Champions League 

Wunder von Linz: LASK mit CL-Quali-Rekord – Celtics nächster Schock nach Almaty-Debakel

©IMAGO

Vor zehn Monaten steckte der LASK noch in der Krise, nun spielen die Oberösterreicher in der Champions League. Das eigentlich schon verloren geglaubte Qualifikations-Match gegen Celtic Glasgow nach 0:4-Rückstand wurde für Trainer Dietmar Kühbauer zum „Märchen“ oder „Hollywood-Film“. In Österreich spricht man tags darauf einfach nur vom „Wunder von Linz“.

LASK schlägt Celtic in der Champions-League-Qualifikaion

Mit einer 3:0-Führung waren die Schotten zum Rückspiel nach Linz gefahren und ließen zunächst auch dort nichts anbrennen. Callum McGregor erzielte nach 20 Minuten den Führungstreffer und baute den Vorsprung Celtics damit auf 4:0 aus. „Nach dem 0:1 sagst du: Pack die Geige ein“, meinte Kühbauer nach der Partie laut der Nachrichtenagentur „APA“. Auch der Ausgleichstreffer von Moses Usor (32.) dürfte die Einschätzung zunächst wenig verbessert haben.

„Wir hätten zur Halbzeit außer Sichtweite sein sollen“, konstatierte auf der anderen Seite Celtic-Trainer Martin O’Neill. „Wir haben zwei Großchancen vergeben und ihnen dann kurz vor der Pause noch einen Rettungsring zugeworfen – und kurz danach gleich noch einen.“ Robert Ljubicic (48.), Samuel Adeniran (58.) und Florian Flecker (90.) brachten die Linzer in die Verlängerung. Adeniran (109.) sorgte mit seinem zweiten Treffer für pure Ekstase in der mit 19.080 Fans ausverkauften Arena. Dass der Stürmer kurz darauf sogar noch einen Elfmeter verschoss, blieb eine Randnotiz. „Nach dem 2:1 haben sie großartig gespielt, Celtic war nicht mehr vorhanden“, sagte Kühbauer. „Beim 4:1 ist das Dach fast weggeflogen.“

LASK mit CL-Quali-Rekord – Celtics nächster Schock

Es war erst das dritte Mal in der Geschichte der Champions-League-Qualifikation, dass es einem Team gelang, ein 0:3 aus dem Hinspiel noch umzukehren. Widzew Lodz hatte es 1999 gegen Lovech u. a. mithilfe eines Doppelpacks von Artur Wichniarek kurz vor dessen Wechsel zu Arminia Bielefeld geschafft – damals im Elfmeterschießen. Ebenso KF Tirana 2003/04 gegen Dinamo Tiflis. 1997/98 war es als erster Mannschaft PSG geglückt, Steaua Bukarest nach 0:3 noch 5:3 zu schlagen. In keiner dieser Partien geriet das Comeback-Team – wie LASK am Dienstag – zwischenzeitlich sogar mit vier Toren in Rückstand.

Celtic hat ebenfalls Erfahrung mit dem Weiterkommen in der CL-Quali trotz Drei-Tore-Rückstands. Gegen Legia Warschau (2014/15) verloren sie nach dem 1:4 im Hinspiel in Polen zwar auch das Rückspiel in Glasgow, doch der in der 86. Minute von Legia eingewechselte Bartosz Bereszyński war nicht spielberechtigt. Daraufhin wurde die Partie mit 3:0 für Celtic gewertet. Damals gab es noch die Auswärtstorregel, die die Schotten eine Runde weiterbrachte (zu den größten Comebacks in der CL-Quali nach verlorenem Hinspiel).

Die Pleite in Linz ließ bei Celtic jedoch eher die schlimmen Erinnerungen an die vergangenen Jahre hochkommen – insbesondere das Debakel in Kasachstan 2025. Schon 2018, 2019, 2020 und 2021 erreichte man, aus der Quali kommend, nicht die Endrunde der Königsklasse. Gegen Kairat Almaty im vergangenen Jahr war es jedoch besonders bitter. Nach zwei torlosen Partien vergab Celtic im Elfmeterschießen dreimal vom Punkt. „Wir haben bekommen, was wir verdienen“, räumte Torschütze McGregor nach dem nächsten Quali-Schock in Linz ein und entschuldigte sich bei den Fans. Trainer O’Neill befand: „Wir spielen zwar in der Europa League, aber das ist heute Abend kein Trost. Es herrschte eine positive Stimmung, und das macht die heutige Enttäuschung umso größer.“

Kühbauer: Real Madrid wäre „wunderbar“

Als Celtic im letzten Jahr gegen Kairat die Champions-League-Hoffnungen begraben musste, bekamen die Kasachen in der Königsklasse Real Madrid zugelost. Dagegen hätte auch Coach Kühbauer nichts einzuwenden: „Wir nehmen eh das, wie es kommt. Und wenn Real Madrid dabei ist, wunderbar. Ich meine, die Champions League werden wir nicht gewinnen, das ist einmal gewiss. Aber wir wollen dann diese Spiele genießen mit dem Publikum.“ Doppeltorschütze Adeniran meinte: „Welche Mannschaften auch immer wir zugelost bekommen, es werden Weltklasse-Mannschaften sein. Und ich werde meinen Kindern eines Tages erzählen können, dass ich gegen die gespielt habe.“

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