Das Oberste Gericht von Québec hat ein Urteil im Fall des kanadischen Kardinals Marc Ouellet gefällt. Das Gericht stufte die Vorwürfe einer früheren Pastoralassistentin bezüglich angeblicher sexueller Übergriffe als unbegründet ein und sprach Ouellet eine Entschädigungssumme von 100.000 Dollar zu.
Die katholische Kirche wird 104 Millionen kanadische Dollar (umgerechnet 76 Millionen US-Dollar) an Hunderte von Opfern sexuellen Missbrauchs im Osten Kanadas zahlen. Das kündigt …
Salvatore Cernuzio und Mario Galgano – Vatikanstadt
Die Beschuldigungen gegen den emeritierten Präfekten des vatikanischen Bischofsdikasteriums stammten aus dem August 2022 und wurden im Kontext einer Sammelklage gegen die Erzdiözese Québec vorgebracht. Die Klägerin hatte Handlungen im Zeitraum von 2008 bis 2010 geltend gemacht. Ouellet wies die Darstellungen von Beginn an zurück und leitete rechtliche Schritte zur Wahrung seiner Persönlichkeitsrechte ein. Bereits im Jahr 2022 sah Papst Franziskus nach einer internen Voruntersuchung mangels hinreichender Anhaltspunkte von der Eröffnung eines kirchenrechtlichen Ermittlungsverfahrens ab.
Im zivilrechtlichen Verfahren vor dem Gericht in Montreal im März 2026 stellte Richter Martin Castonguay Unstimmigkeiten in den Aussagen der Klägerin fest und stufte deren Angaben als nicht glaubwürdig ein. Zudem verwies das Gericht auf den Umstand, dass die unberechtigte Zuordnung Ouellets zu den Vorwürfen der Sammelklage eine Beeinträchtigung seiner Reputation darstellte.
Kardinal Ouellet kündigte in einer Stellungnahme an, den zugesprochenen Betrag vollständig an Organisationen weiterzuleiten, die sich für den Schutz indigener Gemeinschaften vor sexuellem Missbrauch in Kanada engagieren. Zudem bekräftigte er seine Absicht, Maßnahmen gegen Fehlverhalten innerhalb der Kirche und der Gesellschaft weiterhin zu unterstützen.
(vatican news)