Über mehrere Monate hatte die Patientin zunehmende Beschwerden im Bauchraum bemerkt. Über ihren Hausarzt kam sie schließlich ins LKH Oststeiermark am Standort Hartberg. Dort zeigte eine CT-Untersuchung einen riesigen Tumor, der vom linken Eierstock ausging. Er hatte bereits alle Organe im Bauchraum verdrängt. Nicht einmal zwei Wochen nach dem ersten CT wurde die Frau am Uniklinikum Graz operiert.

18-Kilo-Eierstocktumor bei Steirerin in Graz entfernt

©LKH-Univ. Klinikum Graz / G. Schwager

Der gutartige Eierstocktumor war 40 Zentimeter groß und hatte ein Gewicht von 18 Kilogramm erreicht

Operation in Graz

Wegen der außergewöhnlichen Größe wurde die Patientin nach Graz überwiesen. Bei der rund dreistündigen Operation war ein elfköpfiges Team aus Gynäkologie, Anästhesie und OP-Pflege im Einsatz. Über einen Bauchschnitt vom Brustbein bis zum Schambein entfernten die Ärztinnen und Ärzte den 40 Zentimeter großen Tumor intakt. „In diesem außergewöhnlichen Fall war es sinnvoll, die Patientin in das Zentrum zu überweisen. Genau so soll ein Krankenhausnetzwerk funktionieren: Die Patient*innen werden dort behandelt, wo für ihre jeweilige Situation die besten Voraussetzungen vorhanden sind“, sagt Univ.-Prof. Dr. Karl Tamussino.

Entwarnung im OP

Noch während des Eingriffs musste geklärt werden, ob der Tumor gut- oder bösartig war. Das Gewebe wurde dafür direkt in die Pathologie gebracht und per Schnellschnitt untersucht. Für das 18 Kilogramm schwere Präparat kam die sonst übliche Rohrpost nicht infrage, deshalb war ein Botengang nötig. Wenige Minuten später stand fest: Es handelte sich um ein gutartiges Zystadenofibrom. „Die Größe eines Tumors sagt eigentlich nichts darüber aus, ob er gut- oder bösartig ist. In diesem Fall hatte der Tumor zwar nahezu den gesamten Bauchraum ausgefüllt und andere Organe massiv verdrängt, war aber zum Glück nicht in sie eingewachsen“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Armin Bader.

18-Kilo-Eierstocktumor bei Steirerin in Graz entfernt

©LKH-Univ. Klinikum Graz / M. Kanizaj

Klin. Abt. Leiter Univ.-Prof. Dr. Karl Tamussino (re.) mit dem OP Team Dr. Ursula Aldenhoff, Univ-Prof. Dr. Arnim Bader, DGKP Sandra Platzer (v.l.n.r.)

Nach zwei Tagen heim

Die Patientin erholte sich gut von dem Eingriff und konnte bereits zwei Tage nach der Operation nach Hause gehen. Eine weitere Therapie ist laut Uniklinikum nicht notwendig. Die chirurgische Nachsorge wird wohnortnah am Standort Hartberg übernommen. Damit ging die Behandlung, die mit der Untersuchung in Hartberg begonnen hatte, nach der Operation in Graz wieder zurück in die Oststeiermark.

Vorsorge wichtig

Zystadenofibrome sind gutartige Eierstocktumoren und verursachen besonders am Anfang oft keine oder nur unspezifische Beschwerden. Eine Größe von 40 Zentimetern und ein Gewicht von 18 Kilogramm sind laut Uniklinikum ausgesprochen selten. Auch wenn du keine Beschwerden hast, solltest du einmal jährlich eine gynäkologische Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen. Neu auftretende oder länger anhaltende Beschwerden wie ungewöhnliche Blutungen, Schmerzen, Druck im Unterbauch oder eine auffällige Zunahme des Bauchumfangs sollten unabhängig davon ärztlich abgeklärt werden. Bader betont: „Ein Tumor dieser Größe entsteht nicht innerhalb weniger Wochen. Gerade weil Veränderungen an den Eierstöcken lange kaum Beschwerden verursachen, sind regelmäßige gynäkologische Untersuchungen – idealerweise ein Mal pro Jahr – wichtig“.