Immer wieder müssen Interessierte auf lange Wartezeiten vertröstet werden, was für Kritik sorgt. So spürt eine Familienpraxis in Wörgl das große Interesse an der Gürtelrose-Impfung ganz besonders. Die starke Nachfrage sei zwar sehr erfreulich, rund 150 Interessierte stünden aber auf der Warteliste, der Großteil müsse also abgewiesen werden, sagt Hausarzt Marco Schönberger. Neun von zehn Personen müsse man sagen, dass man die Impfung nicht anbieten könne.

Ein Mann mit Gürtelrose am Oberkörper

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Typischer Hautausschlag bei Gürtelrose

Gürtelrose

Gürtelrose wird durch das Windpocken-Virus verursacht, das nach einer Windpocken-Erkrankung im Körper verbleibt. Im Alter oder bei Immunschwäche kann das Virus wieder aktiv werden. In der Regel heilt Gürtelrose innerhalb weniger Wochen ab, es besteht aber die Gefahr von Komplikationen.

Nicht nur bei betroffenen Patientinnen und Patienten, auch in den Ordinationen sorgen die Engpässe für Unmut, vor allem auch der Bestellvorgang über einen Online-Shop. Dabei handle es sich um eine Zufallslotterie, ähnlich wie bei einem Konzert eines Superstars. Wenn man da nicht pünktlich davorsitze und aktualisiere, habe man keine Chance, so Schönberger. In der aktuellen Bestellrunde habe es genau drei Minuten gedauert bis sämtliche Impfstoffe wieder vergriffen waren.

Wer zuerst klicke, impfe zuerst, meint Schönberger. Die Tiroler Ärztekammer bestätigt, dass der Engpass vielerorts für Probleme sorgt. Die Berufsvertretung fordert schnell mehr Geld für mehr Impfstoffe, um den Andrang zu bewerkstelligen.

Ministerium: Nachfrage übersteigt Angebot

Laut dem Sozial- und Gesundheitsministerium gebe es tatsächlich mehr Nachfrage als Angebot. Man kaufe aber laufend neue Impfdosen ein und kläre auch über die Verteilung auf. Interessierte könnten außerdem auf einige Bezirkshauptmannschaften oder den Stadtmagistrat Innsbruck ausweichen. Dort könne man nach einer Terminvereinbarung schnell eine Gürtelrose-Impfung erhalten.

Von einem Sprecher der Staatssekretärin im Sozialministerium Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) heißt es, man könne die Kritik so nicht nachvollziehen. Alle zwei Wochen gebe es einen gemeinsamen Termin mit Vertreterinnen und Vertretern der Bundesländer und der Ärztekammer, bei dem unter anderem über die Versorgung mit Impfstoffen aus dem öffentlichen Impfprogramm gesprochen werde.

„Bei größeren Lieferungen wird für jede impfende Einrichtung zunächst eine garantierte Menge reserviert. Zusätzlich können sich Einrichtungen, die nicht zum Zug gekommen sind, auf eine Informationsliste setzen lassen und werden über weitere Bestellmöglichkeiten informiert“, so der Sprecher.

Begrenzte Produktionskapazitäten

Er verweist auch darauf, dass man den Impfstoff am internationalen Markt einkaufen müsse, dort stünden Produktionskapazitäten nicht unbegrenzt und nicht jederzeit zur Verfügung. Die nächsten Mengen würden daher entsprechend der internationalen Verfügbarkeit schrittweise bereitgestellt.

Seit Beginn des öffentlichen Impfprogramms seien fast 900.000 Dosen Gürtelrose-Impfstoff bereitgestellt worden, heißt es aus dem Sozialministerium weiter. Mit Stand 25. August 2026 seien rund 633.250 Impfungen im Impfpass dokumentiert. Weitere hunderttausende Dosen seien für die kommenden sechs Monate in Vorbereitung. „Von zu wenig bestelltem Impfstoff kann daher keine Rede sein. Richtig ist aber: Die Nachfrage ist derzeit höher als die unmittelbar verfügbaren Mengen.“

Stadt Innsbruck: Noch ausreichend Impfstoff vorhanden

Von der Stadt Innsbruck heißt es, aktuell seien noch ausreichend Bestände aus einer vorherigen Lieferung vorhanden. Die Impfung sei für alle ab 60 Jahren in der Innsbrucker Impfstelle in der Fallmerayerstraße 5 nach vorheriger Anmeldung gratis möglich. Die Terminvergabe erfolge online unter www.innsbruck.gv.at/impftermin oder telefonisch unter +43 512 5360 8377.