Stefan Raab schickte 15 Promis und sich selbst auf Jetskis ins Rennen und präsentierte mit der „Jetski Star WM“ ein neues Spektakelformat. Einige Promis gingen auf der Regattabahn Duisburg baden, Ralf Schumacher kugelte sich die Schulter aus und dann wurde auch noch ein Ordner umgefahren. Nach den elendslangen Moderationsmonologen und rund siebenhundertfünfzig Jetski-Rennen war ein Happy End echt notwendig: Stefan Raab, das Wettkampfschwein der Nation, musste eine empfindliche Niederlage einstecken.

Diese Satire stellt die Sicht von Robert Penz dar. Informiere dich, wie unsere Redaktion mit Meinungen in Texten umgeht.

20:15 Uhr: Here we go! Zunächst wird in dieser neuen „Stefan Raab„-Show mal Stefan Raab abgefeiert. „Er hat das Fernsehen verändert“, bläst die Stimme aus dem Off dem 59-Jährigen Zucker in den Arsch. Die Protagonisten des Abends, die jetzt angeteasert werden, machen einen auch irgendwie unentspannt. Wo bin ich und was mache ich hier? Acht Teams bilden die 16 vermeintlichen Stars. „Wer behält die Kontrolle? Und wer säuft ab?“, meint die Stimme aus dem Duisburger Off. Laura Wontorra, Frank „Buschi“ Buschmann und irgendeine Dritte, deren Namen ich nicht verstanden habe, moderieren das Ding. Das Wetter in Duisburg? Bescheiden! Es regnet. In mehreren Disziplinen sollen die acht Teams heute auf Jetskis um den Titel fighten.

Der Boss fährt groß auf

20:22 Uhr: Stefan Raab, Deutschlands ehrgeizigster Entertainer, schiebt sich ins Geschehen. Er kommt mit großem Brimborium. Die „Jetski Star WM“ ist natürlich auf seinem Mist gewachsen. Raab kommt mit einer ganzen Armada an Booten, spektakulärer Pyrotechnik und in einer Florian-Silbereisen-Gedenk-Traumschiffkapitänsuniform über die Regattabahn Duisburg gebraust. „Klein kann er nicht“, sagt Laura Wontorra.

20:27 Uhr: Heute stehen drei Disziplinen auf dem Programm: ein Speedwettbewerb, eine Geschicklichkeits-Challenge, bei der Ringe von einem Stapel geholt und auf einen Poller gesetzt werden müssen, sowie die Königsdisziplin: ein Hindernisparcours.

20:30 Uhr: Es geht los mit dem Speedwettbewerb. Man muss quasi so schnell wie möglich einen Kurs zweimal absolvieren. Dass die Moderatorinnen, Wontorra und die andere, einen unablässigen Redestrom produzieren, fällt sehr auf. Nach 15 Minuten ist mir bereits saufad. Das Wissen, dass es Vorrunde, Viertelfinale, Halbfinale und Finale gibt, macht mich nicht lockerer. In der Zeit muss ich vermutlich sechsmal auf die kleine Seite und zweimal mein Gesicht rasieren.

20:40 Uhr: Das erste Duell: Ex-Formel-1-Pilot Ralf Schumacher muss gegen Ex-Turner und Olympiasieger Fabian Hambüchen ran. Ah, die dritte Moderatorin heißt Jana Wosnitza, sie ist Sportjournalistin und Moderatorin. Das zu wissen macht mich narrisch vor lauter Glück! Schumacher macht jedenfalls Hambüchen platt. Der Ex-Turner wird sich in der zweiten Disziplin, wo mit Ringen hantiert werden muss, vermutlich mehr Chancen ausrechnen. Was mir echt Sorgen macht: Dieses rund 40 Sekunden dauernde Rennen war nicht mal ansatzweise spannend. Eigentlich war es sogar richtig lähmend. Meine Vermutung: Die „Jetski Star WM“ wird nicht in Serie gehen.

