Nach der Installation zum FPÖ-Finanzskandal hat das Künstlerkollektiv Blütenzauber Feuer gefangen. Man will dranbleiben und Dinge schaffen, „die unsere Welt besser machen“.
Ein Mosaik aus 90.000 eigens siebgedruckten „Falschen Zwanzigern“ zierte Ende Juni im Vorfeld der Graz-Wahl den Hauptplatz. Die Zahl ist kein Zufall. Das „Blaue Wunder“, wie das Kunstwerk heißt, war ein Hinweis auf 1,8 Millionen Euro vermutete Schadenssumme im Grazer FPÖ-Finanzskandal. Dahinter steht das Kollektiv Blütenzauber – ein Zusammenschluss aus Grazer Künstlerinnen und Künstlern.
Das „Blaue Wunder“ war das erste Werk der Gruppe. In der Kunsthalle in der Conrad-von-Hötzendorf-Straße stellten sie es am Dienstag noch einmal vor. „Die Aktion war der Startschuss für das Kollektiv“, erzählt Initiator Gernot Passath bei der Veranstaltung. Fest steht: Man will weitermachen. Wie und in welcher Form, wollte Passath noch nicht verraten. „Wir sind ein offenes Kollektiv. Jeder, der Lust hat, kann sich uns gerne anschließen“, meint er. Künftig will die Gruppe Menschen helfen, die Ideen haben, aber nicht wissen, wie die Umsetzung gelingen kann.
© Mw90.000 falsche Scheine symbolisierten die vermutete Schadenssumme von 1,8 Millionen im FP-FinanzskandalWer ist Blütenzauber?
Mehr als 40 Menschen waren an der Aktion im Juni am Hauptplatz beteiligt. „Viele denken, wir alle kommen aus einer gewissen Bubble, aber das stimmt nicht“, meint Passath. Blütenzauber gehören neben Künstlerinnen und Künstlern auch Menschen an, die in etwa in Bildung, Sport, Gesundheit und Handel tätig sind. „Von außen heißt es immer ‚Das sind alles Sandler, die sowas machen‘. Das stimmt aber nicht immer“, sagt Passath grinsend.
Parteipolitisch sind alle Beteiligten unabhängig. Dennoch hat das Kollektiv eine klare politische Schlagseite. „In Zeiten von Rechtsruck und wieder erstarkendem Faschismus ist es wichtig, dass wir zusammenrücken und aktiv werden“, meint Passath.
© MwMehr als 40 Menschen beteiligten sich an der Installation
Die Kosten für das „Blaue Wunder“ beliefen sich auf 1.300 Euro. Finanziert wurde die Installation von den Beteiligten selbst. Die Unmengen an „Falschen Zwanzigern“, die keinen künstlerischen Zweck mehr erfüllen, stehen jetzt zum Verkauf. In einigen teilnehmenden Betrieben in Graz kann man einen falschen Zwanziger gegen einen echten tauschen. Die Hälfte des Erlöses geht an das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes, die andere soll in künftige Projekte fließen.
Hier bekommt man in Graz die „falschen Zwanziger“Forum Stadtpark Stadtpark 1Taiga Concept Store Jungferngasse 2Sestra Store Schlögelgasse 14Skulture Skateshop Annenstraße 33Café KORK Lessingstraße 25Rotor – Zentrum für zeitgenössische Kunst Volksgartenstraße 6aGatto im Museum Paulustorgasse 13a, 8010 GrazKunsthalle Conrad-von-Hötzendorf-Straße 42a