Laura Freigang von den Eintracht Frankfurt Frauen

Stand: 02.09.2026 • 21:13 Uhr

Was für ein Drama! Den Eintracht Frankfurt Frauen gelingt gegen Paris St. Germain in Unterzahl der Ausgleich, den Einzug in die Champions League verpassen sie in der Verlängerung dennoch klar.

Die Champions League findet in dieser Saison ohne Eintracht Frankfurt statt. Nachdem die Männer die Königsklasse in der abgelaufenen Spielzeit bereits meilenweit verpasst hatten, scheiterten die Frauen am Mittwoch denkbar knapp in der Qualifikation.

Nach dem 1:1 im Hinspiel der dritten Quali-Runde gegen Paris St. Germain verloren die Hessinnen das Rückspiel in Paris am Mittwoch mit 1:5 (1:1, 0:1) nach Verlängerung. Merveille Kanjinga (36./95.) und Sakina Karchaoui (76./113.) schnürten jeweils einen Doppelpack für Paris, Rasheedat Ajibade sorgte für den Endstand (120.). Rebecka Blomqvist (76.) war in Unterzahl der zwischenzeitliche Ausgleich gelungen.

Mühlhaus muss passen

Der Abend in der Stadt der Liebe hatte für die Eintracht bereits mit einer schlechten Nachricht begonnen. Hinspiel-Torschützin Larissa Mühlhaus fehlte aufgrund einer Oberschenkel-Verletzung komplett im Aufgebot, für sie rückte die Australierin Hayley Raso in die Startelf.

Trotz des bitteren Ausfalls hatte aber tatsächlich die Mannschaft von Trainer Niko Arnautis die erste Chance des Spiels: Nach einem Freistoß und einem Fehler der Pariser Torhüterin Katarzyna Kiedrzynek hatte Innenverteidigerin Marthine Östenstad die Führung auf dem Fuß, ihr Schuss wurde jedoch noch geblockt (8.).

Besser machten es die Gastgeberinnen in der Schlussphase. Nach einem Konter umkurvte Kanjinga die Frankfurter Keeperin Lina Altenburg und erzielte nach einem ungewollten Doppelpass mit dem Pfosten die umjubelte Pariser Führung.

Eintracht trifft in Unterzahl

Nach dem Seitenwechsel drückte die Eintracht etwas mehr auf einen eigenen Treffer, ohne dabei jedoch für enorm viel Torgefahr zu sorgen. Die beste Möglichkeit ließ Ereleta Memeti ungenutzt (57.), die restlichen Angriffe verpufften meist schon weit vor dem letzten Drittel.

Nach 66 Minuten schwächten sich die Hessinnen dann zudem erst einmal selbst: Die bereits verwarnte Raso ging zu ungestüm in einen Zweikampf weit in der gegnerischen Hälfte und wurde dafür – wohl zu Recht – mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Eine bittere Szene, die für die Eintracht aber eine aufputschende Wirkung hatte.

Nur zehn Minuten nach dem Platzverweis gelang Blomqvist nach einem sehenswerten Doppelpass mit Memeti der Ausgleich und gestaltete damit wieder alles offen. Mehr noch: Paris wirkte in der Folge angeschlagen, die in Unterzahl spielende Eintracht angestachelt. Ein weiterer Treffer, der durchaus möglich gewesen wäre, fiel jedoch nicht. Es ging in die Verlängerung.

Paris macht alles klar

Und dort schwanden bei den Hessinnen dann doch zunehmend die Kräfte. Die Eintracht wehrte sich zwar und versuchte vor allem zu Beginn noch einmal alles. Die Pariserinnen nutzten ihre Überzahl aber perfekt aus und sorgten schnell für klare Verhältnisse.

Nach einer Ecke stieg zunächst Kanjinga am höchsten und brachte ihr Team wieder auf die Siegerstraße in Richtung Königsklasse. Spätestens nach dem nächsten Pariser Tor kurz vor der Halbzeit der Verlängerung durch Karchaoui war die Luft dann endgültig raus.

Das zu diesem Zeitpunkt längst benötigte Fußball-Wunder blieb aus. Mehr noch: Karchaoui (Foulelfmeter) und Ajibade, die einen Patzer von Eintracht-Torhüterin Altenburg ausnutzte, schraubten das Ergebnis noch weiter nach oben.

Immerhin: Ganz ohne europäischen Fußball muss die Eintracht nicht auskommen. Die Verlierer der dritten Qualifikationsrunde dürfen wie schon im vergangenen Jahr in der UEFA Women’s Europa Cup antreten.

Hessischer Rundfunk