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Hitzesommer fordert mindestens 35’000 zusätzliche Tote in Europa
Neue Zahlen zeigen das Ausmass des Hitzesommers. Die Schweiz ist mit 220 zusätzlichen Todesfällen erfasst – doch ihre Bilanz reicht nur bis Ende Juni.
Publiziert heute um 09:06 Uhr LinkedIn Link kopiert Error occurred Facebook Link kopiert Error occurred X Link kopiert Error occurred E-Mail Link kopiert Error occurred Link kopieren Link kopiert Error occurred
Die hohen Temperaturen haben in Europa zu einer markanten Übersterblichkeit geführt. Im Bild: Der Münsterplatz in Zürich.
Foto: Patrick Gutenberg
In Kürze: Mindestens 35’000 Menschen starben in Europa während der Hitzewellen im Sommer.Deutschland verzeichnet mit rund 14’000 Todesfällen die schlimmste Hitzebilanz seit Messbeginn.Die Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Augustdaten noch fehlen.In der Schweiz wurden bislang 220 zusätzliche Todesfälle für die Junihitzewelle gezählt.
Vier Hitzewellen in einem Sommer – und die Bilanz ist noch längst nicht vollständig. Mindestens 35’000 Menschen mehr als statistisch erwartet sind während der Hitzewellen in Europa gestorben. Dabei liegen erst aus knapp der Hälfte des Kontinents Zahlen vor.
Das zeigt eine aktuelle Auswertung des britischen «Guardian». Besonders hoch ist die Übersterblichkeit in Deutschland, Frankreich und Spanien: Allein in diesen drei Ländern liegt die bisherige Zahl bei mehr als 25’000. Die Hitzewellen folgten seit Mai dicht aufeinander und brachen an Hunderten Wetterstationen historische Temperaturrekorde.
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Doch die europäische Bilanz ist nur eine Momentaufnahme. Viele Länder haben ihre Zahlen für August noch nicht veröffentlicht, andere verfügen erst über vorläufige Daten. Zudem erfasst die Zusammenstellung lediglich knapp die Hälfte des Kontinents.
Die tatsächliche Zahl dürfte deshalb deutlich höher liegen. Wie hoch, lässt sich derzeit nicht beziffern.
Rekordhohe Übersterblichkeit in Deutschland
Besonders deutlich zeigt sich das Ausmass in Deutschland. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass zwischen dem 6. April und dem 9. August rund 14’000 Menschen hitzebedingt gestorben sind. Allein in der Woche vom 22. bis 28. Juni waren es demnach 9600.
Damit erlebt Deutschland den tödlichsten Hitzesommer seit Beginn dieser Erfassung. Der bisherige Höchstwert lag bei 8900 hitzebedingten Todesfällen im Jahr 2018. In gewöhnlichen Sommern bleibt die Zahl laut Robert Koch-Institut häufig unter 2000.
Auch andere grosse europäische Länder melden hohe Werte. Das spanische Gesundheitsinstitut Carlos III rechnet seit Mai mit 4947 Todesfällen, die der Hitze zugeschrieben werden können. In Frankreich wurden zwischen Ende Mai und dem 22. Juli rund 7300 zusätzliche Todesfälle registriert. Anders als in Deutschland und Spanien ist dabei allerdings noch nicht abschliessend geklärt, wie viele davon tatsächlich auf die Hitze zurückzuführen sind.
Wie schnell die Bilanz wächst, zeigt ein Vergleich mit dem Juli. Mitte des Monats kam eine Analyse der Nachrichtenagentur AFP für die damalige Hitzewelle noch auf mindestens 12’000 zusätzliche Todesfälle in neun europäischen Ländern. Seither sind weitere nationale Daten hinzugekommen – und der Sommer hat weitere Hitzewellen gebracht.
220 zusätzliche Todesfälle in der Schweiz
Auch die Schweiz ist in der europäischen Bilanz enthalten. Der «Guardian» nennt für die letzte Juniwoche 220 zusätzliche Todesfälle.
Besonders betroffen waren ältere Menschen. Laut dem Bundesamt für Statistik starben bei den über 65-Jährigen 16 Prozent mehr Menschen als statistisch erwartet. Einen ähnlich deutlichen Ausschlag im Sommer hatte es zuletzt im Juli 2015 gegeben.
Die europäische Bilanz dürfte weiter steigen. Die mindestens 35’000 zusätzlichen Todesfälle sind eine Untergrenze: In vielen Ländern fehlen die Augustdaten, Italien hat noch keine konsolidierte nationale Bilanz.
Auch für die Schweiz bleibt eine entscheidende Frage offen: Die bisher genannten 220 Todesfälle beziehen sich weiterhin nur auf die Hitzewoche Ende Juni. Wie viele Todesfälle die Hitze über den gesamten Schweizer Sommer gefordert hat, ist noch nicht bekannt.
Die tödlichen Folgen der Hitzewellen
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