beheizbar, aber nicht lüftbar, wie bei den Premium-Modellen.

Die Sitze sind teils aus Kunstleder und Stoff, beheizbar, aber nicht lüftbar, wie bei den Premium-Modellen. Tesla

Softwareseitig gibt es zwischen Standard und Premium keine Unterschiede, hier sind alle serienmäßigen Spielereien dabei. Gegen Aufpreis gibt es den Enhanced Autopiloten mit der Herbeirufenfunktion. Fazit: Für 36.990 Euro bekommt man mit dem Model 3 Standard noch immer recht viel Tesla.

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