„Keine politischen Äußerungen jeglicher Art“
Podolskis Festival streicht Popstars aus Line-up
02.09.2026 – 16:15 UhrLesedauer: 3 Min.
Alphaville-Frontsänger Marian Gold: Die Band tritt nicht auf dem Glücksgefühle-Festival auf. (Quelle: IMAGO/nordphoto GmbH / Christian Schulze)
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Das Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring sagt den Auftritt von Alphaville ab. Der Grund: Politische Äußerungen seien nicht geduldet. Die Band kritisiert das scharf.
Das Glücksgefühle-Festival von Lukas Podolski und Markus Krampe hat den geplanten Auftritt von Alphaville am Hockenheimring abgesagt. Als Grund nennt der Veranstalter politische Äußerungen der Band.
Zwischen Festival-Veranstalter Krampe und Alphaville hatte es bereits zuvor Differenzen gegeben. Beim „Die 80er live“-Festival in Hamburg hatte sich Sänger Marian Gold auf der Bühne gegen Rechts und Parteien, etwa die AfD, ausgesprochen. Zudem wehrt sich Gold dagegen, dass rechte Parteien oder Politiker wie Donald Trump Alphaville-Songs für Kampagnen nutzen.
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Alphaville kritisiert Absage scharf: „Maulkorberlass“
Alphaville reagierte mit scharfer Kritik auf die Absage. Der Veranstalter habe der Band mitgeteilt, dass er „keine politischen Themen oder Äußerungen jeglicher Art“ auf seiner Bühne dulde. Deshalb wolle er von einem Auftritt Alphavilles beim Glücksgefühle-Festival Abstand nehmen.
Die Band sieht darin einen unzulässigen Eingriff in ihre Freiheit als Künstler. Die Begründung gleiche aus ihrer Sicht einem „Maulkorberlass“, wie man ihn aus Diktaturen kenne. Eine solche Einschränkung der Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit auf einem der größten Popfestivals Deutschlands sei für Alphaville „absolut untragbar und erschütternd“.
Die Musiker erklärten zudem, Meinungsfreiheit, Toleranz und Demokratie seien für sie weiterhin hohe Güter. Künstlerinnen und Künstler müssten diese mit legalen Mitteln verteidigen. Alphaville kündigte an, sich auch künftig für Freiheit, Toleranz und Demokratie einzusetzen.
Veranstalter weist Vorwürfe von Alphaville zurück
Festival-Veranstalter Markus Krampe widersprach der Darstellung. „Das Verhalten von Alphaville und Marian Gold ist inakzeptabel. Wir lassen uns nicht in irgendeine politische Ecke drängen und werden uns hier mit allen Mitteln wehren“, sagte Krampe der „Bild“.
Das Glücksgefühle-Festival sei nach seinen Angaben „komplett unpolitisch“. Dies gelte unabhängig von der jeweiligen politischen Richtung. Alphaville sei in diesem Jahr bereits bei zwei anderen Veranstaltungen seines Unternehmens aufgetreten. Nach politischen Äußerungen beim ersten Auftritt habe der Veranstalter vor dem nächsten Konzert darauf hingewiesen, dass solche Aussagen auf seinen Bühnen nicht erwünscht seien.
Vor dem Glücksgefühle-Festival habe man diese Vorgabe erneut deutlich gemacht. Dabei gehe es ausdrücklich nicht um die politische Haltung von Marian Gold oder Alphaville, erklärte Krampe. Der Veranstalter wolle vielmehr selbst festlegen, welchen Rahmen das Festival biete.

