Eine Wohnanlage in der Innsbrucker Höttinger Au hat den Schritt von fossiler zu erneuerbarer Wärmeversorgung geschafft: Gutmann Energiesysteme und die TIGEWOSI haben in nur 16 Wochen 56 Einzelgasthermen durch eine zentrale Pelletsanlage ersetzt. Die Sanierung erfolgte im bewohnten Zustand und umfasste auch neue Wasserleitungen sowie Glasfaseranschlüsse für alle Wohnungen.

In der Wohnanlage Höttinger Au 72a wurde die Wärmeversorgung grundlegend modernisiert. Wo bisher 56 einzelne Gasthermen für Heizung und Warmwasser sorgten, übernimmt nun eine zentrale Pelletsanlage mit 250 Kilowatt Leistung die Versorgung der 56 Mietwohnungen.

Für die TIGEWOSI, die Tiroler Gemeinnützige Wohnungsbau- und Siedlungsgesellschaft, war dabei ein vollständiger Systemwechsel das Ziel. Statt die bestehenden Gasthermen einzeln zu ersetzen, wurde eine zentrale Lösung auf Basis erneuerbarer Energie umgesetzt.

„Das Projekt zeigt, wie sich die Dekarbonisierung bestehender Wohnanlagen mit konkreten Verbesserungen für die Bewohnerinnen und Bewohner verbinden lässt“, sagt Alexander Gutmann, Geschäftsführer der Gutmann GmbH.

250-kW-Pelletsanlage ersetzt 56 Gasthermen

Gutmann Energiesysteme plante und realisierte die neue Heizzentrale im Keller. Zum System gehören neben dem 250-kW-Pelletskessel auch Pufferspeicher und ein Brennstofflager. Moderne Wohnungsstationen versorgen die einzelnen Wohnungen bedarfsgerecht mit Wärme und Warmwasser.

Ein Elektrofilter reduziert zusätzlich die Feinstaubemissionen der Anlage. Für den Betrieb setzt man auf Pellets aus Tirol. Auch bei der Ersatzteilversorgung wurde auf kurze Wege und regionale Strukturen geachtet.

„Mit diesem Projekt setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt in der Dekarbonisierung unseres Gebäudebestands“, erklärt Edgar Gmeiner, Geschäftsführer der TIGEWOSI.

Die Zentralisierung bringt neben dem Wechsel auf erneuerbare Energie auch organisatorische Vorteile. Statt 56 einzelnen Heizsystemen muss künftig nur noch eine zentrale Anlage gewartet und betreut werden.

Sanierung bei laufendem Wohnbetrieb

Besonders anspruchsvoll war die Umsetzung, weil die Wohnanlage während der gesamten Bauzeit bewohnt blieb. Die Arbeiten wurden deshalb in zwölf Bauabschnitte aufgeteilt. Jeweils bis zu fünf Wohnungen waren gleichzeitig betroffen.

Um die Bewohnerinnen und Bewohner möglichst früh einzubinden, fanden bereits vor Beginn der Arbeiten Informationsgespräche in Kleingruppen statt. Während der Bauphase wurden die Haushalte über Aushänge, Newsletter und direkte Kommunikation über Termine und Einschränkungen informiert.

„Besonders freut uns, dass die Zusammenarbeit mit den Mieterinnen und Mietern trotz des massiven Eingriffs so problemlos funktioniert hat“, sagt Daniel Hechl, CFO und Mitglied der Geschäftsführung der Gutmann GmbH.

Nach 16 Wochen waren die Arbeiten abgeschlossen – innerhalb des vorgesehenen Kostenrahmens.

Neue Wasserleitungen und Glasfaser für 56 Wohnungen

Die Heizungsmodernisierung wurde zugleich genutzt, um weitere Teile der Infrastruktur zu erneuern. In der Wohnanlage wurden die Trinkwasserleitungen saniert und Glasfaserkabel bis in sämtliche Wohnungen verlegt.

Damit profitieren die Bewohnerinnen und Bewohner nicht nur von einer neuen zentralen Wärmeversorgung, sondern auch von einer modernisierten Wasserinfrastruktur und leistungsfähigen Datenanschlüssen.

Auch die langfristige Betreuung der neuen Heizanlage ist Teil des Projekts. Gutmann Energiesysteme übernimmt künftig die Wartung und technische Betreuung.

„Aus 56 Einzelwartungen pro Jahr wird eine zentrale Wartung. Das vereinfacht die Instandhaltung grundlegend“, erklärt Nikolaus Eller, Prokurist Wärme und Kälte bei Gutmann Energiesysteme.

