Im laufenden Jahr werden auch 50 Cent für Unterhosen und Socken, zwei Euro für ein T-Shirt und neun Euro für Jeans fällig, die bestimmten Kriterien entsprechen. Frankreich wolle auf diese Weise gegen ein Geschäftsmodell vorgehen, „das darauf beruht, dass ein Kleidungsstück in Rekordzeit von der Geschäftsfläche in den Mistkübel wandert“, so der französische Umweltstaatssekretär Mathieu Lefevre via X.
„Die schädlichen Auswirkungen der Ultra-Fast-Fashion auf unsere Umwelt und unsere Wirtschaft sind bekannt und dokumentiert“, fügte er hinzu. Die Kriterien sind so formuliert, dass sie in erster Linie asiatische Onlinehändler wie Shein und Temu treffen, nicht aber Ketten wie Zara, H&M und Uniqlo, die in Frankreich Arbeitsplätze bieten. Entscheidend ist die Menge der Modelle, die auf den Markt gebracht werden, und deren Preis im Verhältnis zu einer Reparatur.

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Mit Hilfe von EU-Zöllen sollen die Pakete vor allem aus China eingedämmt werden
Geld soll in Fonds fließen
Die Beträge sollen bis 2030 steigen und dann etwa zwei Euro für Unterhosen und 19,50 Euro für eine Jacke erreichen. Das Geld soll in einen Fonds fließen, mit dem vorbildliche Unternehmen unterstützt werden sollen. Dazu sind bisher keine Details bekannt.
Grundlage dafür ist ein Anfang Juli verabschiedetes Gesetz, das zudem die Werbung für Wegwerfmode verbietet. Unternehmen sind auch verpflichtet, Kunden und Kundinnen zu „Genügsamkeit, Wiederverwertung und Reparatur“ zu mahnen. Ähnliche Hinweise gibt es bereits bei der Werbung für Fast Food in Frankreich, wo Konsumenten gemahnt werden, Gemüse zu essen und Sport zu treiben. Der Erfolg dieser auf Moral setzenden Botschaften ist allerdings so gut wie nicht messbar.
Rückgang durch EU-Zölle auf Pakete aus China
Die von der EU eingeführten Zölle auf kleine Pakete führten in Frankreich bereits zu einem Rückgang der Kleinsendungen aus China um 30 bis 40 Prozent, wie der französische Zoll mitteilte. Seit dem 1. Juli ist eine Abgabe in der EU von drei Euro auf Kleinsendungen fällig. 2025 gingen knapp sechs Milliarden Kleinsendungen nach Europa, davon 93 Prozent aus China.

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Shein hat nicht nur Geschäfte sondern versendet auch Waren
3,3 Milliarden Kleidungsstücke im Jahr
Der französische Markt wird laut einem parlamentarischen Bericht jährlich mit 3,3 Milliarden Kleidungsstücken überschwemmt, eine Milliarde mehr als noch vor zehn Jahren. Im Schnitt kommen auf jeden Einwohner bzw. jede Einwohnerin jährlich 48 neue Kleidungsstücke. Das führt dazu, dass Gewand immer schneller weggeworfen wird – in zwei Dritteln der Fälle wären die Sachen noch brauchbar.
Die EU-Berichterstatter beschreiben das als „emotionale Obsolenz“: Die Sachen werden nur deshalb weggeworfen, weil sie ihren Besitzerinnen und Besitzern nicht mehr gefallen. Nach offiziellen Angaben werden in Frankreich jährlich 600.000 Tonnen Textilien weggeworfen.