Zu einem Trainerdebüt kam es heute in Graz-Liebenau: Gerald Scheiblehner stand erstmals als neuer Chefcoach des GAK 1902 an der Seitenlinie. 0:0 endete das erste Spiel gegen den WAC unter dem Neo-Cheftrainer der Grazer Athletiker und das, obwohl seine Schützlinge mehr als 75 Minuten mit einem Mann mehr agiert hatten. 26 Schüsse gaben die Rotjacken in der gesamten Partie ab, am Ende wurde aber nur die heroische Defensivarbeit der Kärntner belohnt. 

Rassiges Luftduell der beiden Abwehrchefs: Donovan Pines vom GAK gegen Nicolas Wimmer vom WAC. Eine Szene aus der Anfangsviertelstunde, denn nach 16 Spielminuten war die Partie für den Wolfsberger Kapitän beendet. Der 31-jährige Innenverteidiger sah die Rote Karte.

Frühe Rote Karte bringt GAK den großen Vorteil, doch die Rotjacken lassen zahlreiche Chancen liegen

Der GAK erwischte den besseren Start und war bereits in den ersten Minuten die aktivere Mannschaft. Die Rotjacken suchten früh den Weg nach vorne und kamen über die linke Seite sowie nach Standards immer wieder in aussichtsreiche Positionen, während der WAC offensiv zunächst kaum in Erscheinung trat.

Schon in der 4. Minute hatte Hofleitner nach einem Standard die erste große Möglichkeit, doch sein Kopfball war für Gütlbauer noch zu bewältigen. Auch danach blieb der GAK am Drücker und kam über Klassen und Guerti mehrfach zu gefährlichen Hereingaben. In der 13. Minute fand Klassen mit seiner Flanke Anderson am der zweiten Stange, dessen Kopfball nur knapp zu hoch ausfiel.

Der entscheidende Moment folgte schließlich in der 16. Minute: WAC-Kapitän Nicolas Wimmer stoppte einen GAK-Angriff als letzter Mann mit der Hand und sah dafür die Rote Karte, siehe auch: Kapitän von Bord! WAC nach einer Viertelstunde zu zehnt beim GAK 1902

Damit veränderten sich die Kräfteverhältnisse endgültig zugunsten der Grazer. Mit einem Spieler mehr entwickelte der GAK anschließend enormen Druck und erspielte sich Chance um Chance. Besonders auffällig war, dass die Rotjacken nicht nur aus der Distanz abschlossen, sondern immer wieder in den Strafraum beziehungsweise in gefährliche Abschlusspositionen kamen.

In der 18. Minute fehlte nach einem Freistoß von Michorl nur wenig zur Führung: Gütlbauer konnte den Ball gemeinsam mit der Stange abwehren. Kurz darauf musste der WAC-Schlussmann erneut gegen Guerti eingreifen, ehe er in der 25. Minute auch Maderner im kurzen Eck den Treffer verweigerte.

Auch die Standards blieben ein wichtiger Faktor: In der 32. Minute kam Anderson nach einem Eckball erneut zum Kopfball, ehe zwei Minuten später die wohl größte Möglichkeit der ersten Halbzeit folgte. Hofleitner stieg nach einem scharfen Eckball von Michorl hoch und brachte den Ball gefährlich Richtung Tor, doch Wohlmuth rettete für den bereits geschlagenen Gütlbauer auf der Linie.

In der 45. Minute mussten die Kärntner gleich nochmal so richtig zittern, als ein Schuss von Klassen nach einer Anderson-Flanke an die Latte geprallt war. 

GAK bringt den Ball auch nach der Pause nicht über die Linie

Der GAK blieb auch nach der Pause die klar spielbestimmende Mannschaft, wobei der WAC zunächst etwas besser ins Spiel kam und die Rotjacken phasenweise vom eigenen Strafraum fernhielt.

Bereits in der 54. Minute bot sich die nächste große Möglichkeit: Hofleitner gewann den Ball hoch vor dem WAC-Strafraum und legte für Guerti ab. Der hatte viel Zeit, setzte seinen Flachschuss aber zu unplatziert an, sodass Gütlbauer erneut nicht ernsthaft eingreifen musste. Zwei Minuten später folgte die nächste Doppelchance. Anderson erreichte einen Steilpass, über Umwege kam der Ball zu Koch, dessen Abschluss hängen blieb. Klassen nahm den Abpraller direkt und setzte ihn über das lange Eck.

Der GAK drängte nun immer stärker auf den Führungstreffer und kam vor allem nach Standards regelmäßig zu gefährlichen Situationen. In der 61. Minute entwickelte sich nach einem Eckball sogar eine Triplechance: Zweimal konnten sich WAC-Spieler in die Abschlüsse werfen, ehe Hofleitner den dritten Versuch neben das Tor setzte. 

Der WAC kam in der 64. Minute immerhin zu einem seltenen Entlastungsangriff. Mamageishvili legte auf Vrioni zurück, der aus spitzem Winkel abschloss und Stankovic zu seiner ersten Parade zwang. An der grundsätzlichen Rollenverteilung änderte das jedoch wenig.

In der 69. Minute forderten die Grazer nach einem Zweikampf mit Hofleitner im Strafraum einen Elfmeter, Schiedsrichter Greinecker ließ jedoch weiterspielen. Wenig später wurde auch die Präzision der Rotjacken zum Problem: Immer wieder kamen die Grazer zwar in gute Positionen, fanden dort aber nicht den letzten sauberen Pass oder standen sich im Strafraum teilweise sogar gegenseitig im Weg.

In der Schlussphase nahm der Druck nochmals zu. Nach einem hervorragenden Ball hinter die WAC-Abwehr hatte Michorl in der 80. Minute die vielleicht beste Gelegenheit des zweiten Durchgangs. Der Routinier nahm den Ball sauber mit und lief alleine auf Gütlbauer zu, traf im Eins-gegen-Eins aber nur die linke Stange. Nur wenige Sekunden später verfehlte Grosse aus rund 18 Metern das lange Eck ebenfalls nur knapp.

Schlussendlich mussten sich die Rotjacken trotz zahlreicher Torchancen mit einem torlosen Remis begnügen. 

GAK 1902 – RZ Pellets WAC 0:0

Samstag, 29.08.2026 (17:00 Uhr); Merkur-Arena, Graz; SR Markus Greinecker.

GAK: Stankovic – Owusu, Pines, Oberleitner – Anderson (76./Italiano), Guerti (76./Lichtenberger), Koch, Michorl, Klassen – Hofleitner, Maderner (66.&Große); Trainer: Gerald Scheiblehner.

WAC: Gütlbauer – Behounek, Piesinger, Wimmer – Wohlmuth, Sulzner, Mamageishvili (71./Agyeman), Sky Schwarz (72./Renner) – Verhounig (46./Schriebl), Vrioni (80./Karamoko), Avdijaj (20./Kitz); Trainer: Thomas Silberberger. 

Gelbe Karten: Michorl, Pines, Maderner bzw. Behounek, Silberberger, Sulzner, Wohlmuth

Rot: Wimmer (16.)

Spielfilm im Liveticker

Fotocredit: Gepa-Admiral