Ein Vitamin-D-Mangel kann verschiedene Ursachen haben. Alter, Hautfarbe, bestimmte Erkrankungen oder die Einnahme von Medikamenten können beeinflussen, wie gut der Körper mit Vitamin D versorgt ist. Für manche Menschen ist die Gefahr einer Unterversorgung deutlich größer als für andere. Doch wer gehört zu den Risikogruppen für einen Vitamin-D-Mangel – und warum?

Vitamin-D-Mangel Risikogruppe: Wer ist besonders gefährdet?

Eine Vitamin-D-Unterversorgung ist weitverbreitet: Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) betrifft das fast 60 Prozent der Deutschen. Bei der Mehrheit liegt zwar kein ausgeprägter Mangel vor, dennoch erreichen viele Menschen nicht den empfohlenen Blutwert von 50 Nanomol pro Liter. Einige Personengruppen haben dabei ein erhöhtes Risiko, einen Vitamin-D-Mangel zu entwickeln:

Menschen, die sich kaum oder gar nicht im Freien aufhalten Menschen, die sich aus kulturellen oder religiösen Gründen vollkommen bedecken ältere Menschen, da die körpereigene Bildung von Vitamin D mit zunehmendem Alter abnimmt Menschen, die in Einrichtungen wie Pflegeheimen leben Säuglinge, da Muttermilch nur geringe Mengen Vitamin D enthält und Babys nicht direkt der Sonne ausgesetzt werden sollen

Doch auch Personen, die grundsätzlich Sonnenlicht ausgesetzt sind, können einen Vitamin-D-Mangel entwickeln. Das gilt laut dem Patientenratgeber des MSD Manuals beispielsweise für Menschen mit dunkler Haut. Durch die stärkere Pigmentierung gelangt weniger UV-B-Strahlung in die Haut, die für die körpereigene Vitamin-D-Bildung benötigt wird.

Auch Sonnenschutz kann die Vitamin-D-Bildung beeinflussen. Laut DGE können Sonnenschutzmittel die körpereigene Bildung von Vitamin D in der Haut verringern. Trotzdem sollte auf ausreichenden UV-Schutz nicht verzichtet werden, da eine ungeschützte Sonnenexposition das Risiko für Hautschäden und Hautkrebs erhöht. Um gesundheitliche Folgen zu vermeiden, empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), „Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz zwei- bis dreimal pro Woche der Hälfte der minimalen sonnenbrandwirksamen UV-Dosis (0,5 MED) auszusetzen, also der Hälfte der Zeit, in der man sonst ungeschützt einen Sonnenbrand bekommen würde.“ Bei Menschen mit heller Haut und hoher Sonnenbrandneigung kann diese Zeit laut BfS rechnerisch bei etwa zwölf Minuten liegen. Danach sollte die Haut vor weiterer UV-Strahlung geschützt werden.

Welche Krankheiten können das Risiko für Vitamin-D-Mangel erhöhen?

Nicht nur bestimmte Lebensgewohnheiten können einen Vitamin-D-Mangel begünstigen. Auch einige Krankheiten erhöhen das Risiko. Dazu zählen laut BfS Erkrankungen der Leber, Nieren und des Magen-Darm-Traktes.

Bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes kann etwa die Aufnahme von Vitamin D im Dünndarm gestört sein, erklärt das MSD Manual. Bei Leber- oder Nierenerkrankungen kann dagegen die Umwandlung von Vitamin D in seine aktive Form beeinträchtigt sein. Das kann auch bei seltenen Erbkrankheiten wie Phosphatdiabetes der Fall sein.

Vitamin-D-Mangel durch Medikamente: Diese Arzneimittel können die Versorgung beeinträchtigen

Einen Vitamin-D-Mangel, der laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) unter anderem mit Knochen- und Gelenkschmerzen, Muskelschwäche, Müdigkeit und schneller Erschöpfung einhergehen kann, können verschiedene Faktoren begünstigen – darunter auch bestimmte Medikamente.

So kann laut den National Institutes of Health (NIH) beispielsweise die Einnahme von Orlistat dazu beitragen, dass weniger Vitamin D aufgenommen wird. Das Medikament wird zur Gewichtsreduktion eingesetzt und hemmt die Aufnahme von Fett im Darm. Da Vitamin D fettlöslich ist, kann dadurch auch die Aufnahme des Vitamins aus Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln verringert werden.

Auch Kortikosteroide wie Prednison können den Vitamin-D-Stoffwechsel beeinflussen. Gleiches gilt laut NIH für Statine, die unter anderem zur Senkung des Cholesterinspiegels eingesetzt werden. Das MSD Manual nennt darüber hinaus weitere Arzneimittel und Wirkstoffgruppen, die den Vitamin-D-Status beeinflussen können:

Antiepileptika, beispielsweise Phenytoin Antipsychotika Barbiturate, beispielsweise Phenobarbital Cholestyramin mineralische Öle bei langfristiger Anwendung Primidon Rifampin

Wer eines dieser Medikamente einnimmt, sollte dem NIH zufolge regelmäßig den Vitamin D Status überprüfen lassen, um einen Mangel auszuschließen oder entsprechend zu beheben.