20:47 Uhr: Das nächste Duell: Foodblogger Stefano Zarrella versus Spitzenkoch Alexander Kumptner. Den Food-Zarrella kenne ich eigentlich nicht wirklich. Mit seinem Brassa, dem Schlagerero, habe ich beruflich häufiger zu tun. Gibt’s dann noch mehr Zarrellas oder war’s das schon? Das Schöne am Food-Zarrella: Er singt nicht! Kumptner gewinnt übrigens. Dann zwei Frauen: Influencerin Dagi Bee tritt gegen Profitänzerin Renata Lusin an. „Hoffentlich quatschen die das Event nicht zu Tode“, hofft jemand auf „X“, während die Moderatorinnen das Event zu Tode quatschen. Dagi Bee verfährt sich und ist raus.

20:58 Uhr: Spannungsarm, das alles! Wollen wir irgendwas spielen? Was singen vielleicht? Schade, dass die KI nicht an meiner Stelle dieses Schlafwagenformat gucken und darüber schreiben kann. Die kann doch sonst schon jeden Scheiß. Vor jedem rund 40 Sekunden dauernden Race labert Wontorra übrigens gefühlte 15 Minuten. Oder war’s Wosnitza? Ich kann die beiden nicht auseinanderhalten.

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Laura Wontorra zeigt sich kuschelnd mit neuem Freund

Aktualisiert
am 29.08.2026, 12:23 Uhr

Laura Wontorra hat auf Instagram ein paar Fotos ihres Sommers gepostet. Darunter ist auch ein Kuschelfoto im Bikini mit ihrem neuen Freund Riccardo Basile.

Der Extrem-Kelly geht baden

21:01 Uhr: Joey Kelly, der Extrem-Kelly, tritt gegen Gustav Schäfer, den Schlagzeuger von Tokio Hotel, an. Wir wissen, wer dieses Duell gewinnen wird. Der Extrem-Kelly hat sicher schon mal den Everest mit Skischuhen und einem auf den Rücken geschnallten Buckelwal erklommen und vermutlich schon mal eineinhalb Jahre durchgehend auf einem Bein in einer Güllegrube stehend Songs von der Kelly Family gesungen. Gustav ist immerhin bereits Rad gefahren und hat schon zweimal einen Stufenbarren in real Life gesehen. Oh, jetzt ist der Extrem-Kelly doch glatt baden gegangen. Na, das ist aber peinlich! Da zweifle ich doch gleich an der Everest-Story. Vermutlich war das damals gar kein schwerer Buckelwal, sondern ein fucking Goldfisch, den er durch die Todeszone getragen hat, der alte Pseudo-Sherpa. Dass Kelly abgesoffen ist, gefällt Raab natürlich. Er lacht sich einen Ast.

21:10 Uhr: Endlich Werbung! Die extrem tollen Produkte sorgen für die ersten Highlights des Abends. Was für ein Segen: Dieses Mundwasser lässt einen tatsächlich ganze fünf Minuten lang nicht mehr nach Aas aus dem Mund riechen. Das kann in einer Interaktion schon ein Vorteil sein. Bitte, bitte, ich will nicht mehr zurück nach Duisburg. Hey, habt ihr auch was gegen fiesen Fußpilz und heftiges Jucken in den Achselhöhlen?

21:18 Uhr: Shit, dann halt wieder „Jetski Star WM“. Wenn Raab dieses Format wirklich gut findet, dann ist es nicht mehr weit zur Maultrommel-Open, Gummistiefelweitwurf-Challenge oder Nacktklöppel-Championship. Deren Spannungs- und Unterhaltungsniveau würde jedenfalls kaum hinter dem derzeit Gebotenen zurückbleiben. Ann-Kathrin Bendixen alias „Affe auf Bike“, Weltreisende und Influencerin, kommt beim Start nicht mal vom Fleck. René Casselly ist der aus dem Zirkus mit dem Ego auf Anschlag und dem ausgeprägten Mitteilungsbedürfnis, oder? Wie auch immer: Der matcht sich gerade mit Joel Mattli, der wiederum „Ninja Warrior“ ist. Klingt toll! Was ist ein Ninja-Warrior?

21:31 Uhr: Mir ist fad! Ich muss aufs Klo! Ist es bald aus? „Was für eine unnötige Show!“, meint jemand auf „X“, dem das neue Format auch nicht so extrem zusagt. Sport-Influencerin Sophia Thiel fährt nun gegen Streamer Jens „Knossi“ Knosalla. Ich freue mich schon wieder so auf die nächsten Produkte in der Werbung. Hoffentlich ist ein tolles Waschmittel dabei. Irgendwas gegen Scheidentrockenheit wäre auch super.

