Das Metropolitan Museum of Art in New York hat eine geplante Ausstellung zu Ehren des Modedesigners John Galliano abgesagt. Galliano sagte in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Kunstmuseum, er habe schweren Herzens beschlossen, es sei besser, wenn die Ausstellung nicht zum geplanten Zeitpunkt stattfinde. »Ich übernehme weiterhin die volle Verantwortung für den Schmerz, den
meine Worte in der Vergangenheit verursacht haben, insbesondere für das
Leid, das ich der jüdischen und der asiatischen Gemeinschaft zugefügt
habe«, hieß es weiter. »Ich bedauere das zutiefst.«
Am 31. Juli hatte das Metropolitan Museum angekündigt, in John Galliano: Horizons dessen Gesamtwerk zu würdigen. Jüdische Vertreter äußerten daraufhin Kritik an dem Museum. Antisemitische Übergriffe nehmen derzeit zu, erinnerte etwa der New Yorker Rabbi David Ingber. »Wenn das Metropolitan Museum Galliano in einem solchen Moment in den Mittelpunkt eines großen Kulturspektakels stellt, geht es automatisch um mehr als eine künstlerische Auseinandersetzung mit seinem Werk.« Auch drohten private Geldgeber damit, Spenden zurückzuziehen. Für Kritik sorgte auch, dass die Met Gala, die die Ausstellung eröffnen sollte, auf denselben Tag fällt wie der Holocaustgedenktag HaSchoah.
Heftige antisemitische Ausfälle
Galliano galt jahrelang als eine der herausragenden Persönlichkeiten der Modewelt, bevor er in den Jahren 2010 und 2011 mit antisemitischen und rassistischen Äußerungen auffiel. Im Jahr 2011 stellte ein französisches Gericht mehrere Vorfälle in einer Pariser Bar fest. Die britische Boulevardzeitung Sun veröffentlichte zudem ein Video, das den Designer dabei zeigt, wie er Gäste einer Bar beschimpft. »Leute wie Sie sollten tot sein. Ihre Mütter, Vorfahren sollten alle verdammt vergast sein.« Und: »I love Hitler.« Daraufhin hatte Galliano seinen Posten als Kreativdirektor bei der Modemarke Dior räumen müssen.
Auch Andrew Bolton, zuständiger Kurator am Costume Institute, stellte sich hinter die Entscheidung, die Ausstellung abzusagen: »Ich bin fest von der Verantwortung der Museen überzeugt, schwierige Geschichten sorgfältig und offenherzig zu beleuchten. Auch erkenne ich den Schmerz und die Besorgnis an, die diese Ausstellung auslöst.«
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Sieht aus wie Nerz, ist aus Brennnessel