Bild von Markus Bauer

Markus Bauer
Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.

Die Jagd nach den Verantwortlichen hinter den jüngsten GTA 6-Leaks nimmt eine neue Wendung. Take-Two versucht inzwischen offenbar nicht mehr nur großflächig Daten von Plattformen einzusammeln. Die Ermittlungen konzentrieren sich zunehmend auf konkrete Discord-Nutzer.

Wie aus neuen Gerichtsunterlagen hervorgeht, hat der Rockstar-Mutterkonzern einen zusätzlichen Discord-Nutzer identifiziert. Gleichzeitig konnte der US-amerikanische Videospiele-Publisher weitere Informationen über einen Nutzer sammeln, der bereits bei der ersten Anfrage eine Rolle spielte. Darüber berichtete TorrentFreak zuerst.

Das bedeutet allerdings noch nicht, dass Take-Two den eigentlichen GTA 6-Leaker identifiziert hat. Die beiden Discord-Nutzer stehen im Fokus der Untersuchung und sollen nach Ansicht des Unternehmens mit denselben Vorgängen in Verbindung stehen, die bereits Gegenstand der ersten Anfrage waren.

Take-Two möchte die Namen diesmal geheim halten

Interessant ist vor allem, wie sich das Vorgehen verändert hat. Die erste Anfrage an Discord war öffentlich und vergleichsweise breit gefasst. Dadurch wurde sogar bekannt, welche Community-Server Take-Two untersucht. Dazu gehörte auch ein Server im Umfeld des GTA-Creators DarkViperAU. Wichtig: Der Creator selbst wurde damit nicht beschuldigt, hinter den Leaks zu stecken.

Die zweite Anfrage ist anders. Take-Two möchte die entsprechenden Unterlagen unter Verschluss halten. Die Namen der betroffenen Accounts und weitere Details sollen also nicht öffentlich sichtbar werden. Der Konzern begründet das damit, dass die Untersuchung derzeit „rasch entwickelnd und fortlaufend“ seien. Eine Veröffentlichung könnte die mutmaßlich Beteiligten vorwarnen und ihnen möglicherweise die Gelegenheit geben, Informationen oder Beweismaterial verschwinden zu lassen.

Grand Theft Auto VI (GTA 6) erlebte eine massive Leak-Welle kurz vor dem

Grand Theft Auto VI (GTA 6) erlebte eine massive Leak-Welle kurz vor dem „Extended Look“ (Trailer 3). – Bild: Rockstar Games

Die Suche nach Cyberleek wird plötzlich deutlich konkreter

Nach den aktuellen Unterlagen verfügt Take-Two außerdem über neue Informationen zu den Discord-Servern, die bereits Gegenstand der ersten Anfrage waren. Statt erneut große Mengen an Daten einzufordern, möchte das Unternehmen jetzt gezieltere Informationen zu bestimmten Accounts und Servern erhalten.

Das ist ein wichtiger Unterschied. Zu Beginn versuchte Take-Two noch, über mehrere Plattformen möglichst viele Spuren zusammenzutragen. Neben Discord wurden auch Microsoft, X und Google beziehungsweise YouTube in die Suche einbezogen.

Eine geplante Anfrage an Google hat Take-Two mittlerweile sogar wieder zurückgezogen. Ursprünglich wollte der Publisher Informationen zu mehreren YouTube-Accounts erhalten, darunter CyberLeeks, Surfer24k und CyberLeek_ar_io. Ein Richter verlangte allerdings zusätzliche Erklärungen dazu, wie diese Accounts mit dem geleakten Material zusammenhängen.

Kurz darauf erklärte der GTA 6-Herausgeber, dass die betreffenden Informationen aufgrund der sich schnell verändernden Ermittlungen nicht mehr benötigt würden. Eine spätere neue Anfrage bleibt aber möglich. Das spricht zumindest dafür, dass inzwischen andere Spuren wichtiger geworden sind.

Für Cyberleek könnte es jetzt ungemütlich werden

Die aktuelle Leak-Welle begann Mitte August. Unter dem Namen Cyberleek wurden innerhalb weniger Tage zahlreiche Videos mit vermeintlichem GTA 6-Gameplay veröffentlicht. Die Aktion war gleichzeitig mit einem eigenen Meme-Coin verbunden. Rund um die enorme Aufmerksamkeit durch GTA 6 soll Cyberleek damit erhebliche Einnahmen erzielt haben. Kurz nach Rockstars offizieller Präsentation wurden Kryptowährungen im Wert von knapp 250.000 US-Dollar aus dem Projekt abgezogen. Anschließend brach der Kurs massiv ein.

Rockstar bezeichnete die Veröffentlichung des unfertigen Materials selbst als „herzzerreißend“ für das Team. Seitdem scheint Take-Two deutlich mehr Energie darauf zu verwenden, die Personen hinter der Aktion tatsächlich zu identifizieren.

Noch ist niemand öffentlich als Verantwortlicher benannt. Die neuen Gerichtsdokumente zeigen aber, dass sich die Suche verändert hat: Aus einer sehr breiten Datensuche werden zunehmend konkrete Accounts und Verbindungen. Ob einer der beiden Discord-Nutzer tatsächlich zu Cyberleek führt, bleibt offen. Dass Take-Two die neuen Informationen jetzt sogar geheim halten möchte, zeigt allerdings ziemlich deutlich, dass der Publisher glaubt, einer relevanten Spur näher gekommen zu sein.


Hast du einen Fehler entdeckt oder weitere Infos zu diesem Artikel? Dann schick uns gerne dein

Feedback
!