Interview

|Beide sind bei „Die Verräter“

Ann-Kathrin Bendixen über Gabriel Kelly: „Ich bin sehr froh, dass er dabei war“

von Anika Richter und Jésula Thomas


Raab gegen Casselly chancenlos

21:52 Uhr: Warum muss Gustav bei dieser Jetski-Chose eigentlich mitmachen? Wird seine Trommelei bei Tokio Hotel so mies vergütet? Während die Kaulitz-Brassas mondän in L.A. leben, muss Schlagzeugknecht Gustl in Duisburg offensichtlich für Kohle deppert übers Wasser brettern. Der „Tokio Hotel“-Bassist, der andere Paria der Band, holt den Gustl dann vermutlich mit dem Taxi ab, während die Kaulitz-Brassas vielleicht gerade irgendwo den Kaviar vom Albino-Stör die Peristaltik runterschieben.

21:55 Uhr: Nun Stefan Raab, das Kampfschwein der Nation. Er muss gegen Emmvee ran, der Stand-Up-Comedian sein soll, aber nicht seinen besten Tag haben dürfte. Vielleicht hab ich’s auch falsch verstanden und er ist Stand-Up-Paddler. Raab wolle jedenfalls „volle Suppe“ fahren, sagt er. Und das tut er. Er gewinnt, bleibt aber weit hinter Cassellys Bestzeit zurück. Oh Gott, ich will mich mit den Ergebnissen dieser Chose nicht ernsthaft auseinandersetzen!

22:14 Uhr: Seufz! Casselly fährt im Viertelfinale mit 36 Sekunden und ein paar Zerquetschten erneut Bestzeit. Ich freue mich natürlich total für ihn, werde ihm eine Glückwunschkarte aus Kastanien, Schorf und Buntpapierresten basteln und morgen in der Heiligen Messe zwischen der ersten und zweiten Lesung einen Dankpsalm singen. Noch drei so Rennen und ich muss mir, glaube ich, eine Zirkelspitze in den Neokortex jagen, um dieser lähmenden Fadesse irgendwie begegnen zu können.

22:30 Uhr: Kleiner Exkurs: Ich kann es noch immer nicht fassen, dass Dolly Parton gestorben ist. Eine amerikanische Ikone, auf die sich irgendwie fast alle Menschen einigen konnten. Und eine Selfmade-Frau, die mit Witz und Verstand ein Imperium schuf und dabei jene nie vergaß, denen das Glück weniger hold war. Ich liebe ihr „Early Morning Breeze“. Tolle Frau! RIP, Dolly!

22:37 Uhr: Casselly betoniert Raab im Semifinale mit neuer Bestzeit. Der Zirkusmann trifft somit im Finale auf Ralf Schumacher.

22:42 Uhr: Aha, jetzt geht’s auf einmal schneller. Plötzlich sind wir schon beim Finale: Schumacher gegen Casselly. Letzterer macht keine Gefangenen und fährt mit seiner vierten Bestzeit dem Ralfi um die Ohren. Okay, und jetzt bitte einfach weitermachen und nicht wieder ewig labern und Casselly zweieinhalb Jahre lang abfeiern. Raab führt den Sieg übrigens auf Cassellys geringes Gewicht zurück. „70 Kilo hab ich das letzte Mal mit zwölf gewogen“, sagt der 59-Jährige, der mit Schwimmweste schon ein wenig an das Michelin-Männchen erinnert.

Das arme Live-Publikum

22:57 Uhr: Die zweite Disziplin. Uff! Die Zweierteams müssen jetzt jeweils gemeinsam auf ihren Jetskis antreten, was das Kurvenfahren nicht gerade einfacher macht. Gustl und Mattli haben als Erste Ringe einzusammeln und auf Bojen zu verteilen. Frage an die Klasse: Haben die Zuschauer vor Ort für dieses armselige Event tatsächlich Tickets regulär erworben oder sind das alles bezahlte Applauskomparsen? Oh, jetzt hab ich doch glatt die Zeit vom Gustl und vom Joel verpasst. Das tut mir aber leid. Von meinem subjektiven Zeitempfinden her waren sie knapp drei Stunden unterwegs.

