Mond - nach dem ERinschlag der SpaceX Raketenstufe

AUDIO: SpaceX Einschlag: Neue Nasa-Bilder vom Mond (1 Min)

Neue Nasa-Bilder

Stand: 25.08.2026 16:49 Uhr

Der Einschlag einer Falcon-9-Raketenoberstufe von SpaceX auf dem Mond hat deutliche Spuren hinterlassen: Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat jetzt neue, hochauflösende Bilder des Kraters veröffentlicht und Erkenntnisse über dessen Ausmaß gewonnen. Darüber berichtet die NASA nach Auswertungen von Aufnahmen ihres Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO). Damit liegen erstmals detaillierte Messungen des künstlich verursachten Einschlags vor.

Wie MDR WISSEN bereits berichtet hatte, war die Oberstufe der Rakete am 5. August 2026 auf der Mondoberfläche zerschellt. Das rund 13 Tonnen schwere Raketenteil stammte vom Start der privaten Mondmission „Blue Ghost 1“ im Januar 2025. Nach dem erfolgreichen Aussetzen der Sonde blieb die Oberstufe unkontrolliert im Erde-Mond-System unterwegs, bevor sie schließlich auf dem Mond einschlug.

Sechs Tage nach dem Aufprall gelang es dem Lunar Reconnaissance Orbiter, die Einschlagstelle zu fotografieren. Dafür mussten die Ingenieurinnen und Ingenieure die Sonde gezielt ausrichten, um den Krater bei mehreren Überflügen aus etwa 100 Kilometern Höhe aufzunehmen. Die Bilder entstanden unter unterschiedlichen Beleuchtungsbedingungen, wodurch verschiedene Details sichtbar wurden.

18 Meter lang, 3 Meter tief

Den Auswertungen zufolge misst der Krater rund 18 Meter im Durchmesser. Seine Tiefe liegt bei weniger als drei Metern. Die Aufnahmen zeigen außerdem helle und dunkle Strahlen, die vom Einschlagspunkt ausgehen. Nach Angaben der NASA handelt es sich dabei um Material aus unterschiedlichen Tiefenschichten des Mondbodens. Die dunkleren Ablagerungen stammen aus den oberen, über lange Zeit durch Sonnenwind, kosmische Strahlung und Mikrometeoriteneinschläge veränderten Schichten. Das hellere Material wurde aus tieferen, bislang geschützten Bereichen des Untergrunds herausgeschleudert.

Mond - vor dem Einschlag der Raketenstufe von SpaceX
Mond - nach dem ERinschlag der SpaceX Raketenstufe

Die Bilder liefern den Forschenden damit nicht nur neue Informationen über den Einschlag selbst, sondern auch über den Aufbau der Mondoberfläche. Zudem diente der Vorfall als Praxistest für Verfahren zur Vorhersage von Einschlagorten im Sonnensystem. Laut NASA konnten die berechneten Einschlagspositionen im Nachhinein mit bemerkenswerter Genauigkeit bestätigt werden.

Der Fall gilt zugleich als weiteres Beispiel für das wachsende Problem von Weltraumschrott jenseits der Erde. Mit der zunehmenden Zahl von Mondmissionen dürfte auch die Frage wichtiger werden, wie zurückgelassene Hardware und unkontrollierte Einschläge künftig verhindert werden können – oder wie wir das Material auf dem Mond nutzen.

gp/nasa