In rund 100 Tagen steht für das ÖFB-Team ein historischer Moment bevor: Erstmals seit 28 Jahren bestreitet Österreich wieder ein Spiel bei einer Fußball-WM. Der Großteil des Fahrplans bis zum Auftakt gegen Jordanien am 17. Juni (6.00 Uhr MESZ) ist bereits festgelegt. Offen bleibt noch, gegen wen die Generalprobe bestritten wird und wo das letzte Trainingslager in Österreich vor der Abreise in die USA stattfindet. Das erste Wiedersehen von Teamchef Ralf Rangnick (Foto) mit seinem Kader nach der im November fixierten WM-Quali ist für den 23. März angesetzt. Dann beginnt ein viertägiges Trainingscamp im spanischen Marbella.

Testspiele im März gegen Ghana und Südkorea

Im Zuge dieses Lehrgangs stehen auch zwei Länderspiele auf dem Programm: Am Freitag, den 27. März empfängt Österreich im Wiener Ernst-Happel-Stadion Ghana (18.00 Uhr), ehe am 31. März Südkorea (20.45 Uhr) zu Gast ist. Zwischen den beiden Begegnungen trainiert das Nationalteam erstmals im neu errichteten ÖFB-Campus in Wien-Aspern.

Die unmittelbare Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft startet am 27. Mai – zwei Tage nach Beginn der offiziellen Abstellfrist für Nationalspieler. Der Austragungsort dieses Trainingscamps ist noch nicht endgültig bestimmt. Fix eingeplant ist hingegen ein weiteres Testspiel: Am 1. Juni trifft Österreich in Wien auf Tunesien.

Spätestens an diesem Tag soll auch das endgültige WM-Aufgebot feststehen. Wie den Verbänden bei einer Informationsveranstaltung in Atlanta mitgeteilt wurde, darf der Kader zwischen 23 und 26 Spielern umfassen, darunter mindestens drei Torhüter. Sollte sich ein Spieler verletzen, kann bis 24 Stunden vor dem ersten Gruppenspiel gegen Jordanien nachnominiert werden – bei Torhütern ist ein Austausch sogar darüber hinaus möglich.

Am 4. Juni Abflug nach LA

Nach dem Test gegen Tunesien erhält die Mannschaft zunächst zwei Tage frei, ehe am 4. Juni der Flug in die USA erfolgt. Ziel ist Los Angeles, von wo aus es weiter nach Goleta geht, einem Vorort von Santa Barbara. Dort wird das ÖFB-Team unmittelbar an der Pazifikküste im Ritz-Carlton Bacara untergebracht sein.

Trainiert wird rund zehn Autominuten entfernt auf dem Campus der University of California Santa Barbara (siehe Foto unten). Das abschließende Vorbereitungsspiel ist für den 8., 9. oder 10. Juni geplant und soll voraussichtlich im Großraum Los Angeles stattfinden. Als Gegner kommt laut aktuellen Planungen eine Auswahl aus Mittel- oder Südamerika infrage, möglicherweise auch ein Team aus Afrika.

Grundsätzlich ist vorgesehen, dass die österreichische Delegation ihr Quartier in Santa Barbara erst mit der Weiterreise zum letzten Gruppenspiel verlässt. Dieses findet am 28. Juni (4.00 Uhr MESZ) in Kansas City gegen Algerien statt. Sollte Österreich die Gruppenphase als Zweiter beenden und das anschließende Sechzehntelfinale in Los Angeles austragen, wäre eine vorübergehende Rückkehr ins Basislager an der kalifornischen Küste denkbar.

ÖFB prüfte Basecamp vor Ort

Vor Kurzem verschaffte sich eine Delegation des ÖFB selbst ein Bild vom geplanten WM-Stützpunkt. Unter den Reisenden befanden sich unter anderem Geschäftsführer Bernhard Neuhold, Co-Trainer Lars Kornetka sowie Teamkoch Fritz Grampelhuber.

Neuhold zeigte sich mit den organisatorischen Vorbereitungen grundsätzlich zufrieden. Gleichzeitig machte er deutlich, dass ein Turnier auf einem anderen Kontinent zusätzliche Herausforderungen mit sich bringe. Zwar könne der Verband auf Erfahrungen aus vergangenen Europameisterschaften zurückgreifen, doch eine Weltmeisterschaft in den USA stelle aufgrund der großen Entfernungen und der Zeitverschiebung eine deutlich größere logistische Aufgabe dar, ließ er durchblicken.

Die Mitglieder der ÖFB-Delegation reisen mit Touristenvisa in die Vereinigten Staaten ein, während die inneramerikanischen Charterflüge laut Planung von der FIFA organisiert werden.

Fotocredit: Harry Dostal/www.sport-bilder.at und ÖFB/Jeff Liang