Mit einer eher düsteren Zeitdiagnose hat sich Papst Leo XIV. an diesem Mittwoch zu Wort gemeldet. „Die Welt durchlebt derzeit eine besonders turbulente Zeit“, sagte er zu lutherischen Besuchern aus Norwegen im Vatikan.

Papst: Liturgie muss Glauben, Liebe und Frieden nähren

Papst Leo XIV. übermittelt den Teilnehmern der 76. Nationalen Liturgiewoche in Italien seine Grüße und fordert die Kirche auf, der Liturgie wieder ihren zentralen Platz in der …

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

„Es scheint eine wachsende Feindseligkeit zwischen den Völkern zu geben. Sie zeigt sich nicht nur in internationalen Konflikten und Auseinandersetzungen, sondern auch innerhalb einzelner Länder. Ein Zeichen dafür ist die Verbitterung, die die politische und gesellschaftliche Debatte oft prägt.“

Die Worte des Papstes stehen in Kontrast zu Äußerungen, die er sonst gerne tätigt. So rief er 2025 in seiner ersten Predigt als Papst mit einem Zitat des hl. Augustinus dazu auf, man solle sich nicht über seine Zeit beschweren, denn „wir sind die Zeit“. Seiner ersten Enzyklika von Mitte Mai 2026 gab er den Titel „Magnifica humanitas“, also „Grossartige Menschheit“. Das klang an diesem Mittwoch etwas anders.

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„Heruntergekommener Zustand unserer Menschlichkeit“

„Angesichts des heruntergekommenen Zustands unserer Menschlichkeit ist es nur allzu leicht, eine feindselige Haltung gegenüber denen einzunehmen, mit denen wir nicht einer Meinung sind. Aus diesem Grund bedarf es einer gemeinsamen Anstrengung, um konkrete Wege der Versöhnung und der Geschwisterlichkeit zu suchen. In dieser Hinsicht zeigt uns Jesus einen anderen Weg und offenbart, dass Güte und Nächstenliebe die Kraft haben, zu entwaffnen.“

Leo XIV. ließ wissen, dass er gemeinsam mit Christen anderer Konfessionen nach Wegen suchen will, „um Gemeinschaft aufzubauen“. „Tatsächlich können uns auch kleine Gesten inspirieren und uns auf dem Weg der Versöhnung leiten.“

Bekenntnis zur Ökumene

Was dann folgte, war ein Bekenntnis zur sogenannten Ökumene der Tat. „Wie wir wissen, hat unser Herr zum himmlischen Vater für die Einheit seiner Jünger gebetet: ‚So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und sie ebenso geliebt hast, wie du mich geliebt hast‘ (Joh 17,23). Auf der Grundlage unserer gemeinsamen Taufe und unseres gemeinsamen Auftrags in der Welt bete ich darum, dass wir stets gemeinsam in unserem Dienst für die Förderung von Frieden und Gerechtigkeit wachsen mögen.“

(vatican news)