Das Pittsburgh Symphony Orchestra zeigte sich unter Langzeitchef Manfred Honeck von fast zu guter Seite.

Eleganz statt Schmalz: Manfred Honeck und der Pianist Alexandre Kantorow mit dem Pittsburgh Symphony Orchestra

Eleganz statt Schmalz: Manfred Honeck und der Pianist Alexandre Kantorow mit dem Pittsburgh Symphony Orchestra SF / Marco Borrelli

28.08.2026 um 13:04

von
Jens F. Laurson

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Die Pittsburgher waren schon immer ausgezeichnet – aber seit 2008 unter Manfred Honeck hat das Orchester kollektiv noch ein Schäuferl draufgelegt und ist zu einem der packendsten geworden. Das wollte man auch beim Salzburger Gastspiel beweisen.

In gewisser Weise gelang das auch. Etwa in den Fünf Stücken für Streichquartett von Erwin Schulhoff, in einer Bearbeitung von Tomáš Ille und Honeck. Dass diese Sätze, die verschiedenen Tänzen nachempfunden sind, erstaunlich wenig nach dem Original klangen, spricht wohl für die farbenreiche Orchestrierung. Detto die neuen Charakterfacetten, die die Tänze offenbaren – erstaunlich orientalisch im „Tango milonga“: als würde Salome ihn tanzen.

Reihenweise Ohnmachten im Saal waren kurz darauf wohl weniger Rachmaninows Paganini-Rhapsodie geschuldet als der drückenden Schwüle. Zumal sich Honeck und Alexandre Kantorow Mühe gaben, das Werk und gerade die hollywoodeske 18. Variation statt mit Schmalz mit Eleganz zu gestalten.

Höhepunkt: Schostakowitschs gewaltige Fünfte. Dass sich der Chefdirigent verzettelt hätte, wäre zu viel gesagt, aber Honeck agierte doch etwas zu detailverliebt und war allzu erpicht darauf, gerade in Salzburg alle Register zu ziehen und mit dem Phrasierungs- und Pianissimokönnen seines Orchesters anzugeben. Man darf so eine Schostakowitsch-Symphonie nämlich schon auch etwas durchdreschen; das täte ihr nicht schlechter als pipifeine Artikulationsgenauigkeit. Dazu Grieg und Prokofjew als Zugaben. Am 9. September eröffnen Honeck und die Pittsburgher die Saison im Wiener Konzerthaus.