
Der SK Rapid hat den dritten Einzug in die Ligaphase der UEFA Conference League verpasst. Die Hütteldorfer mussten sich eine Woche nach dem 2:2 im Playoff-Hinspiel im heimischen Weststadion Heart of Midlothian geschlagen geben. Die Schotten setzten sich in einem dramatischen Elfmeterschießen mit 4:3 durch.

Es ist wieder Ercan Kara, der die Hütteldorfer belohnt
Die Hütteldorfer waren in der ersten Halbzeit über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft, hatten deutlich mehr Ballbesitz, taten sich aber im letzten Drittel zunächst schwer, klare Chancen herauszuspielen.
Hearts blieb offensiv weitgehend blass, musste sich tief zurückziehen und kam nur selten zu Entlastungsangriffen. Der erste „Höhepunkt“ des Spiels war ein bitterer: Renaud musste nach einem Zusammenprall mit der Trage abtransportiert werden.
Und der SK Rapid? Der belohnte sich in der 34. Minute für die Überlegenheit. Amane bediente Demir im Strafraum, dessen Zuspiel zunächst abgefälscht wurde, doch Kara stand goldrichtig und schob aus kurzer Distanz zum 1:0 ein.
Auch danach blieb Rapid am Drücker: Demir verfehlte mit einem Schlenzer nur knapp das lange Eck, während Hearts erst kurz vor der Pause durch McEntee zu einem gefährlicheren Abschluss kam. Hedl konnte den Distanzschuss parieren.
Rapid bringt die Hearts zurück ins Spiel
Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Schotten offensiver und erhöhten den Druck. Spittal verfehlte nach einem geklärten Eckball nur knapp das Tor, wenig später musste Kara sogar auf der Linie retten, nachdem Hearts nach einer Ecke aus kurzer Distanz zum Abschluss gekommen war.
Rapid wirkte nach dem Seitenwechsel zu passiv, holte die Schotten praktisch zurück ins Spiel. Erst in Minute 62 wurden die Hausherren wieder gefährlich: So scheiterte Dahl nach einem Doppelpass mit Demir knapp.
Gejubelt haben die mitgereisten schottischen Fans in der 75. Minute als der Ball nach einem Freistoß in den Strafraum ans Außennetz gegangen war. Eine trügerische Sicht für die Gästefans. Nur eine Minute später kassierte Magnusson nach einem Foul an Wurmbrand Gelb-Rot und das Playoff-Rückspiel schien zugunsten der Hausherren entschieden.
Doch mitnichten: Die Hearts reagierten prompt und zwar per Standard: Der eingewechselte Kabore köpfelte nach einem Eckball ein und plötzlich war alles wieder auf Null gestellt – 1:1 (80.).
Die Grün-Weißen versuchten in Überzahl für die neuerliche Führung zu sorgen, kamen zweimal durch Demir und einmal durch Wurmbrand gefährlich vor das Tor der Schotten. In der 87. Minute hatte Raux Yao den Matchball auf dem Fuß, sein Schuss aus kurzer Distanz wurde aber geblockt. So zwangen die Hearts den SK Rapid tatsächlich in Unterzahl in einer Verlängerung.
Schotten verpassen Rapid die eiskalte Dusche, doch die Hausherren retten sich spät ins Elfmeterschießen
Rapid hatte das Spiel aufgrund der Überzahl im Griff, große Torchancen waren zunächst aber Mangelware: Kara stieg nach einer Flanke hoch und probierte es per Kopf, verfehlte aber doch deutlich (95.). Die Hütteldorfer schnürten den Gegner aus Edinburgh im eigenen Strafraum ein, der entscheidende Pass funktionierte nicht.
Und es kam genau das, was offenbar passieren musste: Hearts schlug in Minute 101 eiskalt zu: Calvin Miller übernahm eine Flanke direkt per Volley – 1:2 (101.). Rapid lief wieder an, doch die Schotten verteidigten weiterhin leidenschaftlich und brachten die Führung in die Pause.
Die Hausherren wollten es nach dem neuerlichen Seitenwechsel nochmal wissen: Yusuf Demir zog aus der Distanz ab, verfehlte das lange Eck knapp (107.). Angetrieben durch die lautstarke Atmosphäre spielten die Wiener weiter nach vorne, vor dem gegnerischen Tor agierten die Hausherren aber nach wie vor zu kompliziert.
Romeo Amane fand in Minute 117 eine weitere gute Chance vor, doch der Schuss wurde erneut geblockt. Und als in Hütteldorf bereits viele mit dem Aus gerechnet hatten, schlugen die Grün-Weißen doch noch zu: Nenad Cvetkovic stand nach einer scharfen Hereingabe von Haidara goldrichtig und schoss aus kurzer Distanz ein – 2:2. So retteten sich die Hütteldorfer gerade so ins Elfmeterschießen.
Elfmeterschießen
0:1 – Calvin Miller verwandelt ins linke Eck.
1:1 – Ercan Kara behält die Nerven.
1:2 – Niklas Hedl ist im richtigen Eck, doch Jordi Altena lässt die Hearts jubeln.
2:2 – Louis Schaub verwandelt souverän und scharf ins rechte Eck.
2:3 – Rogers Mato trifft ins linke untere Eck. Hearts ist wieder vorne.
2:3 – Moulaye Haidara scheitert an Hearts-Keeper Beau Reus.
2:4 – Sabah Kerjota trifft souverän ins linke Eck.
3:4 – Yusuf Demir knallt den Ball ins rechte Kreuzeck.
3:4 – Oisin McEntee scheitert an Niklas Hedl.
3:4 – Marco Tilio vergibt, die Schotten jubeln, Rapid trauert.
SK Rapid – Heart of Midlothian 5:6 n.E. (2:2)
Mittwoch, 26.08.2026 (18:45 Uhr); Weststadion, Wien-Hütteldorf; SR Elchin Masiyev (AZE)
SK Rapid: Hedl – Bolla (111./Haidara), Cvetkovic, Raux Yao, Horn (111./Ahoussou) – Amane (120.+1/Schaub), Seidl (102./Tilio) – Demir, Adamsen (66./Bajlicz), Dahl (66./Wurmbrand) – Kara; Trainer: Johannes Hoff Thorup.
Heart of Midlothian: Reus – Altena, McEntee, Findlay (46./Borchgrevink), McCart – Miller, Renaud (15./Magnusson), Spittal (91./Mato), McPake (75./Kerjota) – Wilson (74./Kabore), Braga (90.+1/Mendy); Trainer: Wouter Vrancken.
Tore: Kara (34.), Cvetkovic (119.) bzw. Kabore (80.), Miller (101.)
Gelbe Karten: Seidl, Bolla, Ahoussou bzw. McEntee, Magnusson, Braga, Kabore
Gelb-Rot: Magnusson (76.)
Fotocredit: LBP Media / Lukas Biereder