Der globale Wettlauf um kritische Rohstoffe wird zunehmend zu einem Wettlauf um Kapital. Und dabei droht Europa gegenüber den USA ins Hintertreffen zu geraten.
Nach Angaben der Financial Times hat Washington seit 2022 rund 40 Milliarden US-Dollar an vorläufigen Finanzierungszusagen für Rohstoffprojekte angekündigt. Hinzu kommen direkte Beteiligungen an Bergbauunternehmen. Die EU und ihre Mitgliedstaaten haben dagegen in diesem Jahr rund 6 Milliarden Euro für Rohstoffprojekte zugesagt.
Der Unterschied zeigt, wie ernst die USA ihre Abhängigkeit von China inzwischen nehmen – und warum Europas eigene Rohstoffvorkommen strategisch interessanter werden könnten.
Die USA kaufen sich direkt in die Lieferkette ein
Washington beschränkt sich längst nicht mehr auf Förderprogramme.
Ein prominentes Beispiel ist MP Materials (ISIN: US5533681012). Das US-Verteidigungsministerium investierte im vergangenen Jahr 400 Millionen US-Dollar und sicherte sich damit rund 15 Prozent am amerikanischen Seltene-Erden-Produzenten. Gleichzeitig wurde für bestimmte von MP Materials produzierte Seltene-Erden-Produkte ein Mindestpreis vereinbart.
Auch außerhalb der USA wird investiert. Laut FT hält die US-Regierung inzwischen zehn Prozent an USA Rare Earth (ISIN: US91733P1075). Das Unternehmen übernahm zuletzt den britischen Spezialisten Less Common Metals und beteiligte sich mit 13 Prozent am französischen Unternehmen Carester.
Das Muster ist klar: Die USA wollen nicht nur Rohstoffe kaufen, sondern Kontrolle über strategische Lieferketten gewinnen.
75 strategische Projekte – aber reicht das?
Europa verfolgt einen anderen Ansatz.
Brüssel hat inzwischen 75 strategische Rohstoffprojekte ausgewählt, die von beschleunigten Genehmigungsverfahren und verbessertem Zugang zu Finanzierung profitieren sollen.
Doch selbst der Europäische Rechnungshof äußert Zweifel. Laut FT warnte er im Februar, dass es unwahrscheinlich sei, dass viele dieser Projekte rechtzeitig zur Erreichung der europäischen Rohstoffziele für 2030 beitragen werden.
Bernd Schäfer, CEO von EIT RawMaterials, bringt Europas Problem gegenüber der FT auf den Punkt: Die Amerikaner setzten Ideen schnell um, während Europa zu lange administriere und Zeit verliere.
Für Anleger entsteht daraus eine interessante Frage: Wenn Europa tatsächlich mehr Rohstoffe aus eigenen oder nahegelegenen Quellen benötigt – wo können diese gefunden werden?
Der Balkan besitzt, was Europa sucht
Eine mögliche Antwort liegt in Südosteuropa.
Der Balkan besitzt eine jahrhundertelange Bergbaugeschichte, wurde jedoch in zahlreichen Regionen bislang deutlich weniger mit modernen Explorationsmethoden untersucht als etablierte Bergbaudistrikte in Australien oder Nordamerika.
In Bosnien und Herzegowina exploriert beispielsweise Yugo Metals Ltd. (ISIN: AU0000404998) mehrere zu 100 Prozent gehaltene Projekte mit Gold, Kupfer, Nickel und polymetallischer Mineralisierung.
Besonders interessant ist das Sinjakovo-Projekt. Beim Erak-Prospekt hat Yugo ein System mit Gold, Silber, Kupfer und Antimon identifiziert. Gesteinsproben lieferten nach Unternehmensangaben Werte von bis zu 8 g/t Gold, 16 Prozent Kupfer, 2 kg/t Silber und 4,5 Prozent Antimon.
Entscheidender sind jedoch die Bohrungen. Zuletzt meldete Yugo bei Erak 36,1 Meter mit 2,3 g/t Gold, darunter drei Meter mit 14,5 g/t sowie einen Meter mit 42,5 g/t Gold. Die Mineralisierung bleibt nach Unternehmensangaben offen.
Auch Nickel könnte strategisch werden
Beim Sockovac-Projekt untersucht Yugo zudem historische Nickelmineralisierung. Frühere Bohrungen lieferten dort Abschnitte von bis zu 5,1 Metern mit 6,6 Prozent Nickel.
Das Unternehmen steht allerdings noch am Anfang. Es gibt bislang keine definierte Mineralressource, und historische Ergebnisse sowie hochgradige Einzelproben garantieren keine wirtschaftliche Lagerstätte. Weitere Exploration muss zeigen, welche Größe und Kontinuität die Systeme tatsächlich besitzen.
Doch die geopolitischen Rahmenbedingungen verändern die Bedeutung solcher Projekte.
Europas Problem ist nicht das Ziel – sondern die Geschwindigkeit
Europa weiß inzwischen, dass es seine Rohstoffabhängigkeit reduzieren muss. Die entscheidende Frage lautet, wie schnell daraus tatsächlich neue Minen und Lieferketten entstehen.
Die USA haben mit rund 40 Milliarden US-Dollar an angekündigter Projektfinanzierung gezeigt, welchen strategischen Wert sie kritischen Rohstoffen beimessen. Europa hat Projekte identifiziert – muss diese nun aber auch entwickeln.
Genau deshalb könnten historisch bedeutende, aber modern noch wenig explorierte Regionen wie der Balkan stärker in den Fokus rücken.
Für Yugo Metals bleibt der Weg zu einer möglichen Lagerstätte lang und mit erheblichen Explorationsrisiken verbunden. Doch wenn Europa im globalen Rohstoffwettlauf aufholen will, wird es nicht nur Kapital benötigen.
Es wird auch neue Entdeckungen brauchen.

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Quellen
https://www.ft.com/
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Yugo Metals Ltd
Land: Australien
ISIN: AU0000404998
Yugo Metals
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