In der Bundesliga-„Kaugummi“-Runde vier, die sich bis zum 2. September hinzieht, wenn die letzten beiden Spiele absolviert sind, waren am Wochenende neben den beiden Klubs aus Vorarlberg auch alle drei aus der Steiermark im Einsatz. Während der GAK 1902 dabei auch im dritten Auswärtsspiel ohne Tor und Punkt blieb, gab es für den TSV Hartberg endlich Zählbares. Das Schopp-Team stoppte seine Torsperre und holte mit dem 2:1-Sieg in Altach die ersten Punkte. Mit einem 1:1-Heimremis hatte sich Vizemeister SK Sturm Graz gegen starke Lustenauer zu begnügen. Nachfolgend die Nachlese für Teil eins von Runde 4. 

Geschafft! Im 66. Anlauf gelang Benjamin Markuš der erste Bundesligatreffer. Und dann auch noch das 2:1-Siegestor Last-minute auswärts beim heimstarken SCR Altach, ohnehin ein „Lieblingsgegner“ des TSV Hartberg.

Bann gebrochen bei Benjamin Markuš 

Seedy Jatta hat beim 1:1 des SK Sturm gegen Aufsteiger SC Austria Lustenau erneut seine Torgefahr unter Beweis gestellt. Für den Grazer Angreifer war es bereits das 13. Bundesliga-Tor im Trikot des Vizemeisters. Eine auffällige Bilanz begleitet seine Treffer: In bislang zwölf Spielen, in denen der 23-jährige Norweger für die Steirer erfolgreich war, blieb seine Mannschaft stets ungeschlagen. Neun dieser Partien endeten mit einem Sieg, drei mit einem Remis.

Auch Dominik Weixelbraun setzte im Samstagspiel in Liebenau einen persönlichen Akzent. Der vom SK Rapid ausgeliehene Niederösterreicher erzielte sein zweites Bundesliga-Tor. Damit war der 22-jährige Außenstürmer in dieser Saison bereits an drei der bislang fünf Vorarlberger Treffer unmittelbar beteiligt.

Pape Sissoko entwickelt sich unterdessen für die SV Oberbank Ried zum verlässlichen Torschützen vom Punkt. Nach seinem ersten Treffer eine Woche zuvor bei der 1:4-Auswärtsniederlage gegen den LASK verwandelte der 20-jährige Malier gegen den GAK den entscheidenden Elfmeter zum „Goldtor“ beim 1:0-Heimsieg, der den Innviertlern den ersten Dreier in der noch jungen BL-Saison beschert. Für Ried war es seit dem Bundesliga-Aufstieg vor einem Jahr bereits der zehnte Strafstoß – kein anderes Team erhielt in diesem Zeitraum mehr Elfmeter. Sturm Graz folgt mit neun zugesprochenen Strafstößen.

Für eine besonders seltene Torpremiere sorgte Benjamin Markuš. Der 25-jährige Slowene des TSV Hartberg traf in seinem 67. Bundesliga-Einsatz erstmals. Dafür benötigte der Rechtsfuß 32 Schüsse. Unter den aktuell in der Bundesliga aktiven Spielern haben lediglich seine Teamkollegen Paul Komposch und der Rieder Lukas Malicsek noch länger auf ihr erstes Tor gewartet: Komposch steht bei 69, Malicsek bei 71 Einsätzen.

Guerti und Maart mit herausragenden Zweikampfwerten

Auch die individuellen Statistiken der Runde liefern bemerkenswerte Zahlen. GAK-Neuzugang Ismael Guerti gewann bei der 0:1-Niederlage der Grazer Athletiker in Ried insgesamt 13 Zweikämpfe. Damit stellte der 22-jährige Marokkaner den Bestwert in Teil eins des vierten Spieltags auf.

Auf Rieder Seite überzeugte Yusuf Maart (Foto) mit makelloser Bilanz: Der 31-jährige, zentrale Mittelfeldspieler gewann sämtliche fünf Zweikämpfe, an denen de Südafrikaner beteiligt war. Vier davon entschied er am Boden für sich, einen weiteren in der Luft.

Sturm, Ried und Hartberg schreiben ihre Serien fort

Historisch bemerkenswert verlief die erste Hälfte der vierten Runde auch für mehrere Mannschaften. Fabio Ingolitsch verlor in seinen ersten 19 Bundesliga-Spielen als SK Sturm-Cheftrainer lediglich eine Partie (im Februar in Innsbruck gegen die WSG Tirol). Neun Begegnungen gewann sein Team, neun weitere endeten remis. Damit weist der 34-jährige Salzburger nach 19 Spielen die beste entsprechende Bilanz eines Sturm-Trainers in der Bundesliga-Historie auf. Zuletzt hatte Matthias Jaissle 2021 mit dem FC Red Bull Salzburg nach 19 Partien ebenfalls nur eine Niederlage auf dem Konto.

Die SV Oberbank Ried behauptete ihre starke Heimbilanz gegen den GAK 1902. Seit mittlerweile sieben Bundesliga-Heimspielen sind die Innviertler gegen die Grazer ungeschlagen – fünf Siege stehen zwei Unentschieden gegenüber. Eine Heimniederlage gegen die Rotjacken gab es zuletzt im Mai 2003, als Ried mit 1:3 verlor.

Auch der TSV Hartberg kann auf eine bemerkenswerte Serie verweisen. Gegen den SCR Altach sind die Oststeirer mittlerweile seit elf Bundesliga-Duellen ohne Niederlage. Fünf dieser Spiele gewannen die Blau-Weißen, sechs endeten unentschieden. Eine ebenso lange Serie gelang dem TSV in der Bundesliga bislang nur gegen den LASK – zwischen 2020 und 2024.

Für Sturm Graz endete schließlich eine außergewöhnliche Erfolgsserie gegen Austria Lustenau. Im 17. Bundesliga-Duell mit den Vorarlbergern blieb der Grazer Klub erstmals seit der ersten Begegnung im Jahr 1997 sieglos und kam beim 1:1 gegen die starken Gäste sogar mit einem „blauen Auge“ davon. Zuvor hatte Sturm acht Siege in Folge gefeiert und dabei ein Torverhältnis von 35:4 erzielt. Besonders bemerkenswert: Auch in einem Heimspiel gegen Lustenau hatte Sturm bis zu diesem Duell noch keinen einzigen Punkt abgegeben.

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Fotocredit: Ripu-Sportfotos und Gepa-Admiral