Eine Fotoschau, die keine Galerie sein will und weit weg ist von einem Besuch im Museum, dafür nah an einem kleinen Festival. „Fodos und Billa“ ist eine Idee aus der Bierlaune heraus, die „irgendeinen Nerv trifft“, sagt Florian Lambrecht vom Kollektiv „Kunst und Buddik“, das die Ausstellung organisiert – und das vor einigen Jahren schon einmal am Saarbrücker Osthafen zusammen ein Bier getrunken hatte, das in der Ausstellung im vergangenen Spätsommer resultierte und „mehr als 1.000 Menschen“ an Ort und Stelle zog. Das Projekt saarländischer Künstlerinnen und Künstler – das eigentlich „einfach nur ne coole Ausstellung“ sein will – geht in die zweite Runde.
So erfolgreich, dass es „irgendwie weitergehen musste“
Ein festes Thema hat die Ausstellung nicht. Das, was die Fotografinnen und Fotografen miteinander verbindet, ist das Saarländische. Und das ist außerdem nicht nur im Titel des Projekts, sondern auch in der Organisation deutlich zu erkennen. Denn eigentlich kennt nur wieder jemand jemanden, der jemanden kennt. So oder so ähnlich zumindest kam die Ausstellung im vergangenen Jahr erstmals zustande. 2025 feierte „Fodos und Billa“ Premiere – und zwar so erfolgreich, dass es „irgendwie weitergehen musste“, sagt Lambrecht. Alleine zur Vernissage kamen 400 Leute – mit so vielen hatte das Veranstaltungsteam maximal insgesamt gerechnet. Freunde, Freundesfreunde, Junge, Alte, alle kamen sie in den alten Industriebunker.
Die Fotoschau wurde zum kleinen Festival. Rund um die Fotografien entsteht auch in diesem Jahr wieder ein offener Treffpunkt: Abends legen DJs auf, es gibt Gespräche und kurze Vorträge, dazu Essen (von den Kalinski-Brüdern) und Getränke. Am 13. und 16. September sind außerdem Workshops zur analogen Fotografie geplant. So will „Kunst und Buddik“ Fotografie nicht nur zeigen, sondern erlebbar und zugänglich machen. Im Sektor, „die Treppe hoch und dann links“, findet man ab 12. September, wieder den „unerschlossenen Raum im ‚Industrial-Style‘“, mit verschiedenen Farbresten an den Wänden, hervorlugendem Backstein und „harten Kanten“ vor – dazwischen die Fotografien von 24 Künstlerinnen und Künstlern aus dem Saarland. Insgesamt 16 Positionen sind davon neu besetzt. Die übrigen Fotografinnen und Fotografen dürften aufmerksame Besucherinnen und Besucher aus dem vergangenen Jahr wiedererkennen. Acht der 24 Positionen stammen von Künstlerinnen.
„Das Fotobusiness ist oft Auftragsarbeit“ – nicht bei der Ausstellung in Saarbrücken
„Das Fotobusiness ist oft Auftragsarbeit“, sagt Lambrecht. „Fodos und Billa“ sei bewusst ein Kontrastprogramm. Auch Lambrecht arbeitet hauptberuflich in der IT-Branche und hat in der Analogfotografie vor rund fünf Jahren „seinen kreativen Ausgleich“ gefunden. Welche Bilder letztlich an den Wänden hängen werden, weiß das Organisationsteam wenige Tage vor Beginn selbst noch nicht. Gerade darin liegt das Prinzip der Ausstellung. „Wir wollen niemanden einschränken, das wäre auch den Künstlern gegenüber nicht fair“, sagt Lambrecht. Anders als bei einer kuratierten Ausstellung spricht er von einem „komplett freien Konzept“. Zu sehen sind ganz unterschiedliche fotografische Positionen: Porträts, analoge und experimentelle Arbeiten, Architektur- und Lifestylefotografie, Landschaftsbilder sowie Aufnahmen aus der Sport- und Graffitikultur. Einen gemeinsamen Stil gibt es nicht. (lck)
Bei „Fodos und Billa“ stellen aus: Anna Jennewein, Ben Heim, Benny Dutka, Céline Lehnert, Christian Hell, David Huckert, Feyzan-Gazel Yilmaz, Florian Lambrecht, Jacqueline Stürmer, Jan Rosenlöcher, Jochen Heyd, Jonas Kammer, Jot. (Künstlername), Julian Straß, Kodex Asozial (Anmerkung d. Red.: saarländisches Fotoprojekt über Trainwriter und und Subkultur), Konrad Federkeil, Leon Fürtig, Mark Doerr, Martina Grabinsky, Pauline Henkes, Sam Kawtharani, Sina Giencke, Stella Costa, Thomas Hellbrück. Zur Laufzeit: 12. September (Vernissage um 14 Uhr) bis zum 19. September (Finissage um 15 Uhr), sonst täglich 18–21 Uhr im Sektor Heimat am Saarbrücker Osthafen. Weitere Infos via Instagram: @fodos.und.billa