Zwickt mich mal bitte jemand? Wie kann es sein, dass ich jahrelang nach dem Krümel eines rundenbasierten Titels im Stil von XCOM oder Midnight Suns suchen muss, dann aber direkt zwei große Vertreter bekomme? In diesen Tagen erscheint Star Wars: Zero Company und nächstes Jahr aller Voraussicht nach das gerade auf der gamescom angekündigte Rainbow Six Tactics.

Nachdem die Taktik-Reihe von Ubisoft mit Siege seit Jahren nur noch im Multiplayer-Teich residiert, gibt’s jetzt eine krasse Kehrtwende. Vor Ort in Köln versprechen die Entwickler*innen: Nur Singleplayer, keine zusätzliche Monetarisierung und weg mit dem ganzen Service-Gedanken. Das neue Rainbow Six ist genau das Spiel, welches ich mir seit Jahren wünsche – aber bislang nicht wusste, dass ich es wirklich möchte.

Wer schon etwas älter ist, weiß sicherlich: Rainbow Six ist schon immer eine Taktik-Shooter-Reihe gewesen. Daran hat sich auch mit Siege nichts geändert, obwohl der Fokus dann auf Multiplayer-Gefechte und E-Sports gewechselt ist. Tactics ist nicht unbedingt die Rückkehr zu alten Tugenden, denn Ubisoft nimmt das Franchise und packt es ins XCOM-Korsett: Strategie statt Shooter also.

Trotzdem steckt in Tactics jede Menge … naja, Taktik halt. Kluges Vorgehen, strategisch überdachte Entscheidungen und vor allem jederzeit den Überblick zu behalten, ist wichtig. Vor jedem Einsatz gilt es aber erst einmal, einen Squad aus vier Rainbow-Einheiten zusammenzustellen. Die sind keine Unbekannten, sondern allesamt Operatoren aus Rainbow Six Siege.

Screenshot aus Rainbow Six Tactics.Wenn die Action losgeht, dann inszeniert sich Tactics richtig gut – inklusive zerstörbarer Umgebung. Credit: Ubisoft

Insgesamt sind für den Release 15 Charaktere geplant, darunter Ash, Sledge, Montagne und Doc. Alle haben eigene Fähigkeiten und Waffen, die ebenfalls aus dem Multiplayer-Spiel bekannt sind. Wozu Ubisoft allerdings noch schweigt? Ob ein Operator im Einsatz auch permanent sterben kann. Mein Gefühl? Ich glaube nicht daran, lasse mich aber gerne überraschen.

Nicht nur generische Einsätze

Die Missionen laufen so ab, wie es die gamescom-Präsentation gezeigt hat (selbst anspielen war leider nicht möglich): Erst wird mit Drohnen die Lage ausgekundschaftet, nach möglichen Zugängen und natürlich Feinden Ausschau gehalten. Dann kommt die Zugriffsphase, die Rainbow Six Tactics einzigartig macht. In diesem Segment positioniert der Ubisoft-Mitarbeiter die Einheiten strategisch; versucht, mit ihnen einen klaren Plan festzulegen. Anschließend startet der sogenannte Breach, der mit kleinen Zwischensequenzen cool inszeniert ist.

Hier führen die Operatoren nämlich die zuvor akribisch durchgeplanten Aktionen gleichzeitig durch. Im Idealfall geht natürlich alles perfekt über die Bühne, die ersten Feinde werden in Gewahrsam genommen oder neutralisiert. Es besteht jedoch ebenso die Chance, dass ein paar Dinge schiefgehen und die Situation eskaliert. Dann gilt es, zu improvisieren und den Einsatz unter Kontrolle zu bekommen. Übrigens: Die zerstörbare Umgebung ist ebenfalls mit an Bord – sehr cool!

Screenshot aus Rainbow Six Tactics.Bisschen älter, vielleicht auch weiser: Bioshop ist zurück in Rainbow Six. Credit: Ubisoft

Laut Ubisoft soll Rainbow Six Tactics jedoch nicht nur eine Aneinanderreihung von Missionen sein. Das Team, bestehend aus zahlreichen Entwickler*innen, die zuvor die Mario + Rabbids-Reihe entwickelt haben, verspricht eine vollumfängliche Story-Kampagne inklusive vertonten Zwischensequenzen. Details gibt es dazu leider keine, auch wenn das Team zumindest einen netten Kniff verrät: Die Geschichte spielt zwischen der Season 10 und der Season 11 von Rainbow Six Siege.

Verbindung zur Rainbow Six-Historie

In Rainbow Six Tactics gibt es übrigens keinen gesichtslosen Protagonisten, sondern als Spieler*in geht es in die Rolle von Kommandant Six. Der heißt eigentlich Paul Bishop und ist der Spielercharakter aus den beiden Rainbow Six Vegas-Spielen. Wenn Ubisoft jetzt noch Domingo Chavez reinpackt, dann ist Tactics ein heißer Kandidat für den Überraschungshit 2027 – ich freu mich jedenfalls jetzt schon riesig. Der Release ist übrigens für PC, PS5 und XBOX Series X|S. Pläne für die Nintendo Switch 2 gibt es bislang nicht.

Seht hier den Reveal-Trailer:

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Ich hoffe, dass sich daran noch was ändert. Denn auf dem Handheld-Hybriden von Nintendo könnte Rainbow Six Tactics richtig gut funktionieren. Und mit Mario + Rabbids hat das Team ja schon Erfahrungen gemacht, sogar im gleichen Genre. Für mich steht aber schon jetzt fest: Rainbow Six Tactics ist eine der großen gamescom-Überraschungen.

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Quelle: YouTube / Ubisoft