Das Trio Marita Holzmann, Uli Kriwet und Isabelle Kujat zeigt sein Können in der Passage vor der Zuckerdose und Kosmetik Frey. Was tun, wenn ein großer, brauner Teefleck versehentlich auf ein großes, weißes Blatt Zeichenpapier gerät, auf dem eigentlich etwas anderes entstehen sollte. Ein wenig kreatives Nachdenken später, die Eingebung, ganz einfach noch mehr Teekleckse drauf. So entstand mit künstlerischem Blick, viel Fantasie und schwarzer Tusche, aus dem Zufall heraus, eine interessante grafische Komposition, die als „Die Tänzer“ ihren Weg verdienterweise in die lange Kunstnacht fand. Die erst 14-jährige Elisa Isabelle Kujat besucht die J.-Lederer-Schule in Kaufbeuren, wo sie während der Woche auch lebt. Sie wurde in Indonesien geboren und hat sich, als sie mit fünf Jahren nach Landsberg kam, mit großem Ehrgeiz selbst Deutsch beigebracht. Daneben entwickelte sie ein großes Interesse fürs Malen und Zeichnen, jetzt benutzt sie dazu größtenteils Acryl.
Mangas, zu denen sie ihre eigenen Geschichten erfindet, zeichnet sie besonders gerne. „Das macht mir großen Spaß und ich kann damit auch Probleme verarbeiten“, erzählt die muntere Schülerin, die als Berufswunsch Architektin oder Schauspielerin angibt. Als Nachbarin und langjährige, gute Kundin der Zuckerdose kennt sie die kunstinteressierte Betreiberin Christine Schelz gut. Diese will die außergewöhnliche Begabung des Teenagers fördern, und zusammen freuen sie sich auf die Lange Kunstnacht.
Im gleichen Stadtquartier lebt Uli Kriwet, der bereits über Ausstellungs-Erfahrung während der Langen Kunstnacht im Zeder-Markt verfügt. Sein Berufsleben hat er bereits hinter sich. Als Ingenieur war es geprägt von klaren Linien sowie technischer Sachlichkeit. Der 1945 in Bad Vöslau bei Wien geborene und in Hagen, Westfalen aufgewachsene Kriwet, wohnt seit 1983 mit seiner Frau Christine in Landsberg. Aus seiner Passion für die klassische Fotografie entwickelte sich nach seiner Pensionierung eine neue Leidenschaft. „Ich fing an, Fotografien so zu verfremden, dass aus klassischen Blumenbildern, gemäldeartige Fotokunstwerke entstanden, vergleichbar mit der Spiritustechnik, Acryl-Alkohol-Technik“, verriet Ulrich Kriwet. Seine farbenfrohen, künstlerischen oder gestalterischen Veränderungen eines Motivs werfen einen neuen Blick auf vertraute Wirklichkeiten, welche die Vielfalt des Lebens, Freude und Leichtigkeit widerspiegeln.
Marita Holzmann komplettiert das Ausstellungs-Trio vor Schönheits- und Süßigkeitenshop. Holzmann kommt ursprünglich aus Markt Oberdorf, lebt jedoch seit 36 Jahren in Landsberg. In ihrem Job als technische Zeichnerin hatte sie ebenfalls viel mit klaren Linien zu tun. „Doch ich hatte immer schon eine eher künstlerische Ader, habe gerne genäht, getöpfert und gebastelt“, erzählt die 61-jährige. Auch Zeichnen mit Pastell- und Aquarellfarben gehörte schon früh zu ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen. Seit zwei Jahren hat sie sich ganz auf Aquarellfarben spezialisiert, sich dabei aber auf keinen Stil festgelegt. Farbintensiv, sowohl im Gegenständlichen als auch im Abstrakten, sind auf ihren Arbeiten oft heimische Tiere, wie Kühe und Schweine, aber auch Menschen und Häuser zu bewundern. „Meine Bilder sollen nicht exakt wie Fotos aussehen, sondern dazu anregen, etwas länger drauf zuschauen“, so die Künstlerin, die sich zusammen mit ihrer jungen Kollegin und dem Ausstellungsprofi auf die Lange Kunstnacht freut.