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Die Niederlande haben einen Teil ihrer Goldreserven aus den USA und Kanada abgezogen und nach London verlagert. Die Zentralbank begründet den Schritt mit wachsenden geopolitischen Risiken. Insgesamt wurden aus New York und Ottawa den Angaben zufolge etwa 86 Tonnen Gold abgezogen. Das ist etwa ein Viertel der niederländischen Goldvorräte von bisher 313 Tonnen in Nordamerika. Die wichtigsten Fragen dazu beantwortet SRF-Wirtschaftskorrespondent Pascal Lago.

Pascal Lago
Wirtschaftsredaktor
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Pascal Lago hat Ökonomie in Zürich und St. Gallen studiert. Er arbeitet seit März 2022 als Wirtschaftsredaktor bei Radio SRF.
Warum haben die Niederlande das Gold abgezogen?
Es ist ein offenes Geheimnis, dass man der Regierung von US-Präsident Donald Trump misstraut. Er greift die US-Zentralbank immer heftiger an, die Unabhängigkeit ist infrage gestellt. Das Gold ist der Notgroschen eines Staates. Und die Angst steigt, dass die USA vor lauter Sanktionen und wirren Handelsstreitigkeiten plötzlich auch das Gold beschlagnahmen könnten. Und darum will man die Goldreserven nicht mehr dort haben, zumindest nicht mehr so viel wie heute. Die Niederlande hat rund 86 Tonnen Gold nach London verschoben. Das ist etwa ein Viertel der niederländischen Goldvorräte, die in Nordamerika gelagert sind.
Wie transportiert man dieses Gold?
Der Transport von Gold ist aufwendig und hat mehrere Monate gedauert, weil ein Teil davon, etwa 27 Tonnen, auch wirklich physisch verfrachtet worden ist. Den Rest des Goldes hat die niederländische Zentralbank in New York verkauft und dann in London wieder gekauft.
Holen nur die Niederlande ihre Goldreserven aus den USA zurück?
Nein, auch Frankreich und Indien haben jüngst Gold abgezogen. Und in Deutschland und Italien wächst der politische Druck, das ebenfalls zu tun.

Hat auch die Schweiz Gold in den USA?
Nein, die Schweiz lagert 70 Prozent der rund 1040 Tonnen Gold in der Schweiz selbst. 20 Prozent in England und 10 Prozent in Kanada. In den USA lagert die Schweiz schon seit über 20 Jahren kein Gold mehr. Es ist seit dem Zweiten Weltkrieg nie ganz unproblematisch gewesen, das Gold in den USA zu lagern. Die USA haben das Goldvermögen von neutralen Staaten blockiert, schon vor dem Eintritt in den Zweiten Weltkrieg. Und jetzt, mit den Sanktionen und der speziellen Handelspolitik, bleibt es schwierig oder wird es sogar schwieriger, auch wenn New York eigentlich ein guter Handelsplatz für Gold ist.

Die Schweiz hat 1040 Tonnen Gold als Reserve – wie viel ist das?
Heruntergebrochen auf alle Einwohnerinnen und Einwohner in der Schweiz sind das etwa 116 Gramm pro Person oder 20 Goldvreneli im Wert von 13’000 Franken. Diese Reserve ist der Notgroschen für Krisen, hilft, zu diversifizieren, um sich zum Beispiel vor Währungsrisiken abzusichern. Und: Ein Goldschatz im Keller signalisiert natürlich den Finanzmärkten, dass die Schweiz ein sicheres, stabiles Land ist.
Wieso lagert man Gold im Ausland?
Einerseits kommt das noch aus den Kriegszeiten. Man wollte sicherstellen, dass im Fall einer Besetzung der Schweiz ein Teil des Vermögens nicht in fremde Hände fällt. Andererseits geht es um die Handelbarkeit. In London zum Beispiel kann man das Gold schnell verkaufen und so auf Krisen reagieren und das Gold schnell in Geld umwandeln.