Berichte über Sorge im Kreml: Putin will Krieg wohl eskalieren
Der russische Präsident Wladimir Putin hält die laufenden Friedensgespräche über den Ukraine-Krieg dem Vernehmen nach für „komplett festgefahren“ – und setzt stattdessen auf weitere militärische Eskalation. Nach Informationen von Bloomberg erwägt Moskau demnach verstärkte Angriffe mit ballistischen Raketen auf das Zentrum Kyjiws sowie auf kritische Infrastruktur in anderen Städten. Die von der Trump-Regierung über rund anderthalb Jahre vermittelten Verhandlungen gelten demnach als gescheitert; beide Seiten stünden heute im Grunde dort, wo sie zu Beginn der Gespräche standen.
Innerhalb des Machtzirkels in Moskau wächst laut den anonymen Quellen die Sorge, Putin könne im äußersten Fall sogar taktische Atomwaffen gegen die Ukraine einsetzen. Pro-Kriegs-Hardliner im russischen Establishment drängen seit Monaten auf eine Abkehr von Diplomatie, auf eine Generalmobilmachung und Angriffe auch auf Rüstungsstandorte in Europa. Expertinnen und Experten wie Fiona Hill, ehemalige Beraterin mehrerer US-Präsidenten, verweisen jedoch auf die klaren Drohungen Washingtons vor „schwerwiegenden Konsequenzen“ eines nuklearen Einsatzes, bis hin zu direkten konventionellen Schlägen der US-Streitkräfte gegen Russland.
Gleichzeitig schätzen andere Russland-Kenner das tatsächliche Risiko eines Atomschlags weiterhin als sehr gering ein. Alexander Gabuev vom Carnegie Russia Eurasia Center in Berlin betont, Moskau verfüge noch über erheblichen Eskalationsspielraum mit konventionellen Mitteln – etwa durch intensivierte Raketenangriffe –, sodass der politische Preis für das Überschreiten der nuklearen Schwelle kaum zu rechtfertigen wäre.
Masala sieht Anzeichen für neue Mobilisierung in Russland
Für den Sicherheitsexperten Carlo Masala deutet der Besuch von CIA-Chef John Ratcliffe in Moskau auf eine bevorstehende Mobilisierung in Russland hin. Das erklärte er gegenüber „Focus Online“. Da die letzte Rekrutierungswelle 2022, bei der 300.000 Russen mobilisiert werden sollten, fast eine Million Menschen aus dem Land getrieben habe, gebe es Gerüchte, Russland plane, die Grenzen zu schließen. „Sodass man nicht das Land verlassen kann, wenn man mobilisiert wird.“ Dafür solle Moskau auch mit den Anrainerstaaten verhandeln, so Masala weiter.
Ratcliffe war nach Berichten von US-Medien am Dienstag zu einem unangekündigten Besuch nach Moskau gereist. Es war sein erster bekannter Besuch in der russischen Hauptstadt seit seinem Amtsantritt als CIA-Chef im Jahr 2025. Ratcliffe ist einer der ranghöchsten US-Vertreter, die Russland seit Beginn des Ukraine-Krieges im Februar 2022 besucht haben.