Im Rahmen ihrer Reform hat die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) am Mittwoch mit dem im Juni angekündigten Stellenabbau begonnen. 200 Mitarbeiter wurden beim Arbeitsmarktservice zur Kündigung angemeldet, sagte ein WKÖ-Sprecher. Für die Betroffenen wurde laut einer Information des Betriebsrats ein Sozialplan vereinbart, der unter anderem freiwillige Abfertigungen vorsieht.

Wie viele Stellen in welcher Form abgebaut werden – ob über Kündigungen oder beispielsweise über nicht nachbesetzte Pensionierungen – sei noch offen, „da auch natürliche Fluktuationen, die bis 2030 stattfinden bzw. freiwillige andere Lösungen berücksichtigt werden“, sagte WKÖ-Betriebsratsvorsitzender Reinhard Kopf im „Ö1-Mittagsjournal“. Betroffen seien fast alle Abteilungen in der WKÖ, hieß es in dem Bericht.

Für die Betroffenen wurde mit dem Betriebsrat ein Sozialplan vereinbart. Dieser sieht unter anderem neben den gesetzlichen Abfertigungen freiwillige Abfertigungszahlungen vor. Die Höhe dieser Zahlung hänge von der jeweiligen Situation jedes einzelnen Mitarbeiters ab – unter anderem davon, wie leicht dieser am Arbeitsmarkt wieder Fuß fassen kann, sagte Kopf. Auch Weiterbildungen und Umschulungen sollen über den Sozialplan mitfinanziert werden können.

WKÖ-Präsidentin Martha Schultz hatte bereits im Juni vor dem WKÖ-Präsidium ihren Plan konkretisiert, wie sie die angekündigten Einsparungen von 100 Mio. Euro jährlich ab 2030 umsetzen will. So werden laut damaligen Kammerangaben in der Bundeskammer in Wien 200 von 800 Stellen bis Ende 2027 abgebaut.

Lehrlinge und Trainees sind nicht betroffen. Das gilt auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den rechtlich selbstständigen Fachverbänden sowie Töchtern der WKÖ. Neben der Bundeskammer gibt es neun Länderkammern, die ebenfalls sparen müssen. (APA, TT)