„Die hören nicht auf“

Iris Berben stellt Forderung an Filmbranche

Aktualisiert am 29.08.2026 – 03:51 UhrLesedauer: 2 Min.

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Iris Berben: Sie steht schon seit vielen Jahrzehnten vor der Kamera. (Quelle: IMAGO / APress)

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Vor wenigen Tagen ist Iris Berben 76 Jahre alt geworden. Für sie hat ihr Alter allerdings keine Bedeutung bei der Auswahl ihrer Rollen.

Die Kommissarin, die Geliebte, die Diva – Iris Berben hat schon viele Rollen gespielt. Doch mit zunehmendem Alter beklagt die Schauspielerin auch die immer eingeschränktere Rollenauswahl.

„Ich möchte nicht nur die patente, lustige, schräge oder liebliche Großmutter spielen“, sagte Berben nun dem Magazin „Politik & Kultur“ des deutschen Kulturrats. „Da ist ein Mensch mit eigenen Wünschen, Vorstellungen und Bedürfnissen. Die hören nicht auf.“ Immer wieder beklagen Frauen, dass sie ab einem gewissen Alter nur die immer gleichen Charaktere spielen dürfen – oder überhaupt keine Rollen mehr angeboten bekommen.

Dabei bildet Berben eigentlich eine Ausnahme. In ihren letzten drei Filmen „791 km“ von 2023, „Der Spitzname“ von 2024 und „Ein fast perfekter Antrag“ von 2026 spielte sie immer Frauen mit Tiefgang. Sie verkörperte Figuren, die etwas aussagten und einen wichtigen Platz in der Gesellschaft hatten. Bei der 76-Jährigen handelt es sich allerdings auch um eine der bekanntesten und beliebtesten Schauspielerinnen im deutschsprachigen Raum. Vielen anderen Frauen mit demselben Beruf ergeht es anders.

Teresa Weißbach: „Ein unerträglicher Trend, den die Sender nachahmen“

ZDF-Star Teresa Weißbach beklagte erst vor wenigen Monaten im t-online-Interview „einen unerträglichen Trend, den die Sender nachahmen“. Weißbach ist zwar erst 45 Jahre alt, macht sich aber dennoch Gedanken über ihre Zukunft. „Es ist ja leider schon länger eine bekannte TV-Realität, vor der man die Augen nicht verschließen kann. In Drehbüchern kommen immer wieder vor allem junge Frauen vor“, sagte sie. Die Sender würden sich ihrer Meinung nach an einem Trend aus Amerika orientieren. Auch bei den Männern sei zu erkennen, dass die zu spielenden Figuren immer jünger werden.

Besondere Ehrung für Iris Berben

Weißbach stellte fest: „Das bildet unsere Alltagsrealität nicht ab. Frauen um die 50 starten doch oft noch einmal richtig durch: Die Kinder sind aus dem Haus, viele orientieren sich beruflich neu, blühen auf.“ Das deckt sich mit den Aussagen von Iris Berben, die sich mit 76 ebenfalls nicht „nur“ wie eine Großmutter fühlt.

Erst Anfang des Monats ist bekannt geworden, dass Iris Berben mit dem Deutschen Kulturpolitikpreis 2026 ausgezeichnet wird. Der Deutsche Kulturrat würdigt ihren Einsatz gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus. Die Preisverleihung ist für den 24. September geplant.