Im Nachtragsspiel der 4. Bundesliga-Runde gastierte am frühen Mittwochabend die WSG Tirol beim FK Austria Wien. Die Veilchen standen als Tabellenletzter unter Zugzwang, manövrierten sich mit einer 0:1-Heimniederlage gegen die Wattener aber weiter in die sportliche Krise. Drew Murray schoss die Kristallkicker in der 66. Minute per Abstauber zum überraschenden Auswärtssieg in der Bundeshauptstadt. Während die Austria auf dem letzten Tabellenplatz bleibt, klettern die Tiroler in die obere Hälfte auf Rang fünf. 


Kaum Chancen in Halbzeit eins – bis auf einen Stangentreffer

Die Hausherren waren von Beginn an etwas aktiver, ohne sich dabei jedoch eine klare Torchance herauszuspielen. Bereits in der 2. Minute sorgte Boateng über links für den ersten Vorstoß, seine Flanke stellte die Tiroler Defensive allerdings vor keine Probleme. 

Mit zunehmender Spieldauer fand auch die WSG Tirol besser in die Partie. Vor allem über schnelle Gegenangriffe und Standardsituationen kam sie immer wieder nach vorne. In der 10. Minute setzte Frederiksen einen Freistoß zwar an der Mauer vorbei, verfehlte das Tor aber ebenso.

Die gefährlichste Phase der ersten Halbzeit gehörte schließlich den Gästen: Nach einer Ecke verlängerte Gugganig den Ball in der 25. Minute auf Striednig, dessen Abschluss an die Stange prallte. Kurz darauf unterlief der Austria zudem ein schwerer Fehler im Spielaufbau.

Baden Frederiksen kam an den Ball und schloss sofort ab, doch Sahin-Radlinger verhinderte mit einer starken Parade den Rückstand.

Die Austria hatte zwar ebenfalls einige vielversprechende Ansätze, blieb im Abschluss aber zu unpräzise. Ein Angriff über Eggestein und Markovic führte in der 32. Minute sogar zu einem Treffer, dieser wurde wegen einer klaren Abseitsstellung jedoch nicht anerkannt.

Kurz vor der Pause kam Markovic nach einer Kombination mit Ranftl noch einmal zum Abschluss, der Versuch wurde allerdings abgefälscht. Insgesamt blieb es damit bei wenigen wirklich gefährlichen Szenen und einem torlosen Halbzeitstand.

Austria zu passiv, WSG bestraft dies eiskalt und feiert den zweiten Auswärtssieg in Folge

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild zunächst kaum. Die Austria kam mit einer Flanke in den Strafraum aus der Kabine, diese blieb jedoch harmlos. Die WSG agierte ebenfalls vorsichtig und versuchte vor allem, über Standards und schnelle Kombinationen in die Offensive zu kommen.

In der 54. Minute ergab sich dann eine der besten Möglichkeiten für die Gastgeber: Fischer spielte den Ball perfekt auf Lee durch, dessen Lochpass in die Mitte fand allerdings keinen Abnehmer.

Die WSG hatte anschließend wieder etwas mehr offensive Aktionen. Olakigbe setzte einen Distanzschuss deutlich über das Tor, während eine Kombination über Goiginger und Balic ebenfalls ohne Abschluss blieb. Die Austria hatte insgesamt weiterhin Probleme, die kompakte Tiroler Defensive regelmäßig zu überwinden.

Die Veilchen wirkten in weiterer Folge jedoch verunsichert, zogen sich weit zurück und überließen den Tirolern das Spielgerät. Richtig Dampf machte der eingewechselte Matthäus Taferner, dessen Schuss in der 64. Minute geblockt wurde. 

Der Druck der Kristallkicker nahm aber weiter zu und dies führte nur wenig später zur Führung: Drew Murray stand nach einer Kopfballvorlage an der zweiten Stange goldrichtig und staubte eiskalt zum 0:1 ab (66.). 

Ein Wirkungstreffer für die Hausherren? Mitnichten. Von den Favoritnern kam auch in weiterer Folge wenig bis gar nichts. Angriffe verpufften schnell oder blieben an der Abwehr der Semlic-Schützlinge hängen.

Richtig gefährlich wurde es jedoch bei einem Ranftl-Kopfball, den WSG-Keeper Hamzic stark über das Tor lenken konnte (77.). Auf der anderen Seite verpasste Olakigbe nach Goiginger-Hereingabe die Vorentscheidung (83.). 

Bestraft wurde dies aber nicht: Eine rasante Schlussoffensive der Veilchen blieb nämlich aus und somit bejubelte die WSG Tirol den zweiten Auswärtssieg in Folge. 

FK Austria Wien – WSG Tirol 0:1 (0:0)

Mittwoch, 02.09.2026 (18:30 Uhr); Generali-Arena, Wien; SR Harald Lechner.

FK Austria: Sahin-Radlinger – Handl, Dragovic, Feddersen (70./Saljic) – Ranftl, Markovic, Wustinger (59./Lee Kang-Hee), Tae-Seok Lee (86./Schablas) – Fischer, Eggestein, Boateng (59./Hettwer); Trainer: Stephan Helm.

WSG Tirol: Hamzic – Boras, Murray, Gugganig – Oswald, Satin, Striednig, Balic (59./Taferner) – Olakigbe (83./Gschösser), Baden Frederiksen (83./Hinterseer), Goiginger (90./Celic); Trainer: Philipp Semlic.

Tor: Murray (66.)

Gelbe Karten: Helm, Dragovic, Lee Kang-Hee, Schablas bzw. Murray, Striednig

Spielfilm im Liveticker

Fotocredit: GEPA ADMIRAL