„Ich hoffe, dass diese Kooperation überhaupt nie endet“, betonte Michael Häupl, der ehemalige Bürgermeister der Stadt Wien und Präsident des Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) am Mittwoch. Im Rahmen der Forschungskooperation der beiden Bundesländer arbeiten Forschungseinrichtungen aus Niederösterreich und Wien in mehreren Projekten regelmäßig zusammen. Das sei wesentlich, denn „Wissenschaft ist international“, sagte Häupl und fügte hinzu: „Eine gemeinsame Vorgehensweise zwischen Wien und Niederösterreich ist daher gerade im Bereich von Wissenschaft und Forschung notwendig“. Häupl forderte außerdem verlässliche Finanzierungsvereinbarungen.

Die Kooperation bestehe seit dem Jahr 2019. Seitdem wurden 17 gemeinsame Forschungsprojekte mit einem Gesamtvolumen von 11,7 Millionen Euro umgesetzt, informierte Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP). Das Land NÖ habe davon 4,1 Millionen Euro beigetragen. Bis Oktober 2028 stelle das Land Niederösterreich nun erneut drei Millionen Euro für die Forschungskooperation zur Verfügung.

Ein Bestandteil der Kooperation sei die Tatsache, dass über 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Wiener Forschungsinstitutionen an Außenstellen der BOKU oder der TU in Niederösterreich sowie an anderen niederösterreichischen Forschungseinrichtungen forschen und arbeiten. Außerdem können sich niederösterreichische Einrichtungen auch an Projekten des WWTFs beteiligen. Diese können sich mit 20 bis 49 Prozent beteiligen, wobei das Land den Anteil der niederösterreichischen Einrichtungen übernimmt. Bisher waren neun verschiedene niederösterreichische Forschungseinrichtungen in dieser Form beteiligt.

Wissenschaft soll auch für die Gesellschaft greifbar sein

Bisherige Themenschwerpunkte der Kooperation seien etwa Sicherheit, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sowie Gesundheit und Umwelt. Ein Ziel der Kooperation ist es außerdem, Wissenschaft auch der Gesellschaft näherzubringen. Dazu wurde vor zwei Jahren der Forschungsheurigen „Heurika“ in Wien und NÖ ins Leben gerufen, bei dem Forscherinnen und Forscher bei einem Heurigenabend über bestimmte wissenschaftliche Themen reden und sich mit der Bevölkerung dazu austauschen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seien in Niederösterreich immer dazu eingeladen, ihr Wissen zur Verbesserung des menschlichen Zusammenlebens einzusetzen und zu teilen, betonte Pernkopf.

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Beispielprojekt: Wie man auf Hass im Netz reagieren kann

Ein Beispiel für ein Kooperationsprojekt zwischen einer Wiener und einer niederösterreichischen Forschungseinrichtung ist das Projekt „ Young People Against Online Hate“ vom Institut für Creative Media Technologies der Hochschule für Angewandte Wissenschaft in St. Pölten und dem Department für Soziologie der Universität Wien.

Im Rahmen des Projekts wurde gemeinsam mit 300 Jugendlichen erarbeitet, wie man auf negative Kommentare bzw. auf Hassrede im Internet reagieren kann. Es wurde untersucht, wie man Gegenrede, also konternde Kommentare auf Hassrede, am besten einsetzt und so Zivilcourage in den sozialen Medien zeigt. „Gemeinsam mit den Jugendlichen haben wir unter anderem die App ‚CounterHelp‘ entwickelt, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz Empfehlungen für Gegenkommentare erstellt“, erklärt Projektleiter Matthias Zeppelzauer von der University of Applied Sciences St. Pölten. Bei Verwendung der App analysiert ein KI-Assistent also ein Hassposting und generiert mehrere Vorschläge für Gegenrede.