Tiroler Know-how für die Dekarbonisierung

Bei der Umsetzung kamen zahlreiche regionale Partner zum Einsatz. Die Pellets stammen vollständig aus Tirol. Pelletskessel und Elektrofilter wurden von Unternehmen aus Oberösterreich geliefert. Ersatzteile werden bei Sublieferanten im Ober- und Unterland gelagert und können dadurch bei einem Ausfall rasch verfügbar gemacht werden.

Für TIGEWOSI und Gutmann zeigt das Projekt, wie die Dekarbonisierung bestehender Wohngebäude auch unter schwierigen Rahmenbedingungen umgesetzt werden kann. Entscheidend waren dabei die zentrale Wärmeversorgung, die kurze Bauzeit und die enge Abstimmung mit den Bewohnerinnen und Bewohnern.

Die Wohnanlage in der Höttinger Au steht damit beispielhaft für einen Weg, den auch andere Bestandsgebäude gehen könnten: weg von vielen einzelnen fossilen Heizsystemen und hin zu einer zentralen, erneuerbaren Wärmeversorgung.

In einer Wohnanlage in der Höttinger Au 72a in Innsbruck wurden seitens Gutmann Energiesysteme und TIGEWOSI im bewohnten Zustand gezielte technische Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt.

In einer Wohnanlage in der Höttinger Au 72a in Innsbruck wurden seitens Gutmann Energiesysteme und TIGEWOSI im bewohnten Zustand gezielte technische Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt. (Foto: Gutmann/Poscher)

Im Untergeschoss der Wohnanlage wurde eine zentrale Pelletsanlage mit einer Leistung von 250 kW installiert.

Im Untergeschoss der Wohnanlage wurde eine zentrale Pelletsanlage mit einer Leistung von 250 kW installiert. (Foto: Gutmann/Poscher)

Die neue Heizungszentrale umfasst neben dem Pelletskessel auch Pufferspeicher und ein Brennstofflager.

Die neue Heizungszentrale umfasst neben dem Pelletskessel auch Pufferspeicher und ein Brennstofflager. (Foto: Gutmann/Poscher)

Im Bild v.l.: Daniel Hechl (CFO und Mitglied der Geschäftsführung Gutmann GmbH), Alexander Gutmann (Geschäftsführer Gutmann GmbH), Marco Pertl (Heizungs- und Klimatechniker bei Gutmann Energiesysteme), Nikolaus Eller (Prokurist Wärme und Kälte bei Gu

Im Bild v.l.: Daniel Hechl (CFO und Mitglied der Geschäftsführung Gutmann GmbH), Alexander Gutmann (Geschäftsführer Gutmann GmbH), Marco Pertl (Heizungs- und Klimatechniker bei Gutmann Energiesysteme), Nikolaus Eller (Prokurist Wärme und Kälte bei Gutmann Energiesysteme), Edgar Gmeiner (Geschäftsführer TIGEWOSI), Thomas Wieser (Prokurist und Abteilungsleiter Objektverwaltung TIGEWOSI), Florian Rangger (Geschäftsführer TIGEWOSI) sowie Florian Auer (Baumeister bei der TIGEWOSI). (Foto: Gutmann/Poscher)

Gemeinsam erfolgreich: Das Projektteam von Gutmann Energiesysteme und TIGEWOSI setzte die Sanierung innerhalb von 16 Wochen um (v.l.): Nikolaus Eller (Prokurist Wärme und Kälte bei Gutmann Energiesysteme), Florian Auer (Baumeister bei der TIGEWOSI) u

Gemeinsam erfolgreich: Das Projektteam von Gutmann Energiesysteme und TIGEWOSI setzte die Sanierung innerhalb von 16 Wochen um (v.l.): Nikolaus Eller (Prokurist Wärme und Kälte bei Gutmann Energiesysteme), Florian Auer (Baumeister bei der TIGEWOSI) und Marco Pertl (Heizungs- und Klimatechniker bei Gutmann Energiesysteme). (Foto: Gutmann/Poscher)

Nikolaus Eller, Prokurist Wärme und Kälte bei Gutmann, zeigt den Brennstoff, mit dem die neue Anlage betrieben wird.

Nikolaus Eller, Prokurist Wärme und Kälte bei Gutmann, zeigt den Brennstoff, mit dem die neue Anlage betrieben wird. (Foto: Gutmann/Poscher)