23:08 Uhr: Den Food-Zarrella und den Stand-Up-Comedian würfelt es bereits zum dritten Mal ins Wasser. Die nachfolgenden Sendungen verschieben sich um acht Tage!

23:33 Uhr: Das Team Joey Kelly und Jens „Knossi“ Knosalla versagt völlig. Danach sind Fabian Hambüchen und René Casselly, der am Gashebel sitzt, an der Reihe. Nach einigen schweren Fehlern landen die beiden schließlich im Wasser. Für Casselly vermutlich ein traumatisches Ereignis.

23:43 Uhr: Ralf Schumacher und Stefan Raab müssen ran. Ersterer steuert den Jetski, der Verbissene von raumgreifender Figur sitzt dahinter und bringt den Boliden in zwei Kurven zum Kentern. Ralfi würde wohl gern an die Box, um den Beifahrer zu wechseln, muss aber eh wegen einer Verletzung das Handtuch werfen.

23:56 Uhr: Ich bin jetzt ganz sicher nicht kurz eingepennt!!!

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von Oliver Jensen


Ralfi braucht ärztliche Betreuung

00:00 Uhr: Ralfis Schulter war ausgekugelt, der Doc hat sie wieder eingekugelt. Dennoch muss der Ex-Formel-1-Pilot für den letzten Wettbewerb passen. Es folgt die laut Wontorra „Königsdisziplin“ des Abends: der Hindernisparcours. Dabei treten jeweils zwei Zweierteams gegeneinander an: Zuerst fährt immer ein Fahrer der beiden Teams gegeneinander, danach die beiden anderen. Also zunächst Hambüchen gegen Emmvee und direkt danach Hambüchens Teamkollege Casselly gegen Emmvees Partner Zarrella. Emmvee und Zarrella pfeifen auf die Tore und kassieren 35 Strafsekunden. Gegen die beiden Oberstreber haben sie damit natürlich nicht den Funken einer Chance. Casselly und Hambüchen stehen im Halbfinale.

00:40 Uhr: Für den verletzten Ralfi bekommt Raab Schauspieler Matthias Weidenhöfer als Ersatzmann an seine Seite. Das neue Team muss nun gegen Renata und Valentin Lusin ran. Es gewinnt und zieht ins Halbfinale ein. Die Begegnungen dort? Hambüchen und Casselly gegen Mattli und Schaffer sowie Knossi und Kelly gegen Raab und Weidenhöfer.

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00:57 Uhr: Casselly vergeigt seine Fahrt und fährt dann auch noch beim Einparken einen Ordner über den Haufen, der aber zum Glück unverletzt geblieben sein dürfte. Im zweiten Halbfinale lassen Knossi und Extrem-Kelly ihren Gegnern Raab und Weidenhöfer keine Chance. Heißt: Raab macht an diesem Abend keinen Stich. Und das Finale? Gustav Schäfer und Joel Mattli gegen Joey Kelly und Knossi. Wer die Begegnung gewinnt, könnte einem nicht wurschter sein.

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Showdown auf dem Wasser

01:11 Uhr: Trotzdem die Frage des Abends: Wer sackt den Pott ein? Zunächst absolvieren Mattli und Kelly den Parcours. Während Knossi von Kelly den Jetski übernimmt, bleibt Mattli an einer aufblasbaren Bande hängen. Wie er das schafft, weiß niemand. Knossi kann jedenfalls gemütlich ins Ziel düsen. Er und der Extrem-Kelly holen sich somit relativ entspannt den Titel. Beide freuen sich, als hätten sie gerade gesunde Zwillinge zur Welt gebracht.

01:18 Uhr: Die Siegerehrung. Unfassbar! Nach fünf Stunden redet Laura Wontorra (oder Jana Wosnatza) noch immer wie ein Wasserfall. Es war jedenfalls ein Abend, der viele Fragen aufwirft. Wozu das alles? Werden wir zu Weihnachten Schnee haben? Wie geht’s René Casselly nach der Niederlage? Wie Stefan Raab? Vielleicht können die beiden im Anschluss einander trösten, Freunde werden und ja vielleicht liebevoll ihre Ohren tauschen? Oder ihre Nasen! Nur das mit den Jetskis, das sollten sie lassen. Das ist nämlich mörderisch fad.