An diesem Freitag empfing Papst Leo XIV. die Mitglieder des Internationalen Instituts für Verwaltungswissenschaften zu einer Audienz in der Sala Clementina im Vatikan. Anlässlich des Abschlusses ihrer Jahreskonferenz in Rom sprach der Pontifex über den Einfluss digitaler Technologien auf die Gesellschaft und die öffentliche Verwaltung.
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Mario Galgano – Vatikanstadt
In seiner Ansprache warnte das Oberhaupt der katholischen Kirche vor einer ungeprüften Übertragung lebenswichtiger Entscheidungen auf automatisierte Systeme. Die Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung werfe die Frage auf, ob der Mensch die Kontrolle über seine eigenen Erfindungen behalten könne. Die Mahnung zu Sorgfalt, strengen Kontrollen oder einer verlangsamten Einführung von Systemen Künstlicher Intelligenz richte sich nicht gegen den technischen Fortschritt, sondern diene dem Schutz der Gesellschaft:
„Heute kommen wir nicht umhin, dieser Realität ins Auge zu sehen, die unsere Lebensweise unmittelbar betrifft und alle Ebenen des gesellschaftlichen Lebens durchdringt. Das Tempo, mit dem sich Innovationen im Bereich der KI – der künstlichen Intelligenz – entwickeln, veranlasst uns zu der Frage, ob wir diese Maschinen in Zukunft kontrollieren können und ob der Mensch nicht Gefahr läuft, Opfer seiner eigenen Erfindungen zu werden. Eines der gravierenden Probleme unserer Zeit ist die Tatsache, dass Entscheidungen, die das menschliche Leben betreffen, Maschinen überlassen werden.“
„Eines der gravierenden Probleme unserer Zeit ist die Tatsache, dass Entscheidungen, die das menschliche Leben betreffen, Maschinen überlassen werden.“
Konzentratoin technologischer Werkzeuge
Zudem wies der Papst auf die Konzentration technologischer Werkzeuge in den Händen weniger großer Wirtschaftsakteure hin, was die staatliche Aufsicht erschwere:
„Es ist daher wichtig, dass eine gewisse Ethik entwickelt wird, um den Einsatz dieser bedeutenden Instrumente zu begleiten, die sich leider in den Händen der großen Wirtschafts- und Technologieakteure konzentrieren und die der Staat nur schwer kontrollieren kann. Es muss sichergestellt werden, dass das Wohl der Menschheitsfamilie nicht privaten Interessen geopfert wird.“
Die Audienz im Vatikan (@Vatican Media)
„Wichtig, dass eine gewisse Ethik entwickelt wird, um den Einsatz dieser bedeutenden Instrumente zu begleiten, die sich leider in den Händen der großen Wirtschafts- und Technologieakteure konzentrieren und die der Staat nur schwer kontrollieren kann“
Leo XIV. forderte verbindliche ethische Rahmenbedingungen, um eine Ausrichtung der Technologien an privaten Profitinteressen zu verhindern. Unter Bezugnahme auf seinen Vorgänger Papst Franziskus betonte er die Pflicht, Forschung und wissenschaftlichen Fortschritt auf den Frieden, das Gemeinwohl und die integrale Entwicklung des Menschen auszurichten:
„Unersetzbarkeit der menschlichen Intelligenz gegenüber diesen technologischen Werkzeugen erneut bekräftigen“
„Angesichts dieser besorgniserregenden Situation begrüße ich Ihr Treffen, das darauf abzielt, die Unersetzbarkeit der menschlichen Intelligenz gegenüber diesen technologischen Werkzeugen erneut zu bekräftigen. Ihre Überlegungen und Ihre Arbeit können den Behörden helfen, in diesem Bereich Entscheidungen zum Wohle der Menschheit zu treffen. Zu Vorsicht, strengen Kontrollen und manchmal sogar zu einer Verlangsamung bei der Einführung der KI aufzurufen, bedeutet nicht, gegen den Fortschritt zu sein, sondern verantwortungsbewusstes Handeln im Sinne der Menschheitsfamilie zu zeigen.“
Die Audienz im Vatikan (@Vatican Media)
Humanisierung digitaler Technologien
Zum Abschluss ermutigte der Pontifex die anwesenden Fachleute, ihre Arbeit zur Humanisierung digitaler Technologien in der öffentlichen Verwaltung fortzusetzen, und erteilte den Teilnehmenden den apostolischen Segen:
„Liebe Mitglieder des Internationalen Instituts für Verwaltungswissenschaften, ich weiß, dass Ihre Aufgabe nicht leicht ist und dass Sie manchmal von Entmutigung heimgesucht werden können. Ich bitte den Allmächtigen, dass Er Ihnen beisteht, damit Sie diese edle Aufgabe entschlossen fortsetzen können. Ich erbitte für Sie alle Gottes reichen Segen. Vielen Dank!“
(vatican news)
Die Audienz im Vatikan (@Vatican Media)